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Freie Bahn für Headhunter

Headhunter dürfen am Arbeitsplatz von Beschäftigten anrufen, um sie abzuwerben. Firmenchefs können solche Anrufe nicht generell verbieten. Abwerben von Beschäftigten einer anderen Firma sei "Teil einer auf Wettbewerb angelegten Marktwirtschaft und deshalb zulässig", begründete das Oberlandesgericht Karlsruhe seine Entscheidung. Nach Ansicht des Gerichts widerspricht der kurze Anruf eines Headhunters kaum dem Interesse des Arbeitgebers an einem störungsfreien Betriebsablauf. Er habe auch nicht das Recht, seine Mitarbeiter vor jeglichen äußeren Beeinflussungen abzuschirmen. Demgegenüber habe der Angerufene aber regelmäßig Interesse an Informationen über seinen Marktwert. Für die Headhunter spreche zudem das Recht auf freie Berufsausübung, das durch ein generelles Verbot der Direktansprache am Arbeitsplatz unverhältnismäßig eingeschränkt würde.

Quelle: Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe,
Az.: 6 U 145/00
Dieser Artikel ist erschienen am 07.08.2001