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Gildemeister-Vorstand gewinnt

karriere-Chefredakteur Jörn Hüsgen gratuliert den "Karriere des Jahres"-Preisträgern: Andera Gadeib, Dr. Thorsten Schmidt und Ulrike Spang (v.l.).
Dr. Thorsten Schmidt , 34 und Vorstand des börsennotierten Werkzeugmaschinen-Herstellers Gildemeister, erhält den wichtigsten Management-Nachwuchspreis "Karriere des Jahres 2006". karriere honoriert mit dieser Auszeichnung Schmidts rasante Entwicklung: In nur fünf Jahren vom Vorstandsassistenten mit erfolgreichen Stationen in den USA und Asien zum Vertriebs- und Servicevorstand eines der weltweit führenden Herstellers von Dreh-, Fräs und Lasermaschinen


Die große Bildergalerie mit über 200 Fotos der festlichen Gala im Berliner KaDeWe finden Sie hier. Wenn Sie Fotos aus der Bildergalerie in druckbarer Qualität benötigen, wenden Sie sich bitte an die Online-Redaktion.

Die besten Jobs von allen


Die Preisträger im ausführlichen Porträt:

Karriere des Jahres 2006: Dr. Thorsten Schmidt
Karriere des Jahres im Mittelstand 2006: Andera Gadeib
Junge Karriere des Jahres 2006: Ulrike Spang

Alle Infos:

Karriere des Jahres 2006: Die Top 25 (PDF)
Karriere des Jahres: Der Preis
Der Preis wird jährlich an herausragende Nachwuchsmanager bis 40 Jahre verliehen. Die Jury, bestehend aus der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung e.V. und der karriere-Chefredaktion lobte die Führungsqualitäten von Dr. Thorsten Schmidt, der sowohl in den USA als auch in Asien schwierige Turnarounds für Gildemeister schaffte und unterschiedlichste Mentalitäten für sich einnehmen kann. "Er hat in wenigen Jahren herausragende Managementleistungen erbracht und es in einer konservativen Branche geschafft, mit nur 34 Jahren in die Vorstandsspitze von Gildemeister aufzurücken", lobt Chefredakteur Jörn Hüsgen

Festliche Stimmung im KaDeWe in Berlin.
Der Sonderpreis "Karriere des Jahres im Mittelstand 2006" ging an Andera Gadeib, Gründerin und Vorstand des Online-Marktforschunginstituts Dialego. Vor sieben Jahren gründete Gadeib Dialego und führte innovative Marktforschungsmethoden im Internet ein. Seit vier Jahren schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen. Heute liest sich die Referenzliste ihres Unternehmens wie das Who is Who wertvoller Marken quer durch alle Branchen.

Für die 36-Jährige ist das Leben von Werten sehr wichtig. Ihre Mitarbeiter etwa profitieren vom Betriebskindergarten. Ihre Panelmitglieder sammeln bei jeder Befragung Punkte, die sie gegen Prämien einlösen - oder spenden können: für eine Schule in Kamerun sowie für zwei Patenkinder in Nicaragua und Indien. "Wir motivieren die Leute, etwas Gutes zu tun, und vermitteln wichtige Werte", sagt Gadeib. "Das macht mich zufrieden." Das Urteil der Jury: "Andera Gadeib zeichnet eine Erfolg bringende Mischung aus Pioniergeist, Technikaffinität und Marktgespür aus. Sie zeigt persönliche Reife und hohe Verantwortungs-bereitschaft.

Thomas Middelhoff gratuliert den Preisträgern.
Der zweite Sonderpreis "Junge Karriere des Jahres 2006" (bis 30 Jahre) erhielt Ulrike Spang, 28, weltweit jüngste Ikea-Einrichtungshauschefin. Ohne Studium kämpfte sich Spang von der Sportartikel-Verkäuferin zur Chefin durch und erzielte trotz ihres niedrigen Alters bei der Mitarbeiterbefragung das Deutschlandweit beste Ergebnis. "Ulrike Spang ist ein hoch talentiertes Verkaufstalent, das bei allem Erfolg sympathisch und bodenständig geblieben ist", betont Jury-Mitglied Jörn Hüsgen.

