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Gekonnt kontern

Text: Britta Domke, Illustrationen: Sabine Kobel
Ihre Abi-Noten sind ja nicht so berauschend. Was sind Sie - faul oder dumm? Warum haben Sie Ihre Ausbildung abgebrochen? Herzklopfen, Schweißfinger, Lampenfieber: Ein Vorstellungsgespräch ist Riesen-Stress für Bewerber. Dabei geht's auch lockerer: Mit unseren Tipps seid ihr auf die häufigsten Fragen vorbereitet.
Erzählen Sie mal was über sich.
Eine gern gestellte Frage zum Start des Gesprächs. Dem Interviewer geht es darum, euch als Persönlichkeit kennen zu lernen. Deshalb bringt es nichts, euren Lebenslauf herunterzubeten, der bei Abiturienten ja ohnehin recht kurz ist. Erzählt lieber, warum ihr Euch für diese Ausbildung/dieses Praktikum entschieden habt, an welchen Tätigkeiten ihr besonderen Spaß habt und was eure Berufsziele sind. Ihr kommt gut rüber,? wenn ihr selbstbewusst und zielstrebig wirkt, genau wisst, was ihr wollt, und eine positive Einstellung zum Arbeitsleben ausstrahlt


Was Personaler nervt: Standards, Fehler, Langeweiler


Ihre Abi-Noten sind ja nicht so berauschend. Was sind Sie - faul oder dumm?
Bloß nicht provozieren lassen! Mit Stressfragen wie dieser prüft das Unternehmen, wie ihr mit Druck und schwierigen Situationen umgeht. Antwortet ganz ruhig und liefert dem Personaler eine Erklärung, die eben nicht auf Faul- oder Dummheit schließen lässt.
  • "Kurz vor meinem Abitur hatten wir einen Todesfall in der Familie. Das hat mich etwas aus der Bahn geworfen."
  • "Normalerweise bin ich gut in der Schule, wie Sie an meinen Vornoten sehen. Dass das Abi nicht gut lief, ärgert mich selbst am meisten."
  • "Ich war während der Abi-Zeit in einer ziemlichen Null-Bock-Phase. Inzwischen ist mir klar, dass ich mir damit selbst geschadet habe. Das passiert mir sicher nicht wieder."

    Die besten Jobs von allen


    In Ihrem Lebenslauf steht, dass Sie nach dem Abitur für ein halbes Jahr in Australien waren. Was haben Sie denn da so gemacht?
    Kommt jetzt besser nicht mit der "Sprachaufenthalt und Praktika"-Masche, wenn ihr nur mit Freunden am Bondi Beach abgehangen habt. Nach dem Abi eine Auszeit zu nehmen, ist durchaus okay. Personaler finden es viel schlimmer, wenn ihr einen langen Urlaub zum Sprachtraining aufrüscht.
  • "Ich bin viel herumgereist, habe in Backpacker-Hotels gewohnt und dabei Leute aus aller Welt kennen gelernt. Das hat meinen Englischkenntnissen einen echten Schub gegeben.

    Warum haben Sie Ihre Ausbildung abgebrochen?
    Ein ganz heikler Punkt. Der Interviewer möchte wissen, ob ihr auch im neuen Job gleich die Flinte ins Korn werft, wenn es Schwierigkeiten gibt. Ihr müsst ihn überzeugen, dass so etwas nie wieder vorkommen wird. Ganz wichtig: keine persönlichen Vorwürfe à la "Der Meister war ein Arschloch und hatte mich die ganze Zeit auf dem Kieker". Und auch keine Erklärungen, die auf schlechte Arbeitsmoral schließen lassen, etwa: "Arbeitsbeginn war immer um 6.30 Uhr - um die Zeit komme ich einfach nicht aus dem Bett."
  • "Ich habe erkannt, dass ich mich bei der Berufswahl von falschen Ratgebern habe leiten lassen statt von meinen eigenen Interessen. Den Fehler habe ich mit dem Abbruch korrigiert. Jetzt habe ich mein Ziel klar vor Augen."
  • "Ich war noch ein bisschen unreif, als ich damals die Ausbildung angefangen habe. Inzwischen weiß ich, dass es zum Erwachsensein dazugehört, Unangenehmes auch mal durchzustehen statt gleich davonzulaufen." Sie erwähnen in Ihrem Lebenslauf, dass Sie gerne tauchen. Welches Tauchrevier würden Sie mir denn empfehlen?
    Achtung, Testfrage! Manche Bewerber geben im Lebenslauf schicke Hobbys oder ein angebliches soziales Engagement an, nur weil es so toll klingt. Personaler überprüfen das gerne mal. Wenn ihr da ins Stottern kommt, ist das hochgradig peinlich. Also bitte in der Bewerbung nur das nennen, womit Ihr euch wirklich auskennt.

