Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Frauen wollen Jobsicherheit, Männer mehr Geld

Frauen orientieren sich bei der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes völlig anders als Männer. Während Männer Entwicklungsperspektiven und mehr Geld als Hauptgründe für einen Jobwechsel angeben, legen junge Akademikerinnen mehr Wert auf einen großen persönlichen Entfaltungsspielraum und hohe Arbeitsplatzsicherheit, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere unter Berufung auf eine aktuelle Studie des Recruiting-Dienstleisters Access, die dem Magazin exklusiv vorliegt. Für die Young-Professionals-Studie 2005 hat Access 1.614 junge Berufstätige aus dem kaufmännischen Bereich befragt.Für knapp die Hälfte (47,8 %) der befragten Männer ist eine überdurchschnittliche Vergütung einer der Hauptgründe für einen Jobwechsel. Bei den weiblichen Berufstätigen spielt dagegen eine Gehaltssteigerung nur bei einem Drittel (33,4 %) eine wichtige Rolle. Sie legen ebenso viel Wert auf einen Job, bei dem sie sich persönlich entfalten können (31,4%). Für jede Fünfte (21,8 %) ist bei der Arbeitgeberwahl auch die Sicherheit des neuen Arbeitsplatzes entscheidend; bei den Männern geben nur 12,5 % die Jobsicherheit als Auswahlkriterium an.

Die besten Jobs von allen

Das schlägt sich beim Verdienst nieder, so ein weiteres Ergebnis der Access-Studie: Weit über die Hälfte der jungen Betriebswirtinnen (57 %) verdient zwischen 30.000 und 50.000 Euro pro Jahr. Das Gros der jungen männlichen Berufstätigen kommt dagegen auf 40.000 bis 60.000 Euro, ist aber darüber hinaus noch zu fast 30 Prozent in den höheren Gehaltsklassen bis über 80.000 Euro Bruttojahreseinkommen vertreten. Auf ein Jahresgehalt von mehr als 60.000 Euro kommen bei den jungen Frauen dagegen nur 8,2 Prozent.Ein Grund für das Gehaltsgefälle zwischen den Geschlechtern liegt in der Wahl der bevorzugten Branchen: Junge Frauen arbeiten am liebsten bei Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie wie Ikea, Nestlé, Beiersdorf, L'Oréal, Unilever oder Adidas. Auch Jobs in der Tourismusbranche, in Medien, Werbung und PR sind bei Frauen wesentlich beliebter als bei ihren männlichen Kollegen. Bei den Männern stehen dagegen Arbeitgeber aus der Automobilindustrie, Unternehmensberatungen, IT-Branche und Investmentbanking hoch im Kurs - Branchen, in denen vergleichsweise gut gezahlt wird.
Auch innerhalb der Unternehmen sind die Karriereambitionen vieler junger Frauen begrenzt, wie karriere feststellt: Während fast ein Fünftel der Männer bei der Access-Studie angaben, an Führungskräfte-Programmen teilzunehmen, sind es unter den Frauen nur 12, 6 Prozent.Die Oktober-Ausgabe von karriere erscheint am 23. September 2005.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.09.2005