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Frank Hofmann

Bonjour, hallo und welcome!
Mein Name ist Frank Hofmann. Ich bin 1974 in Franken geboren. Nach meinem Studium an der Technischen Universität in Darmstadt habe ich mehrere Jahre bei Airbus in Norddeutschland gearbeitet. Mein Aufgabengebiet erstreckte sich über die Bereiche Konstruktionsmethoden, Analyse und Verbesserung von Prozessen und IT (Information Technology). Ich hatte bei Airbus die Chance zwei dynamische Gruppen mit mehreren Kollegen aufzubauen und konnte in meiner letzten Tätigkeit Erfahrungen an einer Schnittstelle zwischen den europäischen Airbuspartnern sammeln

  • Warum ein MBA an der HEC?
  • Wie kann ein MBA bei HEC finanziert werden?
  • Das MBA-Programm
  • Die erste Core-Phase
  • Das Ende der ersten Core Phase
  • Anfang der nächsten Core-Phase
  • Faszination, Frustration und kein Ende
  • Erste personalisierte Phase und das MBAT
  • Damit hatte ich eigentlich gute Voraussetzungen meine Karriere im Unternehmen fortzusetzen oder mich bei einem anderen Unternehmen, zum Beispiel im IT Consulting, zu bewerben. Statt dessen bin ich nun in den Wäldern um Paris und schreibe ein Tagebuch.

    Die besten Jobs von allen


    Das bringt mich auch schon zu der ersten Ausgangsfrage:
    Wieso eigentlich ein MBA?
    Es gibt viele gute Gründen einen Master of Business Adminstration zu machen. Dazu gehört allerdings im allgemeinen nicht der Wunsch seine Karriere in Deutschland zu beschleunigen, da der MBA in den meisten Industriezweigen nach wie vor weder weit verbreitet noch hoch angesehen ist. Auf der anderen Seite gibt es eine steigenden Anzahl von grossen Konzernen die ausgewählte Mitarbeiter zu meist einjährigen MBA Programmen schicken. Solltet ihr zu diesen kleinen Kreis der Auserwählten gehören, dann sind die spannenden Momente der MBA Auswahl für euch schon vorbei. Für alle anderen stellt ein MBA eine finanzielle und persönliche Herausforderung dar für die es gute Gründe geben sollte

    Wenn man sich für einen MBA entscheidet, dann geht man eine finanzielle Belastung ein in Form von Programmkosten, Reisekosten, Eigenbedarf usw. bis hin zu den entgangenen Gehältern die man an alter Position erhalten hätte. Dies sollte sich nach dem erfolgreichen Studium auszahlen, wenn man nicht andere persönliche Gründe hat. Dazu kommen die Belastungen in persönliche Beziehungen oder in der Familie. Man kann sich aus guten Anlass auf ein MBA Studium einlassen ohne die Nutzenfrage zu stellen, nur sollte dies bewusst geschehen.
    Ich habe mich für ein MBA Studium entschieden, da ich alle drei grossen Faktoren in meinem Berufsleben ändern möchte: Land, Branche und Job.

    Da mein Hintergrund bisher die Gebiete Produktion, Entwicklung und Informationstechnologie abdeckt und ich mich im Bereich Investment Banking betätigen will, vermittelt mir die Schule was ich an Wissen für eine Umorientierung brauche. Durch meine internationalen Kommilitonen bekomme ich Einblicke in andere Länder. Die reichhaltigen Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus anderen Kulturen und Branchen (zum Beispiel im Investment Banking) multiplizieren das vermittelte Wissen geradezu und machen die MBA Erfahrung einzigartig. Schließlich könnt ihr mit dem MBA auch ein grosses Netzwerk an Kontakten aufbauen, dessen Bedeutung (je nach Branche) nach meiner Ansicht aber überschätzt wird.
    Es lohnt sich also ein MBA-Studium in Betracht zu ziehen, wenn man einen oder mehrere der drei Faktoren ändern möchte.

