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Greencard für Geistliche

Greencard-Arbeitskräfte aus Indien sind in Deutschland sogar beim Klerus begehrt. Nach den IT-Spezialisten sollen nun auch Seelsorger angeworben werden, um den Priestermangel in der katholischen Kirche zu beheben. ?In Südindien gibt es so viele junge Priester, dass die Bischöfe zum Teil gar nicht wissen, wo sie sie einsetzen sollen?, schwärmt Pfarrer Werner Wehrmeyer, Mitglied des Arbeitskreises Katholischer Priester (AKP) im Bistum Münster. Seit den 70er Jahren sank die Zahl der Priester in Deutschland von mehr als 25.000 auf unter 14.000. Schon jetzt arbeiten mehr als 750 ordensfreie Seelsorger aus Ländern wie Indien, Polen, Argentinien oder Nigeria in deutschen Gemeinden. Es müssten mehr werden, findet AKP-Mitglied Pfarrer Alfons Benning und fordert: ?Das Bistum Münster könnte den Vorreiter spielen.? Die Kirchenoberen sind da skeptischer. Auch eine Priester-Greencard werde die Strukturprobleme der katholischen Kirche nicht lösen, kritisiert ein Sprecher des Bistums Münster. Kulturelle und sprachliche Hürden machten den vollen Einsatz ausländischer Pfarrer unmöglich.
Dieser Artikel ist erschienen am 26.08.2004