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Genialer Erfinder, erfolgreicher Geschäftsmann

Dominik Schöneberg
Die meisten Menschen halten Thomas Alva Edison für den Erfinder der Glühlampe. In Wahrheit hat er das elektrische Licht nicht als erster zum Leuchten gebracht. Dafür entwickelte er zum Beispiel die Schreibmaschine oder den ersten Audio-Recorder. Obwohl er nie eine Universität besuchte, ist er wohl einer der größten Erfinder aller Zeiten.
Zwei Minuten herrschte fast vollkommene Dunkelheit in den USA: Als Thomas Alva Edison im Jahr 1931 starb, löschten die Amerikaner zu Ehren des Erfinders alle elektrischen Lampen. Bis heute gilt der Amerikaner als Entwickler der Glühlampe. Tatsächlich hatte der Deutsche Heinrich Göbel schon 14 Jahre bevor Edison seine Entwicklung patentieren ließ, eine funktionierende Lampe entwickelt. Edison war es aber, der die Idee in ein marktreifes Produkt umwandelte und zum Verkaufsschlager machte.

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Er war zwar ein genialer Erfinder aber im Gegensatz etwa zu Göbel ein ebenso talentierter Geschäftsmann: "Ich habe genug Ideen, um die Bank von England auszuheben", soll er gesagt haben. Edison, dessen Leben mehrfach verfilmt wurde, ist bis heute ein amerikanisches Idol geblieben. Seine Popularität verdankt er vor allem seiner Biographie, die den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär wahr werden ließ.

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Edison wurde 1847 als Sohn einer Lehrerin und eines Lebensmittelhändlers geboren. Schon im Alter von zwölf Jahren musste er seinen Lebensunterhalt selber verdienen, indem er in Fernzügen Süßigkeiten und Zeitungen verkaufte. Schon zu dieser Zeit bewies er seine Geschäftstüchtigkeit: In einem Gepäckwagen druckte er eine eigene Zeitung und verkaufte sie gewinnbringend.

Erste Erfindung war ein Flopp

Mit 21 Jahren ließ er seine erste Erfindung, einen elektrischen Stimmenzähler für Wahlen und Abstimmungen patentieren. Enttäuscht musste er aber feststellen, dass sich niemand für seine Erfindung interessierte. Das war Edison eine Lehre: "Ich stelle fest, was die Welt braucht, und dann gehe ich hin und versuche es zu erfinden", lautete fortan sein Leitspruch. Seine ersten Erfindungen auf dem Gebiet der Telegrafie machten ihn schnell finanziell unabhängig.

Edison hat nie an einer Hochschule studiert. Da sein theoretisches Wissen daher sehr lückenhaft war, scharte er nun ein Team von Fachleuten um sich, die ihn bei der Umsetzung seiner Ideen unterstützen. Interdisziplinäre Teams von Physikern, Chemikern und Mechanikern entwickelten fortan unter der Leitung von Edison Erfindung um Erfindung.

1876 eröffnete Edison in Menlo Park in New Jersey ein eigenes Forschungslabor. Während bis dahin vor allem an den amerikanischen Hochschulen geforscht wurde, war Menlo Park die erste industrielle Forschungseinrichtung in den USA. 1887 zog Edison mit seinen inzwischen 90 Mitarbeitern nach West Orange um. Die neue Denkfabrik war zu diesem Zeitpunkt die größte private Forschungseinrichtung der Welt

Edison erwarb über 1000 Patente vom elektrischen Stuhl bis zum Fertighaus

Insgesamt ließ Edison in seinem Leben über 1000 Erfindungen patentieren: Darunter waren die Schreibmaschine, der elektrische Stuhl, das Fertighaus und der Phonograph, das erste Gerät, mit dem man Töne aufnehmen und abspielen konnte. Viele der Entwicklungen von Edison sind nicht allein ihm und seinen Mitarbeitern zu verdanken. Oft trug Edison aber entscheidende Verbesserungen bei, zum Beispiel auch zum Telefon. Edisons größte Stärke war seine Beharrlichkeit: Hatte er eine Idee im Kopf, experimentierte er solange, bis er sie umgesetzt hatte. "Erfinden ist zu 99 Prozent Transpiration und zu einem Prozent Inspiration", sagte er. Thomas Alva Edison starb am 18. Oktober 1931 in West Orange

Weiterführende Links:

Wer in den Briefen oder Notizbüchern des Thomas Alva Edison schmökern möchte, kann das im Netz: Die "Edison Papers" sind eine Sammlung von über 180.000 digitalisierten Originaldokumenten von Edison oder seinen Mitarbeitern: http://edison.rutgers.edu/

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Dieser Artikel ist erschienen am 11.08.2004