    Warum ein MBA an der Hautes Etudes Commerciales (HEC)?
    Ich werde nicht den Prospekt meiner Schule abschreiben, sondern versuchen euch meine Auswahl zu erklären. Für alle die sich für die Struktur des HEC Programms interessieren gibt es Informationen aus erster Hand hier: http://www.mba.hec.edu/

    Vor meiner Entscheidung für HEC hatte ich mir mehrere Informationsquellen zu den internationalen Schulen gesucht. Ich habe mir die Frage gestellt was ich von der Schule erwarte und die Schulen danach sortiert. Einige Punkte davon:

  • Ranking in den internationalen Top 50 MBA Schulen
  • Ein Programm länger als 12 Monate (neues Tätigkeitsfeld)
  • Ein Programm mit einem hohen Anteil an Ingenieuren
  • Die Region der Schule sollte Europa sein ? wo ich auch weiterhin arbeiten möchte
  • Ein hoher Anteil von internationalen Studenten OHNE eine Mehrheit aus einer Region
  • Ein überzeugendes Lehr- und Lernkonzept
  • Ein Programm was meine gewünschten Bereiche anbietet
  • Die Mentalität der Kommilitonen (Wer bewirbt sich wo?)

    Dazu habe ich mir noch die Frage gestellt, was mir die Schule zusätzlich bieten kann. Das waren bei HEC die Vertiefung meiner Französisch-Kenntnisse, ein Uni-Campus sowie die Nähe zu der ?grande vieille dame? Paris. Insbesondere der Campus ist ein starkes Argument für HEC. Man hat einen engen Kontakt zu vielen Studenten mit denen man auch leichter Bekanntschaften oder Freundschaft schliessen kann. Es ist auch noch wichtig sich die Frage zu stellen, was das MBA euch für eure persönliche Entwicklung mitgeben kann. Für mich war alles zusammen genommen HEC sogar interessanter als die hoch angesehene LBS. Schliesslich ist HEC trotz einiger Rückschläge eine der aufsteigende Business Schulen. Die Schule befindet sich im stetigen Wandel und hat hohe Ambitionen. Ein letztes Argument für HEC ist der Umgang der Studenten miteinander. Es gab wie mir zuvor von Alumni geschildert bisher keinerlei Verdrängungswettbewerb. Der Zusammenhalt ist tatsächlich hervorragend.

    HEC ist auf der anderen Seite nicht Harvard oder Stanford. Wenn man alleine nach dem Ranking auswählen möchte, ergibt sich schnell ein kleiner Kreis von Schulen zu denen HEC gegenwärtig noch nicht gehört. Alleine das Ranking ist aber keine Garantie, dass man sich persönlich wie erhofft weiterentwickeln kann. Ich würde dringend raten die Schulen vorher zu besuchen und auch mit mehreren der Alumni zu sprechen

    Wie kann ein MBA bei HEC finanziert werden?
    Für das MBA Programm bei HEC sind gegenwärtig 38.000 Euro in mehreren Raten zu zahlen. Ein Teil der Kursgebühren kann durch Stipendien von HEC übernommen werden. Je höher das Interesse der Schule an euch als Teilnehmer ist, um so besser die Chance für ein Stipendium. Hier zählt insbesondere die GMAT Wertung. Mit einer sehr hohen Wertung habt ihr Chancen ein Scholarship of Excellence für bis zu 50% der Kursgebühren zu erhalten. Des Weiteren gibt es ?Scholarships of need? die aber für Europäer schwer zu erlangen sind. Die Vergabe der Stipendien erfolgt nach eurer Zusage an die Schule. Daher sollte man das Studium auch ohne Stipendium finanzieren können

    Ein weiterer Kostenfaktor sind die Lebenshaltungskosten. Alles in allem schätzt die Schule die gesamten Kosten auf ca. 56.000 Euro für die 16 Monate. Dazu müsst ihr noch die Ausgaben für besondere Anlässe rechnen, wie Club und Restaurant Besuche, Sprachkurse oder Reisen. Die meisten von uns finanzieren die Summe durch eine Mischung aus Ersparnissen, familiärer Unterstützung und Darlehen. In Deutschland gibt es meines Wissens leider keine Studentendarlehen wie in den USA

    Ich kann euch nur empfehlen die Kosten vorher konservativ durchzurechnen und um mindestens 10% zu erhöhen. Es können auch noch Ausgaben für spezielle Anlässe wie der Kauf von einem Auto oder von Möbel anfallen. Ich würde schätzen, dass 65.000 Euro je nach eurem Lebensstil nicht zu hoch gegriffen sind. Überlegt euch, dass ihr während des MBA Programms nahe bei Paris auch die Vorteile der Metropole mit ihrer Kultur erleben wollt

