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Fonds sind eine Alternative

Von Eberhard Schwensfeier, Handelsblatt
Vorsorgesparer kehren zur Fondspolice zurück: 5,8 Milliarden Euro haben sie 2003 in fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen eingezahlt, 7,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Den letzten Boom hatte die Fondsversicherung im Zuge des Börsenaufschwungs Mitte bis Ende der 90er Jahre erlebt. Im Jahr 2000 wurden mehr als 25 Prozent aller neu abgeschlossenen Lebensversicherungen an Fonds gebunden. Bei derartigen Verträgen werden die Sparanteile der Beiträge in Investmentfonds eingezahlt. Davon versprechen sich die Sparer mehr Verzinsung als von der klassischen Verwaltung der Gelder im direkten Bestand der Versicherungen.Der Einbruch der Aktienmärkte zu Beginn des neuen Jahrtausends stellt Fonds-Vorsorger immer noch auf eine harte Geduldsprobe. Immerhin beweisen die wieder anziehenden Aktienkurse den Sparern, dass es gut war, in den schlechten Zeiten weiter einzuzahlen.

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Fondspolicen gibt es in Deutschland seit Anfang der 70er Jahre. Nun kommt eine neue Generation auf den Markt. Sie lässt sich flexibler als es früher möglich war an die wechselnde Bedürfnisse anpassen.Der Deutsche Herold, ein Unternehmen der Zürich Gruppe, bietet seit 1972 fondsgebundene Lebensversicherungen an. In einer Musterrechnung über 20 Jahre wurden die Leistungen anhand fiktiver Einstiegszeitpunkte zwischen 1966 und 1984 ausgewertet. Die Modellrechnung für einen männlichen Versicherungsnehmer im Alter von 30 Jahren bei Vertragsabschluss liefert eine weite Spannbreite der Ertragsentwicklung, je nachdem, wann der fiktive Sparer die Fondspolice abgeschlossen hat.Die Ergebnisse liegen zwischen einer Spitzenrendite von 16,1 Prozent pro Jahr (Beginn: März 1980) und einer Verzinsung von 3,4 Prozent im schlechtesten Fall (Beginn April 1983). Nie jedoch hätte der Besitzer dieser Fondsversicherung einen Verlust seines Kapitals hinnehmen müssen, und das trotz - im ungünstigsten Fall - zweier Börsencrashs: 1987 und 2000. Kurzfristige, auch dramatische Kursschwankungen glichen sich langfristig aus. Die durchschnittliche Rendite für den Zeitraum 1983 bis 2003 liegt über 9 Prozent. Sparer, die erst in den neunziger Jahren eingestiegen sind, werden allerdings noch Jahre brauchen, um auf diesen Wert zu kommen.Ebenso wichtig wie der Vergangenheitsanalyse ist die Wahl des richtigen Ausstiegszeitpunkts. Es empfiehlt sich, bereits einige Jahre vor dem Ablauftermin mit entsprechenden Umschichtungen in risikoärmere Fonds zu beginnen.Grundsätzlich empfehlen sich Fonds, die sich bereits über einen längeren Zeitraum bewährt haben. Fondsratings liefern hierzu Anhaltspunkte. Anleger sollten bei Abschluss einer fondsgebundenen Versicherung darauf achten, dass sich der Vertrag an geänderte Lebensverhältnisse - etwa durch Familiengründung oder Scheidung - anpassen lässt.Für die Altersvorsorge wichtig ist die Option, sich erst möglichst spät für eine einmalige Auszahlung des Kapitals oder für eine monatliche Rente entscheiden zu müssen. Darüber hinaus bietet zum Beispiel die Zürich Gruppe durch VorsorgeInvest verschiedene Varianten der Ertragsgarantie an, die man sonst nur von klassischen Lebensversicherungen kennt. Die Deutschen Bank offeriert das gleiche Produkt als FondsRente. Für ihre Flexibilität wurden diese Varianten vom Rating-Unternehmen Franke & Bornberg als ?hervorragend? bewertet.Eberhard Schwensfeier ist Leiter Produktmanagement der Zürich Gruppe Deutschland.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.04.2004