    Was wissen Sie über unser Unternehmen?
    Ihr habt euch selbstverständlich gründlich über die Firma informiert. Dazu gehört, die Homepage rauf und runter zu kennen, im Internet nach (Zeitungs-) Artikeln zu suchen und Fachpublikationen zu wälzen. Wenn möglich, schaut vorher schon mal bei dem Unternehmen vorbei und macht euch mit den Produkten vertraut. Vielleicht könnt ihr euch auch von der Personal- oder Presseabteilung eine Imagebroschüre zuschicken lassen. Diese Infos solltet ihr parat haben: Produkte/Dienstleistungen, die das Unternehmen herstellt/anbietet; Zahl der Mitarbeiter; Zahl der Standorte in Deutschland und weltweit; Marktposition; geplante Entwicklung, welches sind die nächsten Projekte?

    Wie stellen Sie sich die Arbeit eines Fotografen/Informatik-Kaufmanns denn so vor?
    Der Personaler will mit dieser Frage abklopfen, ob ihr realistische Vorstellungen von eurem Wunschberuf habt. Hier zahlt sich die stundenlange Vorbereitung aus, denn jetzt dürft ihr euer Wissen auspacken. Peinlich wird's nur, wenn ihr planlos herumstottert, "Ja, also, da verkaufe ich doch Software und Games und so? ...". Besser klingt das hier:
  • "Unser Nachbar ist selbstständiger Fotograf und hat mir schon viel über sein Atelier erzählt. Ich weiß deshalb, dass sich mit freier Fotografie nur wenig Geld verdienen lässt. Den Löwenanteil der Arbeit machen Porträts aus, etwa für Bewerbungen und Hochzeiten. Aber gerade das stelle ich mir sehr spannend vor." Warum möchten Sie gerade bei uns Ihre Ausbildung/Ein PRaktikum machen? Hier möchte der Frager wissen, ob ihr euch gezielt oder eher zufällig bei dem Unternehmen beworben habt. Je klarer ihr eure Wahl begründen könnt, desto besser. Beschränkt euch auf fachliche Gründe. Also nicht: "Ich wohne direkt um die Ecke, das ist einfach praktisch."
  • "Ein Freund von mir arbeitet bei Ihnen im Marketing und hat mir schon viel von der guten Ausbildung in Ihrem Hause vorgeschwärmt. Wie ich gehört habe, dürfen die Azubis bei Ihnen sogar alleine eine Filiale leiten. Das finde ich Klasse, denn ich möchte zeigen, dass ich Verantwortung übernehmen kann."
  • "Ich habe mir die Homepages vieler Werbeagenturen angeschaut. Aber nirgends waren die Infos für angehende Azubis so liebevoll gestaltet wie bei Ihnen. Das gibt mir das Gefühl, dass die Ausbildung in Ihrem Haus einen hohen Stellenwert hat.

