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Französischer Airbus-Vorstand

Von Matthias Eberle, Handelsblatt
Wer ein Buch mit dem Titel ?Über den nächsten Krieg mit Deutschland? auf den Markt bringt, macht sich zwischen Hamburg und München wenig Freunde. Der Franzose Philippe Delmas lotet darin die Untiefen der deutsch-französischen Nachbarschaft aus.
DÜSSELDORF. Während die Zentrale in Toulouse regelmäßig versichert, die internationale Zusammenarbeit laufe prächtig, gilt Delmas als Hauptgegner der deutsch-französischen Gewaltenteilung im Flugzeugbau. ?Bei Airbus Deutschland ist er der Hauptfeind?, heißt es in Firmenkreisen.Ist es vor diesem Hintergrund nur Zufall, dass in deutschen Medien wiederholt Korruptionsvorwürfe gegen Delmas erhoben werden? Die Störfeuer in Richtung Toulouse werden jedenfalls lauter. Gegen Delmas laufen seit April 2004 staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Der Vorwurf: Korruption und Geldwäsche beim Verkauf französischer Fregatten nach Taiwan im Jahr 1991. Delmas war damals Sicherheitsberater von Frankreichs Außenminister Roland Dumas.

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Der ?Spiegel? legte gestern nach und meldete, Frankreichs Ermittler interessierten sich nun auch für den Verkauf von 18 Airbus-Jets an die russische Aeroflot in 2002, ?bei dem ebenfalls verdächtige Kommissionen geflossen sein sollen?. Dem Untersuchungsrichter sollen Angaben über geheime Bankkonten in der Schweiz und Luxemburg vorliegen. Airbus bezeichnete die Vorwürfe als ?frei erfunden und diffamierend?.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.06.2004