    Wie haben wir die ersten Wochen im HEC MBA Programm erlebt?
    Jouy-en-Josas in den Wäldern um Paris ist der Standort von HEC. HEC liegt damit etwa eine gute Reisestunde außerhalb von Paris in der Nähe der Stadt Versailles. Die Schule verfügt über einen grossen Campus mit Tennisplätzen, einer Sporthalle, Rugby und Fussballfeldern und weiteren Ausstattungen. Die Atmosphäre ist dabei keineswegs elitär sondern vielmehr entspannt und gemütlich. Um euch die Erfahrungen meiner ersten Wochen zu beschreiben möchte ich meinen Text in mehrere Teile gliedern.

    Das MBA-Programm
    Vor dem eigentlichen HEC MBA Programm gibt es kein Vorprogramm wie bei einigen anderen Business Schools. Stattdessen gibt es die Möglichkeit einen dreiwöchigen Französisch-Sprachkurs in Montpellier an der Mittelmeerküste zu absolvieren. Jedem der sich die Zeit nehmen kann ist dieser Sprachkurs wärmsten empfohlen! Man frischt nicht nur sein Französisch auf sondern knüpft bereits die ersten Kontakte

    Das eigentliche Programm beginnt mit zwei Einführungswochen innerhalb der Studienzeit. In den ersten beiden Wochen werden einige Grundlagen wiederholt und eine Wirtschaftssimulation, NEGOSIM, gibt einen ersten Eindruck von dem was die Zukunft bieten kann. Nach den ersten beiden Wochen beginnen die Kurse in Statistik, Business Economics, Financial Accounting, Supply Chain, Human Resources und Marketing Fahrt aufzunehmen. In wenigen Wochen wird der Stress dann das berühmte MBA Niveau erreichen. Wer dann nicht bereit ist die eine oder andere Nacht durchzuarbeiten oder eine Woche bis 3 Uhr in den Morgen zu arbeiten ist schlicht fehl am Platz. Das HEC MBA Programm basiert auf euch zugewiesene Gruppen in denen ihr gemeinsame Ergebnisse erarbeiten sollt.

    Die Zusammenarbeit in den Gruppen ist sehr intensiv. Konflikte werden nicht ausbleiben, aber die positiven Lern-Erfahrungen sind wirklich sehr wertvoll. Wir werden bewusst gezwungen, die Arbeit innerhalb der Gruppen aufzuteilen und den Ergebnissen zu vertrauen, da sonst eine gute Abarbeitung nicht möglich ist. Das Programm ist dabei eine Mischung aus europäischer Vermittlung von theoretischen Lernen und den amerikanischen Antritt des Lernens durch Fallstudien

    Neben den eigentlichen Programm gibt es eine Vielzahl von anderen Angeboten wie den Consulting Club, den Finance Club, den Wine Club, Sportangebote und viele Möglichkeiten mehr. Nur die Zeit davon vielfältigen Gebrauch zu machen haben wir nicht. Man ist gezwungen sich auf das Wesentliche zu beschränken. Daneben stehen die Wahlen von den Studentenvertretern an, die Auswahl von dem berühmten HEC MBAT Team sowie weiteren Teams und Aktivitäten an.
    Eine weitere Veranstaltung die uns von Beginn an begleitet und begeistert hat ist die Vision of Leadership Conference in der Unternehmer und Manager von ihren Umgang mit Menschen berichten.

    Leben und Wohnen in the woods
    Im Campus gibt es eine Cafetaria, ein Restaurant, bei dem die Meinungen unterschiedlich sind, sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen. Die MBA Studenten wohnen in einem eigenen Wohnblock mit durchaus akzeptabler Einrichtung. Dennoch kann ein Besuch bei IKEA nicht ausbleiben. Dazu gibt es noch Moskitos, die einem bei Moskito-günstiger Witterung das Schlafen doch schwer machen können. Um in Jouy-en-Josas gut zurecht zukommen ist ein Auto ein unbedingtes Muss. Mit dem Auto ist Versailles schnell und bequem zu erreichen. Versailles und Umgebung bieten eine gute Auswahl an Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Unterhaltung an sowie eine gute Bahnverbindung nach Paris

