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Förderung nur für Auserwählte

Neben der KfW Förderbank hat bisher auch der Münchner Finanzdienstleister Career Concept ein eigenes Modell zur Studienfinanzierung vorgestellt. Gefördert werden allerdings nur Studenten mit besonders guten Berufschancen.
Dazu hat Career Concept gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig einen Bildungsfonds aufgelegt. Private Anleger investieren in den Fonds. Der Fonds wiederum unterstützt mit dem über die Sparkassen eingesammelten Geld Studenten, die eine monatliche Förderung von bis zu 1 000 Euro erhalten. Zusätzlich können für Auslandsaufenthalte, die Promotion oder ein MBA-Studium einmalig bis zu 40 000 Euro ausgezahlt werden.Im Unterschied zu der KfW sucht Career Concept die Studenten allerdings in einem mehrstufigen Auswahlverfahren aus. Der Sinn dahinter ist leicht zu erklären. Nach dem Abschluss müssen die Studenten über einen vorher festgelegten Zeitraum (zwischen drei und zehn Jahren) einen ebenfalls festgesetzten Prozentsatz (maximal acht Prozent) ihres Bruttoeinkommens an den Fonds abtreten (siehe ?Modellrechnung von Career Concept?). Diese Einnahmen werden dann an die privaten Investoren ausgeschüttet. Die Berufschancen der geförderten Studenten entscheiden somit über die spätere Rendite der Anleger. Hohe Studienabbrecherquoten oder spätere Ausfälle bei den Rückzahlungen kann sich der private Anbieter im Gegensatz zur staatseigenen KfW nicht leisten.

Die besten Jobs von allen

Doch auch für Studenten hat das System durchaus Vorteile. Da die Rückzahlungen direkt vom späteren Einkommen abhängen, zahlen die Absolventen, die nach ihrem Studium wenig verdienen, auch wenig zurück. Wer mehr verdient, dafür mehr.Mit dem ersten Fonds sollen rund 2 000 Studenten gefördert werden. Die Bewerbungsphase läuft bereits. Sollte die Nachfrage unter Anlegern und Studenten die Erwartungen erfüllen, sind weitere Fonds nicht ausgeschlossen. Ohne Staatsbürgschaften wird das Modell aber auch in Zukunft nur für ausgewählte Studenten angeboten.
Dieser Artikel ist erschienen am 11.04.2005