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Frage an Manfred Hildermeier, Präsident des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands

Warum würden Sie sich noch einmal für ein Geschichtsstudium entscheiden?

Manfred Hildermeier: Zunächst einmal, weil die Kenntnis der Vergangenheit Voraussetzung dafür ist, die Gegenwart zu verstehen. Denn nur wenn man die Gegenwart versteht, besitzt man hier und heute hinreichende Maßstäbe, um im öffentlichen Raum sinnvoll zu handeln. Und man ist in der Lage, realistische Ziele für die Zukunft zu entwerfen. Außerdem fördert die sorgfältige Analyse historischer Zusammenhänge jene Urteilsfähigkeit, ohne die eine angemessene Stellungnahme zu aktuellen Problemen nicht möglich ist ? sei es zur Nutzung der Gentechnik oder zu Chancen und Risiken der Globalisierung. Wie in den angelsächsischen Ländern schon seit langem gang und gäbe, achten nun auch die Akteure des deutschen Arbeitsmarktes bei Bewerbern mehr und mehr auf diese Fähigkeiten.

Mail to: mhilder@gwdg.de
Dieser Artikel ist erschienen am 24.01.2002