    Paris, c?est Paris. Jeder der das HEC Programm macht, sollte unbedingt die Nähe zu der Kulturmetropole nutzen. Es gibt in Europa nur wenige Städte die sich mit Paris messen können. Hier gilt auch der Grundsatz ?Work hard, Play hard?. Wenn man für das Programm eine Nacht durcharbeiten muss um die Übung einreichen zu können, dann darf man auch mal um 9.00 Uhr morgens am Sonntag aus Paris zurückkommen.
    Es lässt sich auf dem Campus im übrigen auch hervorragend laufen, eine Möglichkeit von der ich ausgiebig Gebrauch mache um den Stress abzubauen

    Das Zusammenleben oder die MBA Experience
    Auf dem Campus ist eigentlich immer irgendwo etwas geboten. Ob es Sportveranstaltung, Case Studies oder Parties sind. Zuletzt hatten wir eine japanische Woche, die von unseren Kommilitonen aus Japan organisiert worden ist. Das Sushi-Roulette oder das Karaoke-Singen haben ungeteilte Begeisterung ausgelöst. Damit bin ich schon an einem der Kernpunkte des HEC MBA Programms angelangt. Da das Programm mit 120 Teilnehmern im Herbst und etwa 60 Teilnehmern im Frühjahr kein zahlenmässig starkes Programm ist, ist es auch weniger straff durchorganisiert wie die MBA Programme der grossen Schulen. Viel hängt daher von den Engagement der Teilnehmer ab. Wie zuvor gesagt ist die Schule im steten Wandel. Ohne Einsatz der Teilnehmer, ohne unsere Eigeninitiative ist der Erfolg eingeschränkt. Dies ist eine Herausforderung und eine Chance mitzugestalten und dadurch zu lernen

    Vorbereitung der Karriere
    Von Anfang beginnt mit dem Studium die Vorbereitung der nächsten Karierreschritte. Es müssen der Lebenslauf auf ein internationales Niveau angepasst werden, Informationen über die Branche und die Unternehmen bei denen man ein Internship im Sommer machen will müssen gesammelt werden ...
    Dazu sind Gespräche zu organisieren, Messen und Veranstaltung des Career Services zu besuchen und vieles mehr. Das MBA Programm bei HEC soll und kann der Karriere starken Aufschub leisten. Dies liegt aber letztlich in jedem seinen eigenen Händen. Man muss eine gute Balance aus allen Ansprüchen finden: Privates Leben, MBA Programm und Karriere-Vorbereitung

    Die erste Core-Phase und ihr Höhepunkt

    Wenn ihr euch das Programm über den Hyperlink angesehen habt, dann wisst ihr bereits, dass das HEC MBA Programm sich in vier Teile gliedert. Der erste Teil ist die Core-Phase 1 in der Grundlagen vermittelt werden. Sie gilt - zu Recht - als die Stressprüfung im HEC MBA

    Die zahlreichen Assignments parallel zu den Prüfungen und Kursen werden euch in Atem halten. Nun hat nicht jeder den gleichen Stress. Wenn man nicht nach guten Bewertungen strebt, sich selber keine Lernziele setzt oder gar schon vieles aus einem verwandten Studium kennt, dann ist der Druck ungleich geringer. Wer das Studium allerdings ambitioniert angeht, dem bleibt dieser Härtetest nicht erspart. In dieser Phase stehen wir gerade, die Kurse werden abgeschlossen und die ersten Prüfungen sind gerade geschrieben. Die Sprach-Prüfung war fair, den eigenen Kenntnissen angemessen, die HRM (Human Resource Management) Prüfung so diffus wie das Thema selbst und die anstehende Financial Accounting Prüfung verspricht interessant zu werden, ohne mich aber vor Schwierigkeiten zu stellen. Wer sich zuvor in den Kursen engagiert hatte, der kann die Prüfungen nun ein wenig entspannter angehen..

