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Gallien in Gefahr

Wir befinden uns im Jahre 2007 nach Christus. In ganz Hamburg zahlen die Studenten 500 Euro Studiengebühren... In ganz Hamburg? Nein! Eine von unbeugsamen Künstlern bevölkerte Hochschule hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten...
Das Ganze spielt sich derzeit nicht im C0mic, sondern an der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Hamburg ab. Während Aufrufe zum Gebühren-Boykott an anderen Hamburger Hochschulen genauso wie in anderen Bundesländern an mangelnder Beteiligung scheiterten, verweigerten an der HfbK von 571 eingeschriebenen Studenten fast 300 die Zahlung.

Wer nicht blecht, soll auch nicht studieren, schreibt das Hamburger Hochschulgesetz vor. 269 HfbK-Studenten haben im Juli bereits ihre Exmatrikulationsbescheide bekommen. Von Einschüchterung aber keine Spur: ?Zahlen kommt nicht in Frage. Wir gehen durch alle Instanzen?, so Designstudent und Boykott-Mitorganisator Eugen Regensburg, dem es nicht darum geht, dass nur angehende Künstler von den Gebühren befreit werden sollen: ?Wir wollen keine Sonderstellung, sondern gegen die Ökonomisierung von Bildung protestieren.?

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Im Sommer wollen die Studenten ihre Hochschule offen halten und dort zu Diskussionen und Workshops einladen. Doch ohne Zaubertrank wird es wohl schwer, den Mächtigen im Senat dauerhaften Widerstand zu leisten. Sollte die Exmatrikulation der Studenten vollzogen werden ? derzeit gibt es noch eine Gnadenfrist, innerhalb derer die Studenten wieder eingeschrieben werden können ? befürchtet Hochschulpräsident Martin Köttering großen Schaden für das Institut: ?Die Folgen werden sowohl den künstlerischen Nachwuchs für die Metropolregion Hamburg als auch Studium und Lehre an der HfbK über Jahre maßgeblich beeinträchtigen.? (df)
Dieser Artikel ist erschienen am 27.07.2007