Aus insgesamt über einer Million Beschäftigten hatten Unternehmen und Organisationen aller Branchen und Größen ihre Top-Talente für die Auszeichnung benannt. Das ist Voraussetzung, da sich die Kandidaten nicht selbst für die Auszeichnung bewerben können. Ihre Mentoren - Geschäftsführer, Vorstände oder Professoren - bürgen mit ihrem Namen für die Qualität der von ihnen vorgeschlagenen Nachwuchsmanager

karriere-Chefredakteur Jörn Hüsgen kürt die besten Nachwuchsmanager.
Die Jury, bestehend aus der karriere-Chefredaktion und dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung e.V., hat die gut 100 Kandidaten in der Endauswahl nach folgenden Kriterien bewertet: rascher Aufstieg, beruflicher Erfolg, vorbildliches Führungsverhalten, verantwortliches Handeln.

Die Top-25-Karrieren sind kein Ranking. Wer in den Kreis aufgenommen wird, gehört zu den besten Nachwuchsmanagern Deutschlands. karriere gibt den Top 25 aller Jahrgänge die Möglichkeit, untereinander im Alumni-Netzwerk wertvolle Kontakte zu pflegen.

Zur feierlichen Preisverleihung im KaDeWe in Berlin kamen die Top 25, die Mentoren, Alumni, Gäste aus der Wirtschaft, ausgewählte Leser und die Sponsoren des Medienpreises KarstadtQuelle, DaimlerChrysler, Metro, MLP und Vodafone

Rückblick: Karriere des Jahres 2003, 2004 und 2005 Rückblick: Karriere des Jahres 2003, 2004 und 2005

?Karriere des Jahres?-Preisträger der vergangenen Jahre waren SAP-Senior Vice President Clas Neumann, die Novartis-Pharma-Geschäftsbereichsleiterin Susanne Schaffert und der Intel-Manager Jürgen Thiel.

Multitalent Clas Neumann, Senior Vice President von SAP, beeindruckte im vergangenen Jahr die Jury durch seine verbindliche, unkonventionelle Art. Er baute SAP in Indien und China auf, ist verantwortlich für die strategisch wichtige Entwicklung und Einführung einer SAP-Lösung für den Mittelstand und ist jüngstes Mitglied im Senior Executive Team von SAP.

Die promovierte Chemikerin und Novartis Pharma-Geschäftsbereichsleiterin Susanne Schaffert wurde 2004 von der Jury für die Vielfalt ihrer Begabungen und ihres Engagements ausgezeichnet. In einem Jahr brachte sie ihre Geschäftseinheit im Konzernranking auf Platz zwei, erreichte den globalen Turnaround mit mehreren Medikamenten und war die jüngste Global-Brand-Managerin im Unternehmen

Jürgen Thiel, Managing Director bei Intel erhielt 2003 die Auszeichnung ?Karriere des Jahres?. Der Vertriebsprofi baute das Intel-Geschäft in Osteuropa aus dem Nichts auf. In zehn Jahren machte er acht Karriereschritte und war der jüngste Managing Director von Intel weltweit

Karriere des Jahres 2005:


Außerdem:

Karriere des Jahres:
Thorsten Schmidt.
Karriere des Jahres: Kür im kalten Wasser
"So schnell habe ich mir meinen Aufstieg gar nicht vorgestellt", staunt Schmidt, der den Bielefelder Maschinenbauer zunächst für einen verstaubten Old-Economy-Laden gehalten hatte. Über ein Marktforschungsprojekt, das er für das Institut für Anlagen und Systemtechnologien an der Universität Münster leitete, lernte der gebürtige Neusser das Traditionsunternehmen Gildemeister genauer kennen und merkte schnell, dass der 136-jährige Konzern viel weniger mit Öl und Blaumännern zu tun hat als mit Software

2002 stieg Thorsten Schmidt als Vorstandsassistent in Bielefeld ein und bereitete die freundliche Übernahme eines Wettbewerbers vor. Dass der Merger aufgrund veränderter Marktbedingungen dann doch nicht zustande kam, tat der Karriere Schmidts keinen Abbruch. Im Gegenteil: Schmidt bekam so positive Bewertungen, dass Vorstandschef Kapitza ihn nach Charlotte in North Carolina schickte. "Mit 30 Jahren war ich auf einmal Geschäftsführer in einer traditionellen Branche im konservativen Amerika. Da wurde ich schon kritisch beäugt", erinnert sich der promovierte Wirtschaftswissenschaftler, der keine spezielle technische Ausbildung hat. Doch der USA-Erfahrene, der in seiner Schulzeit vier Jahre in New York gelebt hatte, scharte schnell Experten um sich, die ihm das nötige Technikwissen zur Not auch an den Wochenenden vermittelten