    Haben Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben?
    Klar habt ihr das. Ihr seid schließlich engagierte und realistische Bewerber, die nicht nur auf ein Pferd setzen. Aber eine Antwort wie "Natürlich, ich hab' mich die Gelben Seiten rauf und runter beworben" erfreut den Personaler nicht gerade. Das signalisiert, dass es euch völlig wurscht ist, wo ihr anfangt. Ihr könnt ruhig sagen, dass ihr noch weitere Bewerbungen laufen habt. Aber gebt dem Personaler das Gefühl, dass sein Unternehmen sorgfältig ausgesucht ist - und eigentlich euer Favorit.
  • "Ja, natürlich. Aber mir ist es wichtig, meine Ausbildung nicht in irgendeinem Hotel zu machen. Deshalb habe ich mich nur in solchen Häusern beworben, die vom deutschen Wellness-Verband zertifiziert sind."
  • "Ich wäre naiv, wenn ich das nicht täte. Aber wie alle Azubis möchte ich am liebsten beim Marktführer anfangen - und das ist nun mal Ihr Unternehmen."

    Was sind Ihre Stärken?
    Erstaunlicherweise geraten viele Bewerber bei dieser Frage ins Stottern. Aber wenn jemand selbst nicht weiß, was er gut kann, wie soll es dann ein Personalchef erahnen? Dabei ist eine geschickte Antwort gar nicht schwer: Zählt Stärken auf, die für die Ausbildung oder das Praktikum wichtig sind. Fachliche Spezialitäten, zum Beispiel ein sicherer Umgang mit Programmiersprachen, gehören in die Antwort ebenso hinein wie persönliche Stärken, etwa besondere Zuverlässigkeit. Wichtig: Nicht einfach nur etwas behaupten wie "Ich bin teamfähig, flexibel, kreativ? ...", sondern es mit einem konkreten Beispiel belegen. Personaler wollen Geschichten hören, keine ausgelutschten Standard-Phrasen.
  • "Ich gehöre zu den Menschen, die sich nicht mit der erstbesten Lösung abfinden. Ich liebe es, so lange zu tüfteln und auszuprobieren, bis ich das optimale Ergebnis gefunden habe. In meinem letzten Praktikum bei einer Multimedia-Agentur durfte ich zum Beispiel? ..."
  • Bei Bewerbern für einen Pflegeberuf: "Angeblich habe ich eine besondere Gabe im Umgang mit behinderten Menschen. Das hat mir die Pflegedienstleiterin während meines Zivildienstes immer wieder bestätigt."

    Was sind Ihre Schwächen?
    Natürlich sollt ihr im Vorstellungsgespräch bei der Wahrheit bleiben. Aber es muss ja nicht die ganze Wahrheit sein. Also bitte nicht arglos ausplaudern, dass ihr notorisch unpünktlich seid oder gar nicht leiden könnt, wenn euch jemand Anweisungen gibt oder kritisiert. Überlegt euch eine kleine Schwäche, die für eure zukünftige Arbeit nicht so bedeutend ist. Noch besser: Erzählt, wie ihr eure Schwäche in den Griff bekommen wollt. Immer wieder empfohlen, aber alles andere als sinnvoll: Pseudo-Schwächen wie "Ungeduld" oder "Perfektionismus" nennen. Der Trick ist so alt, dass Personaler nur noch genervt die Augen verdrehen.
  • Bei Bewerbern für einen kreativen/kaufmännischen Beruf: "Ich muss gestehen, dass ich mit Naturwissenschaften nie so viel anfangen konnte. Chemische Experimente sind bei mir immer schief gegangen."
  • "Ich weiß, dass ich meine Englischkenntnisse verbessern muss. Deshalb besuche ich seit einem halben Jahr einen Konversationskurs. Und die Sommerferien nutze ich für ein Praktikum bei einem Londoner Tourismusbüro." Arbeiten Sie lieber alleine oder im Team?
    Dies ist eine Fangfrage, denn ohne Teamarbeit geht heute gar nichts mehr. Wer ohnehin gerne mit anderen zusammenarbeitet, ist fein raus. Einzelkämpfer sollten sich besser eine diplomatische Antwort zurechtlegen.
  • "Ich bin selbstständiges Arbeiten gewohnt. Aber wenn wir in Arbeitsgruppen geforscht haben, war es mir immer wichtig, den Teamerfolg im Auge zu behalten."
  • "Ich arbeite sehr gerne mit anderen zusammen - dabei entstehen schließlich die besten Ideen. Zum Beispiel habe ich im letzten Jahr mit französischen Austauschschülern ein Musical auf die Beine gestellt. Das hat riesigen Spaß gemacht. Wenn es nötig ist, kann ich ein Projekt aber auch alleine stemmen.

