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Frauen verkaufen sich schlechter

Frauen verkaufen sich in Bewerbungsgesprächen schlechter als Männer. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die am Lehrstuhl für Englische Sprache und Kultur der Universität Passau angefertigt worden ist. Dr. Daniela Wawra von der Universität Passau untersuchte für ihre Dissertation den Sprachgebrauch von Frauen und Männern im Bewerbungsgespräch.

Für die Studie ist es gelungen, authentische englischsprachige Bewerbungsgespräche aufzuzeichnen und sprachwissenschaftlich auszuwerten. Die Auswertung ergab, dass sich männliche Bewerber insgesamt kompetenter darstellen als Bewerberinnen. Frauen weisen zudem einen persönlicheren Sprachgebrauch auf als ihre männlichen Konkurrenten, deren Sprachgebrauch sachlicher ist. Männer verwenden mehr sprachliche Mittel, die Sicherheit ausdrücken und pflegen einen dominanteren Sprachgebrauch.

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Die Studie zeigt, dass Frauen aufgrund ihres Sprachgebrauchs in diesem Kontext unterschätzt werden können. Organisationen gehen hier unter Umständen bestens geeignete Bewerberinnen für eine Stelle verloren. Unterschiede im Sprachgebrauch werden meist nur unterbewusst wahrgenommen. Dabei wird der Sprachgebrauch der Bewerberinnen häufig an der männlichen "Norm" gemessen und Abweichungen zu dieser als Schwachpunkt ausgelegt

Literaturhinweis: Wawra, Daniela. Männer und Frauen im Job Interview, Münster, 2004: LIT-Verlag

Dieser Artikel ist erschienen am 22.02.2005