"Meine Sicht aufs Unternehmen hat sich als Geschäftsführer nachhaltig geändert. Plötzlich achtet man auf alle Details und auch darauf, wie Mitarbeiter miteinander umgehen", resümiert Thorsten Schmidt. Innerhalb von zwei Jahren schaffte er den Turnaround und machte Charlotte zur profitabelsten Einheit der Gildemeister-Tochter DMG America. Er schuf neue Vertriebs- und Service-Strukturen, unter seiner Leitung entstanden Key Accounts, die sich um global agierende Kunden Gildemeisters kümmern - ein Konzept, das bald auf Europa und Asien übertragen wurde

Schmidt blieb keine Zeit, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Ende 2004 wurde er Hals über Kopf nach Shanghai geschickt. Gildemeister hatte die Bedeutung des asiatischen Marktes erkannt. Damals gingen 52 Prozent aller Werkzeugmaschinen weltweit nach Asien, doch Gildemeister spielte in Fernost so gut wie keine Rolle

Also kauften die Bielefelder ein Werk in China zu, und Thorsten Schmidt war plötzlich mit Fragen wie Technologietransfer und neuen Mentalitäten konfrontiert. "Meine vorherige Asien-Erfahrung war ein viermonatiger Rucksack-Trip durch Thailand", erzählt Schmidt. Doch für interkulturelle Trainings blieb keine Zeit, die Situation in Shanghai war brenzlig. Der 32-jährige Schmidt wurde als CEO DMG Asia wieder ins kalte Wasser geworfen - und schwamm die Kür. In nur zwei Jahren steigerte er das Geschäftsvolumen in Asien um über 50 Prozent. "Der Schritt aus den USA nach Asien war nicht so schwierig wie der Schritt aus Deutschland nach USA", sagt er im Rückblick. Denn die Strukturen der DMG-Auslandsgesellschaften ähneln sich, und der junge Asien-Manager konnte sich auf sein Netzwerk in der Bielefelder Führungsetage verlassen

Nach seinem Erfolgsrezept befragt, verweist Schmidt auf seine Mitarbeiter: "Ich gebe ihnen die Richtung vor und beteilige sie an der Entwicklung. Das ist in Asien noch wichtiger als in Deutschland. Meine erfolgreichen Projekte führe ich vor allem darauf zurück, dass ich Menschen für Teams begeistern kann und ihr Vertrauen gewinne.

Das bestätigt auch sein Mentor Klaus Backhaus von der Universität Münster: Thorsten Schmidt, sagt der Professor, kümmere sich nachhaltig um die Belange seiner Mitarbeiter und sei außerdem in der Lage, sich in kürzester Zeit in die Besonderheiten fremder Kulturen einzuarbeiten. "Er schaffte in den USA und in Asien äußerst schwierige Turnarounds, ohne dabei verbrannte Erde zu hinterlassen", lobt Backhaus. Dass karriere-Preisträger Schmidt stets den menschlichen Faktor im Blick behält, fand Jury-Mitglied Doris Brenner aus dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung besonders bemerkenswert: Schmidt habe "bei aller Professionalität und Zielorientierung nicht seinen Humor verloren und ist Mensch geblieben"

Schmidt und seine deutsche Freundin haben sich dem Tierschutz verschrieben und retten kranke und junge Tiere von den Shanghaier Straßen, ein gutes Dutzend haben die beiden bereits an Tierfreunde in China vermittelt, zurzeit päppeln sie fünf Katzen und einen Hund in ihrem Haus auf. Auch das honorierten die Juroren des Karrierepreises. Ab Januar 2007 wird Schmidt sich wieder an westfälische Mentalität gewöhnen müssen. Die ersten Koffer im Townhouse des Französischen Viertels in der Nähe der geschäftigen Huaihai Straße sind gepackt

Eine Wohnung in Shanghai wird er behalten, denn Asien bleibt ein wichtiger Markt für den Gildemeister-Vertriebsvorstand. Nach seinen Plänen befragt, zuckt der freundliche 34-Jährige mit den Schultern: "Mein Karrierepfad war bisher sicherlich steil und sehr ungewöhnlich. Daher bin ich offen für alles, was kommt, und nehme jede Herausforderung an