    Würden Sie für uns auch umziehen/reisen?
    Wenn ihr für ein bundesweit oder international tätiges Unternehmen arbeiten wollt, könnte diese Frage auf euch zukommen. Macht euch vorher Gedanken, ob ein Umzug generell in Frage kommt. Gerade von Berufsanfängern wird erwartet, dass sie räumlich flexibel sind. Seid ihr das nicht, sinken Eure Chancen.
  • "Ja, ich fände es toll, verschiedene Standorte der XY AG kennen zu lernen. Wie ich gehört habe, bauen Sie derzeit eine neue Niederlassung in Jena auf. Dürfen Ihre Auszubildenden auch dort hineinschnuppern? Die Stadt würde mich sehr reizen."
  • "Es würde mir zwar schwer fallen, Köln zu verlassen. Aber mir ist klar, dass regelmäßige Versetzungen zu Ihrer Unternehmensphilosophie gehören. Ich habe mir das gut überlegt und bin sicher, dass ich damit umgehen kann." Möchten Sie Kinder?
    Männer können diese Frage überspringen, denn sie wird ihnen sicher nie gestellt. Frauen ab Anfang, Mitte 20 dagegen wird jedoch immer mal wieder unterstellt, sie seien potenzielle Mütter und damit nicht mehr flexibel einsetzbar. Aber keine Sorge: Diese Frage ist in Vorstellungsgesprächen nicht erlaubt. Deshalb dürft ihr bei dieser Frage lügen, dass die Balken krachen. Nur glaubhaft muss es klingen.
  • "Ich mag Kinder, aber eigene möchte ich nicht. Meine Schwester hat drei, da bin ich lieber Tante."
  • "Das Thema stellt sich für mich nicht. Ich bin Single, und für mich stehen erstmal Ausbildung und Berufseinstieg im Vordergrund."

    Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
    Hier könnt ihr zeigen, dass ihr ehrgeizig seid und euch weiterentwickeln wollt. Aber bitte nicht übertreiben. Die Antwort "auf Ihrem Stuhl" kommt naturgemäß beim potenziellen Arbeitgeber nicht so gut.
  • "In fünf Jahren werde ich meine Ausbildung beendet haben und schon seit einigen Jahren als Veranstaltungskauffrau arbeiten. Gerne würde ich dann mein eigenes Team leiten. Und ich kann mir gut vorstellen, nebenberuflich noch ein Studium anzufangen."
  • "Das kann ich jetzt noch nicht genau sagen. Für Azubis gibt es in Ihrem Unternehmen so viele spannende Angebote; die möchte ich erst einmal kennen lernen, bevor ich mich entscheide. Aber ich weiß schon jetzt, dass ich in fünf Jahren sicher immer noch lernen und mich weiterbilden werde."

    Warum sollten wir gerade Sie einstellen?
    Klingt ziemlich aggressiv, ist aber nicht so gemeint. Denn genau diese Frage treibt den Personaler um. Schließlich sucht er den optimalen Kandidaten für die Stelle. Jetzt kommt es auf euer Selbstbewusstsein an und auf die Fähigkeit, in wenigen Worten zusammenzufassen, was für Euch spricht.
    Aber bitte nicht antworten: "Weil ich der Beste bin." Das wirkt überheblich und unsympathisch. Statt euch selbst zu bewerten - das solltet ihr dem Personaler überlassen - liefert ihr unschlagbare Argumente, warum das Unternehmen nicht an euch vorbei kommt. Das kann eure praktische Erfahrung sein, ein besonderes Talent oder so genannte Soft Skills wie Kreativität oder angenehme Umgangsformen - je nachdem, worauf es bei der Stelle ankommt.

