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Gier ist ungeil

Schluss mit der Prasserei. Die Rezession erreicht die Vorstände. Zumindest einige. Gehaltssprünge von 90 Prozent, wie zuletzt unter Ron Sommer geschehen, will der neue Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke nicht länger dulden. Und legt gleich seine eigenen Bezüge offen: 1,25 Millionen Euro Grundgehalt bekommt der 41-Jährige - sein Vorgänger hatte bei seinem Abgang das Zehnfache eingestrichen. Mehr als das Basis-Salär gibt's künftig nur, wenn die Leistung stimmt, verspricht Ricke. Seinen 3.300 Führungskräften verordnete er eine Nullrunde.Sparen wird Mode an den Konzernspitzen: Acht DAX-30-Unternehmen haben ihre Vorstände reduziert, und von den 13, die personell unverändert blieben, haben drei die Bezüge gesenkt. Die neue Bescheidenheit treibt aber auch seltsame Blüten: Die Deutsche Bank halbiert den Vorstand und leistet sich mit Josef Ackermann (6,9 Millionen Euro) zugleich den teuersten Vorsitzenden. Bertelsmann halbiert die Vorstandsgehälter von 63,9 auf 26,8 Millionen - trotzdem erhält jeder einzelne "Bertels-Kopf" über den Daumen mehr als der Durchschnitt aller DAX-30-Vorstände, der knapp über 1,6 Millionen Euro liegt. Da schlummert noch reichlich Sparpotenzial.

Die besten Jobs von allen

Dieser Artikel ist erschienen am 30.05.2003