    Was immer noch viel Zeit kostet, sind die Summer Internship Bewerbungen für die Investment-Banken in London. Ich kann euch nur empfehlen den Bewerbungs-Parcours so früh wie möglich zu beginnen. Am besten startet man ihn vor oder direkt mit dem Studiumbeginn. Während des Studiums werden euch die Kurse, insbesondere Marketing, keine ausreichende Luft dafür lassen

    Im Gegensatz zum Universitätsstudiums muss man in einem MBA Studium kontinuierlich vorausplanen. Wer sich treiben lässt, wird dann später von den Terminen getrieben. Dies ist eine nicht zu unterschätzende Verlockung, wenn man nach einigen Berufsjahren wieder in eine Studioso-Atmosphäre eintaucht. Prüft welche Veranstaltungen für die nächste Phase möglich sind und achtet auf die umlaufenden Informationen. Meine Teilnahme an einer Venture Capital Competition in London habe ich einer schnellen Reaktion auf eine Mail zu verdanken.
    Es ist wichtig, andauernd einen guten Kontakt zu den Kommilitonen zu haben, um Informationen auszutauschen. Im Grunde ist der MBA in dieser Hinsicht wie der Beruf: Man befindet sich nur in einem großen langwierigen Projekt. Für mich geht es jetzt zurück an die FACC Vorbereitung

    Das Ende der ersten Core Phase

    Für uns beginnt nun die letzte Woche im Jahr 2006 im HEC MBA. Damit schliessen wir auch die erste der vier Phasen bereits ab. Rückblickend war es anstrengend aber reich an Erfahrungen und wir hatten auch unseren Spaß. Die ?deutsche? Weihnachtsfeier und diverse Feiern und Parties sowie die Abschlussprüfungen sind (fast) alle gut überstanden. Im Geiste sind wir bereits alle in der Weihnachtspause und dem was danach folgt: Nach dem ersten Abschnitt, in dem die Grundlagen vermittelt wurden, wird das Managementwissen im zweiten Abschnitt vertieft.. Dafür haben wir bereits vor Weihnachten begonnen das Marketing-Projekt vorzubereiten. In ihm werden wir in Gruppen von 4-5 Kommilitonen für eine Marke einen durchgehende Marketingplan erarbeiten. Der Marketingplan ist kein imaginäres Planspiel, sondern wird für ein Unternehmen erstellt. Den Kontakt zu dem Unternehmen muss die Gruppe selbst herstellen und pflegen.

    Weitere Aufgaben die es vorzubereiten gilt, sind die Wettbewerbe an denen man teilnimmt (für mich Global Manager Competition und Venture Capital Challenge) sofern man sich die Teilnahme gesichert hat. Diese Challenges sind hervorragende Möglichkeiten sein frisch erlerntes Wissen zu testen. Für sie ist aber auch Zeit in der Kursphase für Bewerbung und Organisation aufzubringen, und über die Weihnachtsferien wollen sie gut vorbereitet sein. Ich bin überzeugt, dass sie sich für mich auszahlen werden. Wenn Ihr euch für solche Challenges interessiert, dann erkundigt euch nach der ersten Anlaufphase bei dem Studienbüro. Viele der Challenges sind für alle bekannten MBA Schulen offen

    An dieser Stelle noch ein Wort zu der Vorbereitung des MBA Studiums. Für jene von uns, die einen Berufswechsel vorhaben, scheint das MBA eine große Hürde zu sein. An ihr muss man sich mit Studenten messen, die schon alles einmal durchgearbeitet haben. Weit gefehlt ? auch wenn Studenten der Wirtschaftswissenschaften durchaus Vorteile haben sind sie keineswegs durchgängig die Besten. Das MBA Studium zeichnet sich durch eine Praxisnähe, wie z. B. in den Case-Studies aus, der man nur mit Erfahrung aus dem Berufsleben begegnen kann. Eine Schule, die eine reine Theorie lehrt, wäre als MBA Schule wenig nützlich. Daher bringt ihr das Wesentliche bereits mit, eure Berufserfahrungen.

