Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Geschichte: A bis Zett

Fakten zu Arbeitsmarkt, Einsatzgebieten, Gehalt, Inhalten und Zulassungsbeschränkungen.
Arbeitsmarkt
Laut Schätzungen des Berufsverbands sind derzeit rund 22.000 Historiker mit den Abschlüssen Magister (Geschichte nur als Hauptfach) und Diplom berufstätig. Offizielle Zahlen existieren nicht. Bemerkenswert sind das relativ niedrige Durchschnittsalter der Berufstätigen, der große Frauenanteil und die hohe Quote der Teilzeit beschäftigten Historiker. Bei den Arbeitsämtern waren zuletzt 2.500 Geschichtswissenschaftler ohne Job gemeldet. Dem standen 23 Stellenangebote gegenüber. Viele Institutionen wie Hochschulen und Landesmuseen schalten die Arbeitsämter bei der Suche nach Historikern allerdings nicht ein. Außerdem gibt es nur selten explizite Stellenangebote für Historiker.

Einsatzgebiete
Knapp 3.000 Historiker arbeiten in Hochschulen, Museen, Archiven und Bibliotheken; einige wenige davon sind in außeruniversitären Forschungseinrichtungen beschäftigt. Ihre typischen Tätigkeiten sind hier die Quellenanalyse, Textrekonstruktion und -interpretation. Das Gros der Historiker arbeitet im kulturellen Bereich, dem Bildungssektor (Erwachsenen- und politische Bildung) und den Medien. Auch in anderen - eher fachfremden - Branchen nimmt die Zahl der Historiker zu, beispielsweise in Unternehmensberatungen. Zwei Drittel der erwerbstätigen Geschichtswissenschaftler geben entsprechend folgende Tätigkeitsschwerpunkte an: lehren, ausbilden, publizieren und beraten. Erfahrungsgemäß gelingt es Historikern, sich erfolgreich an die Gegebenheiten des Arbeitsmarktes anzupassen.

Die besten Jobs von allen


Gehalt
Auf Grund der sehr unterschiedlichen Tätigkeitsfelder sind Einkommensangaben nur schwer möglich. Dies trifft besonders auf die Anfangsgehälter zu: Es gibt eine große Bandbreite an Einstiegspositionen. Zwei Beispiele: In Museen und Archiven absolvieren Hochschulabsolventen in der Regel einen zweijährigen Vorbereitungsdienst. Das monatliche Bruttogehalt beträgt hier 1.800 Mark. Nach diesen zwei Jahren erhöht es sich auf durchschnittlich 5.600 Mark brutto im Monat. Dies entspricht ungefähr dem Einkommen eines Historikers, der bei einer Unternehmensberatung als Junior startet.

Studium
In den ersten vier Semestern wird das historische Grundwissen vermittelt, das heißt ein Überblick über die verschiedenen Epochen, historischen Sachdisziplinen und Methoden. Je nach persönlicher Neigung und Berufsziel können Geschichtsstudenten im Hauptstudium ihre Schwerpunkte wählen. Zu den chronologisch differenzierten Teilgebieten der Geschichte zählen: Vor- und Frühgeschichte, Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte, Frühzeitliche Geschichte, Neue Geschichte und Zeitgeschichte.

Regional werden Deutsche Geschichte, Ost-, West- und Außereuropäische Geschichte sowie Nordamerikanische Geschichte unterschieden. Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Geistes- und Religionsgeschichte, Rechts- und Verfassungsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte etc. sind die systematischen Teildisziplinen. Hinzu kommen die Didaktik der Geschichte (Geschichtsbewusstsein, Geschichtsvermittlung) sowie die historischen Hilfswissenschaften (zum Beispiel Editionstechnik).

Im Magisterstudiengang ist neben der Geschichtswissenschaft ein zweites Hauptfach - alternativ: zwei weitere Nebenfächer - aus den Geistes- und Sozialwissenschaften zu wählen. Geschichte kann auch als Nebenfach studiert werden. Spätestens zur Zwischenprüfung sind Latinum, Kenntnisse in Englisch sowie einer weiteren Fremdsprache nachzuweisen. Die Regelstudienzeit beträgt neun, die durchschnittliche Studiendauer 13,1 Semester

Neben dem Magisterabschluss bieten einige Universitäten auch den Diplom- sowie Bachelor-/Masterabschluss an.

Ein Fernstudium Geschichte ist an der Fern-Uni Hagen möglich.
Geschichte kann auch in den Lehramtsstudiengängen gewählt werden.

Zulassungsbeschränkungen
Geschichte kann ausschließlich an Universitäten studiert werden. Nur an einer Hand voll Hochschulen gibt es zurzeit Zulassungsbeschränkungen. Im Magisterstudium wird allerdings für jedes Fach separat zugelassen: Das gewünschte zweite Hauptfach oder die gewählten Nebenfächer können also hochschulintern mit einem Numerus clausus belegt sein. Angehende Geschichtsstudenten sollten sich darüber rechtzeitig bei der Wunschhochschule informieren. Das Geschichtsstudium beginnt überall sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester.
Dieser Artikel ist erschienen am 24.01.2002