Karriere des Jahres im Mittelstand:
Andera Gadeib.
Karriere des Jahres im Mittelstand: Gegensätze vereinen
Andera Gadeib sprudelt vor Ideen. Geht nicht, gibt's nicht für die 36-Jährige. Sie findet immer einen Weg - schon als Studentin an der RWTH Aachen, in Maastricht und in den USA mit ihrer eigentlich unmöglichen Fächerkombination Wirtschaftsinformatik und Marketing. Dann als Unternehmensgründerin im männerdominierten Technologieumfeld. Schließlich als Mutter zweier Kleinkinder und CEO

Die Gewinnerin der "Karriere des Jahres im Mittelstand 2006" bringt scheinbar Unvereinbares zusammen, sieht neue Chancen, wo andere Gegensätze erblicken, fühlt sich als Halbsyrerin mit USA-Faible in vielen Kulturen zu Hause. Und lässt sich überall inspirieren. "Die besten Ideen kommen mir, wenn ich Vorträge höre, die nichts mit der Arbeit zu tun haben", sagt sie. Gadeib hat nicht nur prägende Erfahrungen zu Urzeiten des Internets gesammelt, als sie einen der ersten kommerziellen Webserver Deutschlands programmierte. Sie hat auch ein untrügliches Gespür dafür, was am Markt ankommt. Vor sieben Jahren gründete sie das Online- Marktforschungsunternehmen Dialego und führte innovative Marktforschungsmethoden im Internet ein. Heute liest sich die Referenzliste ihres Unternehmens wie eine Aufzählung wertvoller Marken quer durch alle Branchen: DaimlerChrysler, IDG, Bahlsen, Lever Fabergé, Microsoft, Nestlé Schöller

Bei Dialego rotieren die Cornflakes-Packungen online, Verbraucher greifen im Internet- Supermarkt im virtuellen Regal nach Ketchup-Flaschen. Damit steht das Unternehmen in Konkurrenz zu Branchengrößen wie der Gesellschaft für Konsumforschung GfK, mit dem entscheidenden Vorteil, klein, fokussiert und blitzschnell zu sein

Mit ihren Kunden entwickeln die Aachener neue Marktforschungsmethoden. Seit drei Jahren schreibt Dialego schwarze Zahlen, die 30 Mitarbeiter profitieren vom betriebseigenen Kindergarten. Andera Gadeib ist das längst nicht genug: Eben hat sie mit einem Wettbewerberein Unternehmen gegründet, das Adressen für Online-Befragungen vermittelt. Die Tochterfirma in den USA soll ans Laufen gebracht werden. Über weiteren Ideen brütet sie mit ihrem Mann, einem Lehrer. Nebenbei schreibt Gadeib an ihrer Doktorarbeit. "Ich bin ein 20-80-Mensch. Ich stoße Dinge an, erledige die ersten 20 Prozent. Mein Team führt sie fort. Ich bin perfektionistisch, ehrgeizig, unbeschwert und anstrengend", beschreibt Andera Gadeib sich selbst

Ihr Mentor und Beiratsvorsitzender Professor Klaus Steilmann rühmt ihren "professionellen Führungsstil, ihre Organisationsfähigkeit und ihr Sozialverhalten". Für die 36-Jährige, die ihr Chef-Verhalten als kooperativ und nur selten direktiv beschreibt, ist das Leben von Werten sehr wichtig. Die 90.000 Panelmitglieder von Dialego sammeln bei jeder Befragung Punkte, die sie gegen Prämien einlösen - oder spenden können: für eine Schule in Kamerun sowie für zwei Patenkinder in Nicaragua und Indien. "Wir motivieren die Leute, etwas Gutes zu tun, und vermitteln Werte", sagt Gadeib. "Das macht mich zufrieden.

Junge Karriere des Jahres:
karriere-Chefredakteur Jörn
Hüsgen gratuliert Ulrike Spang.
Junge Karriere des Jahres: Immer einen Schritt schneller
Ulrike Spang denkt schnell, spricht schnell und packt fix mit an, wenn eine Palette ausgeräumt werden muss. Immer einen Schritt voraus, durchsetzungsstark, aber stets sympathisch - so beschreiben ihre Angestellten die Gewinnerin "Junge Karriere 2006" und bescherten Spang das beste Ergebnis bei der deutschlandweiten Ikea-Mitarbeiterbefragung

Die Ein-Meter-sechzig-Frau ist Chefin der Ikea-Niederlassung in Braunschweig, mit 28 Jahren die jüngste Filialleiterin des Möbelkonzerns weltweit und kennt inzwischen 2.000 Mitarbeiter mit Namen. Was ich anpacke, mache ich mit Herzblut", sagt die Berlinerin. Spangs Karriere passt in kein Schema: Die Schule verlässt sie mit 16 Jahren mit der Mittleren Reife, bei Sport Voßwinkel macht sie eine Lehre als Einzelhandelskauffrau, bald ist sie Filialleiterin, Bezirksfilialleiterin und schließlich Bereichsleiterin für sechs Bundesländer, wird zum Bindeglied zwischen Geschäftsleitung und Zentrale.

