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Go Guru Go

Die Fragen stellte Martin Roos
Thomas Rigler und Randolf Hillebrand sind dort, wo das Gold im Internet zu holen ist: Kalifornien. Mit goGOOROO haben sie jetzt eine "Findemaschine" entwickelt, die Internet-Fernsehen in eine nutzbare Form gießt. Filme, Serien, Comedy, Musik, Sport, News, Mode oder einfach nur das Wetter - goGOOROO listet Programme in einen übersichtlichen Katalog.

Was soll an Ihrer Gründung Gogooroo so neu sein?

Hillebrand: Jeden Tag entstehen weltweit neue Internetkanäle. Gogooroo ist - anders als die Suchmaschinen von Google oder Yahoo - eine redaktionell betreute Findemaschine für das Internet-TV. Leser empfehlen auf unserer Site Internetvideos und -kanäle und beurteilen sie. So entsteht eine Plattform für alle, die sich über Internet-TV auslassen wollen. Auf Gogooroo haben wir über 1.600 Internetkanäle registriert - und jeden Tag kommen neue hinzu

Gogooroo klingt wie ein Haarwaschmittel für Känguruhs. Was heißt es denn?

Rigler: Wir wollen Orientierung geben, eine Art Guru sein für alle, die sich fürs Internet-TV interessieren. Aus "Go" und "Guru" entstand der Name.

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Auf Ihrer Site gibt es gar keine Sexfilmchen. Gerade das interessiert doch die meisten!

Rigler: In den USA ist die Handhabung von Erotikseiten sehr restriktiv. Man bekommt viele Schwierigkeiten. Und vor allem ist das eine Frage der Qualität. Wir wollten das einfach nicht. Geld verdienen wir über Werbeeinnahmen.

Muss man denn in Los Angeles leben, um im Internet erfolgreich zu sein?

Hillebrand: Muss man nicht. Hier sind aber die großen Studios. Und durch sie wird in den USA das gesamte Fernsehverhalten beeinflusst. Es gibt hier ja bereits Internetkanäle, die ein hervorragendes Programm bieten. Die Macher sind größtenteils die Medienkonzerne. Aber auch Handels- oder Autounternehmen, die Videos on demand anbieten

Warum hängen die Deutschen in dieser Entwicklung so hinterher?

Rigler: Die Amerikaner sind weiter in ihrem Internet- und Fernsehverhalten. Elektronische Medien sind selbstverständlicher. Man lässt sich Fernsehsendungen vom Computer aufzeichnen und schaut sie später. Die 15- bis 20-Jährigen sind in den USA mehr in Internetkanälen zu Hause als im klassischen TV, deren größte Sender sie schon nicht mehr kennen

Wann wird die Begeisterung fürs Internet-TV auch uns erreichen?

Hillebrand: Die technischen Möglichkeiten gibt es ja schon längst. Nur im Kopf der Konsumenten ist die Attraktivität, die das Internet-TV bietet, noch nicht angekommen. Ich schätze, in spätestens drei Jahren ist es so weit.

www.gogooroo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 29.06.2007