    Wir können Ihnen für das Praktikum leider nichts zahlen. Ist das für Sie in Ordnung?
    Bis zu zwei Drittel aller Praktika vor und während des Studiums sind unbezahlt. Insofern ist diese Frage nichts Ungewöhnliches. Ob ihr damit (und davon) leben könnt, steht auf einem anderen Blatt. Wenn euer Praktikum nur vier Wochen dauert, dann solltet ihr in den sauren Apfel beißen. Bei längeren Praktika könnt ihr zumindest versuchen, einen Zuschuss zu den Fahrtkosten, zum Mittagessen oder die Teilnahme an einem hausinternen Weiterbildungsseminar auszuhandeln. Es kommt jedenfalls nicht gut, wenn ihr empört antwortet: "Waaas? Ich lasse mich doch nicht ausnutzen!"
  • "Das ist zwar schade, aber mir ist es erst mal wichtig, Praxiserfahrung zu sammeln. Allerdings muss ich mir für die Dauer des Praktikums ein Zimmer hier in Berlin nehmen. Wäre es möglich, dass Sie mich bei den Kosten unterstützen?" Was Personaler nervt

    Ich habe schon erlebt, dass Kandidaten versuchen, sich mit Hobbys interessant zu machen, die sie gar nicht haben. Einen angeblichen Reiter habe ich gefragt, wie er sein Hobby mit dem Examen vereinbaren kann. Da kam heraus, dass er vor drei Jahren das letzte Mal auf einem Pferd gesessen hat.
    Karola Jensen, Teamleiterin Personalbetreuung WestLB

    Einmal habe ich zu Ostern einen aufwändig gebastelten Eierkarton erhalten, in jedem Ei steckten Zettel mit Ideen. Da hatte sich ein Kandidat zwar große Mühe gemacht, eingeladen haben wir ihn trotzdem nicht. Denn es ist immer eine Gratwanderung zwischen einer kreativen Idee und einer klar strukturierten Bewerbung.
    Julia Menninga, Pleon, HR Director Düsseldorf

    Wenn mir einer zur Begrüßung einen laschen Händedruck gibt, fragt man sich, ob er Power hat und im Job richtig zupackt. Ich wünsche mir immer Blickkontakt. Wer ständig auf den Boden oder umherschaut, scheint permanent auszuweichen. Manche Leute flegeln sich allzu lässig auf ihrem Stuhl, da fragt man sich, ob sie das bei unseren Kunden auch machen werden.
    Stefan Kauth, Leiter Personalentwicklung, Linde Engineering

    Das Anschreiben prägt meinen ersten Eindruck. Ein großer Fehler ist, einfach nur zu schreiben "Ich bewerbe mich auf die ausgeschriebene Stelle", ohne zu erklären warum. Für das Anschreiben gilt die Faustregel: nicht mehr als eine Seite. Wer zu viel schreibt, kommt meist nicht auf den Punkt. Zehn Prozent der Anschreiben haben Schreib- oder Grammatikfehler. Das darf natürlich nicht passieren.
    Michael Donat, Leiter Personal MLP

    Aus dem Foto können wir auf die Persönlichkeit schließen. Deswegen ist es nicht gut, wenn ein schüchterner Mensch sich als Rockstar fotografieren lässt. Ein Buchhalter braucht aber keine Hemmungen zu haben, den sorgfältigen Perfektionisten darzustellen. Agenturen ticken anders. Bei uns können Bewerber kreativer sein. Ein Layouter hat einmal fünf private Schwarz-Weiß-Strandbilder von sich geschickt. Das war so schräg, dass wir ihn eingeladen und dann auch eingestellt haben.
    Frank Dopheide Chairman, Grey Worldwide

    In jedem Job-Interview gibt es Standardfragen. Aber wir wollen darauf keine Standardantworten. Einige spulen ihren Lebenslauf in drei Minuten herunter, andere hören gar nicht mehr auf und verlieren sich in Details. Meistens wollen die Kandidaten die perfekte Antwort geben. Leider werden sie dann sehr allgemein, sagen nicht mehr "ich" sondern "man" und sprechen nicht von ihren eigenen Erfahrungen.
    Frauke Kern, Personalleiterin, Innendienst R+V Versicherung

  • Dieser Artikel ist erschienen am 04.06.2007