Sie boxt sich durch als einzige - sehr junge - Frau unter Männern, kann Geschäftserfolge vorweisen, hat immer einen guten Draht zu den Mitarbeitern, bringt alle Teams auf ihre Seite. "Der Job als Bereichsleiterin war eigentlich wieder mal zwei Schuhnummern zu groß für mich, aber ich bin da reingewachsen", erinnert sich Spang. Sie entschließt sich zum Managementstudium an der Fernuniversität in Hagen, um die tägliche Führungserfahrung mit Theorie zu untermauern, paukt am Abend nach ihrem Zwölf-Stunden-Job und schickt ihre Studienarbeiten ein

Als ein Headhunter anruft, fackelt die begeisterte Ikea-Kundin nicht lange und wechselt zum schwedischen Möbelhaus. Zweieinhalb Jahre arbeitet sie als Deputy Einrichtungshaus-Chefin in Düsseldorf, Ludwigsburg und Wallau, bevor sie im Februar 2006 die Filialleitung in Braunschweig übernimmt. Bei Ikea gibt es inzwischen viele Frauen in Führungspositionen - schließlich sind 70 Prozent der Kunden weiblich -, doch mit ihrem Alter fällt Spang weiter aus der Reihe: Ihr Vorgänger, ein Vater von drei Kindern, war 45

Mit ihrem Partner, einem Frankfurter Banker, führt sie eine Wochenendbeziehung. Die beiden sind viel gemeinsam auf Reisen. Manchmal, sagt sie nachdenklich, frage sie sich, warum sie eigentlich immer mehr kämpfen müsse, als all die anderen. Wenn sie Misserfolge erlebt, zieht sie sich zurück, denkt nach, redet viel mit ihren Freunden und ihrer Familie, bis der "typische Ulrike-Optimismus" wieder durchbricht. Was nie lange dauert. Dann schaut die Querdenkerin wieder über den Tellerrand, entdeckt Möglichkeiten, wo andere nur Steine sehen. Konkrete Zukunftspläne hat sie nicht, Ikea biete "fantastische Perspektiven", eine davon wäre ein Job im Ausland

Nur eins weiß die quirlige Frau genau: "Mein Heimatfeld ist der Verkauf. Wenn wir morgens eine Palette hinstellen und sie abends leer ist, ist das ein fantastisches Gefühl. Da sehe ich jeden Tag meinen Erfolg.

Der Preis
Wer im Jahr 2006 Karriere macht, ist schnell, flexibel, international, denkt unternehmerisch und immer über den Tellerrand hinaus. Zum vierten Mal vergibt karriere den Preis "Karriere des Jahres" an Führungskräfte unter 40 Jahren, die diese Anforderungen erfüllen. Die Top-25-Karrieren sind kein Ranking.

Wer in den Kreis aufgenommen wird, gehört zu den herausragenden Nachwuchsmanagern Deutschlands. Um die Auszeichnung können sich die Kandidaten nicht selbst bewerben, sie müssen vorgeschlagen werden. Die Mentoren - Geschäftsführer, Vorstände und Professoren - bürgen mit ihrem Namen für die Qualität der Nachwuchsmanager, die aus allen Branchen und Organisationen unterschiedlichster Größenordnung kommen

Die Jury, bestehend aus der karriere-Chefredaktion und dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung e.V., hat die gut 100 Kandidaten in der Endauswahl nach folgenden Kriterien bewertet: rascher Aufstieg, beruflicher Erfolg, vorbildliches Führungsverhalten, verantwortliches Handeln. karriere gibt den Top 25 aller Jahrgänge die Möglichkeit, untereinander im Alumni-Netzwerk wertvolle Kontakte zu pflegen

Am 24. Oktober feierte karriere mit Mentoren, Alumni, ausgewählten Lesern und den Sponsoren des Medienpreises KarstadtQuelle, DaimlerChrysler, Metro, MLP und Vodafone die besten 25 Karrieren des Jahres bei einem festlichen Dinner im Wintergarten des KaDeWe in Berlin.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.03.2006