    Für die Ingenieure unter euch würde ich aus meiner Erfahrung eins, zwei gute Bücher (oder vielleicht einen Abendkurs) zur Buchhaltung empfehlen und den einen oder anderen Blick in ein Buch über Volkswirtschaftslehre. Zusammen mit der immens wichtigen kontinuierlichen Arbeit an eurem Lebenslauf dürfte dies schon als fachliche Vorbereitung genügen. Wer darüber hinaus gehen will, kann die Buchlisten an den Schulen erfragen.
    Für mich steht daneben noch die Vorbereitung der Interviews mit den Investmentbanken an. Um in den Interviews zu bestehen, sind Grundlagen zu den Märkten und den angewendeten Methoden nötig. Allerdings sind dies nur die grundlegenden Voraussetzungen, die es zu erfüllen gilt. Entscheidend dürfte nach meiner Ansicht die Persönlichkeit und ihr Fit in die jeweilige Kultur sein. Ich bin gespannt wie sich die Interviews gestalten werden

    Nun ist schon wieder nach Mitternacht am Sonntag und es muss noch etwas für das nächste Examen getan werden. In wenigen Tagen können wir uns dann endlich ein paar lernfreie Tage mit den Familien und Freunden gönnen, bevor es weitergeht

    Joyeux Noël! Anfang der nächsten Core-Phase

    Die zweite Core-Phase hat im Januar zunächst gemächlich begonnen. Mit der Ruhe ist es allerdings nach den ersten beiden Wochen vorbei. Das Marketing Projekt meldet seine Ansprüche auf die Arbeitszeiten und die Nerven an. Im Marketing Projekt hat eine selbstgefundene Gruppe von fünf MBA Studenten einen Marketingplan für ein Unternehmen zu erstellen. Die Suche nach dem Unternehmen, die Vereinbarungen zum Arbeitsinhalt und die Kommunikation sowie die Durchführung wickelt alleine das studentische Team ab. Die Rahmenbedingungen und Anforderungen werden in einer begleitenden Vorlesung vermittelt. Das Projekt ist nicht zuletzt durch seinen hohen Grad an Selbstorganisation in der Gruppe sehr anspruchsvoll.

    Auch für die weiteren Vorlesungen der zweiten gemeinsamen Phase z. B. zu Strategie oder den Finanzmärkten wurden von der Administration neue Arbeitsgruppen gebildet. Der ständige Wechsel der Gruppen (dritte vorgegebene Gruppe plus zwei selbstgebildete Gruppen) gibt uns die Möglichkeit mit den unterschiedlichsten Charakteren und Meinungen konfrontiert zu werden. Gerade dies macht einen der besonderen Reize eines MBA Programms aus. Auch wenn die Prioritäten und Ansichten der Kollegen in der Gruppe zum Teil sich stark unterscheiden, konnte ich noch in jeder Gruppe neues lernen und die Arbeit mit den anderen hat auch bisher immer Spaß gemacht

    Die Vorlesungen der zweiten Core-Phase sind durchwegs interessanter als die meisten grundlegenden Vorlesungen des ersten Abschnitts. Sie behandeln nun eher die strategischen und unternehmerischen Aspekte oder auch die Finanzmärkte. Auf diesen Kursen setzen später die Wahlkurse in den folgenden beiden personalisierten Phasen auf. Alternativ zu der zweiten personalisierten Phase kann auch ein drei- bis viermonatiges Austauschstudium gewählt werden, z.B. zur LBS in London oder nach Chicago. Hierfür müssen an diesem Wochenende die Bewerbungen geschrieben werden.

    Die Option ist sehr interessant, da ich mit ihr Vorlesungen an den besten Schulen zu den Finanzmärkten hören kann, ohne das zweijährige Programm zu absolvieren. Parallel dazu sind die letzten Bewerbungen für die Sommerpraktika zu versenden. Auf Antworten auf diese Bewerbungen und die bereits abgegebenen Bewerbungen heißt es nun geduldig warten (abgesehen von gelegentlichen Kontakten zu den Firmen um sicherzustellen, dass man nicht vergessen wurde)

    Auch die Noten der Kurse der ersten Core-Phase sind nun alle bekannt gegeben worden. Im Ganzen gab es wenige Überraschungen. Ein sehr guter Durchschnitt, wie man ihn zum Beispiel für ein Austauschstudium benötigt, ist durchaus erreichbar, wenn man den Party-Faktor unter Kontrolle hält.

