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Geld von Chef und Staat

Winfried Rauter
Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben und das erste Gehalt schon bald auf dem Konto. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken, ob man nicht regelmäßig ein paar Euro zurücklegen sollte. Das geht am besten mit Vermögenswirksamen Leistungen (VL). Denn dann beteiligt sich der Chef am Vermögensaufbau und Vater Staat legt innerhalb festgelegter Einkommensgrenzen noch etwas dazu.
Zusätzlich zum Gehalt zahlen viele Arbeitgeber einen Betrag zur Anlage in VL. Solche Zulagen sind zwar freiwillig, werden aber oft durch Tarifverträge geregelt. Üblich sind monatliche Beträge von 30 bis 40 Euro. Allerdings wird das Geld nicht aufs Gehaltskonto überwiesen, sondern muss in eine für diese Sparform geeignete Anlagevariante fließen. Aber auch ohne VL-Zahlungen vom Chef, lohnt sich der Abschluss eines entsprechenden Vertrages. Wenn das zu versteuernde Einkommen des Sparers 17.900 Euro (Ehepaare 35.800 Euro) nicht übersteigt, hat er bei bestimmten Anlageformen nämlich Anspruch auf die staatliche Arbeitnehmersparzulage. Die sichert er sich zum Beispiel, wenn er seine VL-Zahlungen in einen Bausparvertrag oder einen Aktienfonds-Sparplan einzahlt.

Beim Bausparvertrag beträgt der Zuschuss 10 Prozent der Sparsumme, maximal 48 Euro im Jahr. Außerdem hat der Bausparer für zusätzliche Sparleistungen aus eigenen Mitteln Anrecht auf die so genannte Wohnungsbauprämie. Das sind ebenfalls 10 Prozent. Fließen die VL in einen Aktienfonds, spendiert der Staat 20 Prozent (in den neuen Bundesländern 25 Prozent), maximal 81,60 Euro (102 Euro in den neuen Bundesländern). Wer mit Fonds die volle Förderung erhalten will, muss 408 Euro pro Jahr anlegen

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Clevere VL-Sparer kombinieren beide Anlageformen: Bei Abschluss eines Bausparvertrages und eines Fondssparplans können sie für eine jährliche Sparsumme von 888 Euro Zuschüsse kassieren

Allerdings stellt der Staat Bedingungen: Weil der langfristige Vermögensaufbau gefördert werden soll, wird die Arbeitnehmersparzulage nur dann gezahlt, wenn der VL-Vertrag über einen Zeitraum von sechs Jahren bespart und nach sieben Jahren ausgezahlt wird. Außerdem müssen die Einzahlungen auf den VL-Vertrag direkt durch den Arbeitgeber erfolgen.

Und so funktioniert's:
Der Arbeitnehmer schließt bei seinem Geldinstitut einen oder mehrere VL-Sparverträge ab. Diese leitet er an seinen Arbeitgeber weiter, der die Sparsumme einzahlt. Von nun an muss der VL-Sparer jährlich beim Finanzamt einen Antrag auf die Arbeitnehmersparzulage stellen. Nach Ablauf von sieben Jahren kann der Arbeitnehmer über Sparguthaben und Zulage frei verfügen.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.08.2002