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Freche Job-Spots

(bdo)
Bewerber, die für einen neuen Job unterschreiben, kaufen meist die Katze im Sack. Wie der künftige Arbeitsplatz aussieht, erfahren sie erst bei Antritt der Stelle. Siemens will das ab Mitte September ändern: drei- bis fünfminütige Videofilme informieren über die jeweilige Abteilung, die gerade einen neuen Mitarbeiter sucht.
Bewerber, die für einen neuen Job unterschreiben, kaufen meist die Katze im Sack. Wie der künftige Arbeitsplatz aussieht, erfahren sie erst bei Antritt der Stelle. Siemens will das ab Mitte September ändern. Hans-Christoph Kürn, Leiter des E-Recruitings, arbeitet an einer neuen Form der Bewerberansprache: drei- bis fünfminütige Videofilme über die jeweilige Abteilung, die gerade einen neuen Mitarbeiter sucht, abrufbar auf der Siemens-Webseite.?Der War for Talents steht vor der Tür, da müssen wir neue Medien nutzen, um auf uns aufmerksam zu machen?, sagt Kürn. Über die Videokamera will er jene Atmo vermitteln, die keine Stellenbeschreibung rüberbringen kann: Ein paar Worte vom Chef, winkende Kollegen, ein Schwenk durchs Labor ? fröhlich und frech sollen die Filme sein. Dabei setzt Siemens auf den Charme des Unvollkommenen: ?Wenn ein Wackler drin ist, lassen wir ihn drin. So wirken die Filme authentischer.?

Die besten Jobs von allen

Die Job-Spots sollen zunächst nur in den Unternehmensbereichen ?Power Generation? (Kraftwerke) und ?Medical Solutions? (Medizintechnik) laufen, die besonders dringend nach neuen Leuten suchen. Die Filme sind nicht die einzige technische Neuheit im Siemens-Recruiting: Im Mai stellte das Unternehmen erstmals in Deutschland Podcasts rund um die Bewerbung online, für das kommende Jahr plant der Konzern ein Weblog aus der Personalabteilung.
Dieser Artikel ist erschienen am 28.08.2006