    Der Januar ist an der HEC auch der Zeitpunkt an dem ein neuer Intake eintrifft. Um die 60 Studenten sowie eine Schar von Austauschstudenten ist angekommen und füllt die vorhandenen Wohnräume wieder auf, die der weitestgehende Abschied des alten Herbst-Intakes und der Umzug einiger Kommilitonen nach Paris geöffnet hat. Hier gilt es abzuwägen ob die Arbeitslast einen Umzug nach Paris zulässt. Die Erfahrung in Paris für mehrere Monate zu leben ist in jedem Fall viele Opfer wert, allerdings muss dies auch mit höheren Mieten und Fahrzeiten bezahlt werden. Da ich mit zwei HEC Teams an internationalen Wettbewerben neben dem eigentlichen Programm teilnehme, kommt dies für mich zunächst nicht in Frage. Die Möglichkeit und Verlockung bleibt allerdings offen und muss in 1-2 Monaten erneut beantwortet werden. Generell ist der Januar oder der März eine gute Zeit von Jouy-en-Josas nach Paris umzusiedeln. Das Finden der Wohnungen ist dabei Glücksache. Internetseiten und Makler sind neben den sehr seltenen Zufällen und Tips die Mittel der Wahl. In den weiteren Berichten 2007 werde ich euch mehr über die 2. Core-Phase berichten können. Sollte es von Eurer Seite Fragen oder Anregungen geben, dann könnt Ihr sie mir gerne auch per Mail schicken an: frank.hofmann@mailhec.net . Faszination, Frustration und kein Ende

    Mit Anfang der neuen Core Phase hatten viele von uns noch auf ein Internship bei den prestigeträchtigen Banken in London gehofft. Leider verlief die Bewerbungsphase dann doch für die meisten enttäuschend, da wenige zu einem Interview eingeladen wurden. Dies war vor allem den Boom des Investment Bankings zu verdanken, das mit seinen Rekordgewinnen zahlreiche Bewerber aus der Ivy League, den amerikanischen Top Business Schulen, nach London gelockt hatte.

    Ich hatte zuvor bereits schon einmal über die Vorteile und Nachteile von HEC als einer der führenden europäischen Schulen geschrieben. In solchen Jahren wie 2005 muss man allerdings dann auch sehen, dass die lukrativen Positionen im amerikanisch dominierten Investment Banking zuerst aus den amerikanischen Top Schulen und danach von London, Fontainebleau und Barcelona aufgefüllt werden. Die Stärke von HEC liegt mehr in der Nähe zur europäischen Industrie, der französischen Kultur und den Örtlichkeiten. Dies soll keinen Aspiranten für die Finanzwelt entmutigen, sich bei HEC zu bewerbenö Es ist mit entsprechenden Erfahrungen aus der Finanzwelt oder dem Consulting durchaus möglich in diese Sphären (?) vorzustossen

    Die Kurse der zweiten Phase waren zum einen Teil spürbar anspruchsvoller als die grundlegenden Kurse der ersten Phase. Sie behandelten die Finanzwelt und Grundlagen im Management. Sie sind das Vorspiel zu den Electives, den frei gewählten Kursen. HEC schreibt den Studenten die Wahl der Kurse nach den Core Phasen nicht mehr vor. Man ist frei, sich sein eigenes Programm zusammenzustellen. Einige kleinere Kompromisse müssen gemacht werden, da manche Kurse stark nachgefragt sind, aber das MBA Büro hat die Planung gut im Griff. Natürlich berät uns das Büro in der Wahl der Kurse und schlägt Module für eine Ausrichtung auf das Consulting oder ähnliche Berufsgebiete vor

    Daneben laufen Vorträge von Unternehmern, um die Diskussionen aus den Kursen mit der Meinung von Unternehmensführern und Meinungsmachern anzureichern. Ein Teil dieser Vorträge oder Themenabenden werden von Studenten aus den MBA Programm organisiert. Kollegen aus Indien hatten zum Beispiel den indischen Botschafter nach Frankreich zu einer Diskussion zu Beginn der indischen Woche eingeladen. Diese Vorträge von hochkarätigen Wirtschaftsführern oder Offiziellen geben einen MBA Programm einen Grossteil seines besonderen Charmes. Ergänzt werden die Kurse darüber hinaus mit Seminaren zu den Themen Presentation oder Projektmanagement

