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Gehälter bei den EU-Institutionen

Marlene Holzner
SOZIALESNach dem jahrelang kritisiert wurde, dass die EU-Beamten viel zu niedrige Sozialabgaben zahlen, werden sie nun angehoben: Im Zuge der Personalreform, die vollständig ab dem 1. Mai in Kraft tritt, gelten neue Sätze: Der Rentenbeitrag von derzeit 9,25 Prozent des Bruttogehaltes steigt dann bis Januar 2005 in zwei Stufen auf 10,25 Prozent. Wie alle anderen Sozialabgaben, fließen die Renteneinzahlungen direkt in die EU-Kassen. Dort werden sich nach dem Umlageverfahren auch wieder als Rente ausbezahlt.

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Für ihre Gesundheitsvorsorge zahlen Beamte 1,7 Prozent ihres Bruttogehaltes. Dafür bekommen sie im Krankheitsfall die Kosten zu 80 ? 85 Prozent von der EU erstattet. Den Arzt kann der Beamte frei wählen, allerdings muss er das Honorar zuerst vorstrecken. Die Unfallversicherung schlägt mit 0,1 Prozent des Bruttogehaltes zu Buche. Dazu kommt noch eine ?neue, spezielle Abgabe?, mit der die EU die Kosten bei den Europaschulen - das sind Schulen für die Kinder von EU-Beamten - zumindest teilweise decken will: Am 1.1.2004 eingeführt, macht sie zunächst 2,5 Prozent aus und soll innerhalb der nächsten acht Jahre auf 5,5 Prozent steigen.STEUERNWie bei den Sozialabgaben zahlen die EU-Beamten auch ihre Steuern an die Europäische Union. Der progressive Steuersatz beginnt bei 8 Prozent und steigt bei einem steuerpflichtigen Einkommen von über 6078 Euro auf 45 Prozent an.GEHÄLTER Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss erhalten ein Bruttogehalt von 3810 Euro. Davon werden zwar alle obengenannten Steuern und Abgaben abgezogen, aber auch wieder Extras wie 16 Prozent Auslandszulage draufgepackt. Mit 3695 Euro ist das Nettogehalt deshalb fast so hoch wie das Bruttogehalt. Wer Frau und Kinder hat, bekommt obendrein noch Familien- und Erziehungszulage plus Kindergeld.
Dieser Artikel ist erschienen am 13.04.2004