    Eine weitere Veränderung die sich langsam aber stetig vollzieht ist der Umzug von den MBA Studenten des Herbst 2006 Intakes nach Paris. Jouy-en-Josas liegt etwas ausserhalb Paris. Paris ist mit dem Auto durchaus gut zu erreichen. Allerdings ist der Genuss der Weltstadt Paris mit seinem kulturellen Leben doch viel intensiver wenn man in oder nahe den inneren Arrondissements lebt. Hierfür sind dann schon Monatsmieten um die 1.000 Euro einzurechnen

    Für uns stehen gegenwärtig erneut Abschlussprüfungen an. Nach dem Kursende der zweiten Phase kann dann eine Woche ohne Veranstaltungen für Reisen oder Heimatbesuche genutzt werden, bevor es mit den Wahlkursen weitergeht. Erste personalisierte Phase und das MBAT

    Mitte April hat für die Teilnehmer des HEC MBA die erste der beiden frei zusammengestellten Kursphasen begonnen. Dabei ist für die Wahl der Kurse der Begriff ?frei? wirklich ernst gemeint. Jeder von uns wählt zwar eine Grundausrichtung wie z. B. Finanzen, Entrepreneurship oder Strategie, allerdings gibt es keine fest vorgeschriebenen Module. Mit Ausnahme von einigen wenigen Kursen enthält der Track nur Empfehlungen. Daher kann man sich sein eigenes Wunschmodul zusammenstellen. Dies kann sehr sinnvoll sein, da es Kombinationen aus Strategie und Finanzen oder Marketing und Finanzen ermöglicht. Der weitere Berufsweg kann offen gehalten werden oder ein sehr persönliches Profil aufgestellt werden.

    Als Absolvent des Programms "Allgemeiner Maschinenbau" an der Universität Darmstadt habe ich die Wahlfreiheit bei Programmbausteinen sehr zu schätzen gelernt. Standardisierte Programme mögen ihre Vorteile für den Arbeitgeber haben, falls er Absolventen von der Stange sucht, für einen post-graduate Studenten ist ein Programm nach seinen persönlichen Stärken und Schwächen (bzw. vice versa) und Präferenzen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

    Die Natur der Kurse hat sich verglichen mit den vorgegebenen Core Phasen verändert. Die Referenten haben mehr Erfahrungen in der Berufswelt gemacht, die sie mit den MBA Teilnehmern diskutieren. Dies fehlte einigen von uns manchmal etwas in den ersten Phasen, was aber zugegebenermaßen auch in der Natur von Grundkursen liegt. Die Qualität der Lehre im HEC MBA ist generell wirklich gut. Mit wenigen Ausnahmen von hochrenommierten Professoren in dem einen oder anderen Gebiet sollte dies auch kein Auswahlkriterium für die MBA Schule sein. Und mit den Koryphäen und ihrer Lehrbefähigung ist es so eine eigene Sache wie man hört ....

    Als weiterer fester Baustein beginnt im Mai das MBAT, das MBA Tournament, das jährliche Sportfest für MBA Schulen an der HEC. Es nehmen weit über 1000 Studenten von MBA Schulen aus Europa teil. Das Organisationsteam wird zu Beginn einer Kursphase eigens gewählt. Die sportlichen Angebote reichen von Seilziehen, Fußball, Volleyball, Golf etc. bis zu Schach und Salsa. Begleitet wird das Sportprogramm natürlich von abendlichen Partys. Meines Wissens nach ist das MBAT als fester Programmbestandteil mit einem freien Nachmittag der Woche für Sport einzigartig in der MBA Landschaft. Denen von euch, denen der Spaßfaktor bei meinen Berichten bisher zu kurz kommt, sei versichert, dass es an Partys an der HEC und in Paris keinen Mangel gibt. Auch wenn der Campus außerhalb von Paris liegt, finden sich immer Gruppen, die an den Wochenenden nach Paris fahren. Dazu gibt es jeden Donnerstag eine Party auf dem Campus organisiert durch die Studentenschaft der Grande Ecole.

    Sollte jemand von euch konkrete Fragen haben, so kann er mich gerne (frank.hofmann@mailhec.net) kontaktieren. Eine sehr gute Anlaufstelle ist natürlich das MBA Büro der Schule, welches Euch auch gerne Kontakte zu Alumni vermittelt.
  • Dieser Artikel ist erschienen am 27.11.2006