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Fluchtpunkt Freiberuf

Die Kündigungswelle im Bankensektor rollt weiter. Allein bei den Sparkassen sollen bis zu 50 Prozent der Filialen geschlossen werden, hat Mummert Consulting in einer Trendstudie herausgefunden; bis zu 150.000 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe. Jetzt wollen die bedrohten Banker verstärkt in fachfremde Jobs abwandern. Das gaben 53 Prozent der unter 30-Jährigen in einer Emnid-Umfrage an.

Fast genauso viele sehen eine Alternative in einer Zusatzausbildung beziehungsweise einem Aufbaustudium. An dritter Stelle lockt die Jungbanker der Weg in die Selbstständigkeit oder in eine Unternehmensberatung. Dass immerhin 38 Prozent der Befragten ihre Chancen in der Finanzberatung sehen, ruft jetzt die BHW auf den Plan, unter deren Holding sich Bausparkasse, Bank, Lebensversicherung, Hypothekenbank, Immobilienmakler und Kapitalanlagegesellschaft vesammeln. ?Wir wollen unseren Vertrieb stärken und können zusätzlich 500 selbstständigen Finanzmanagern glänzende Jobperspektiven anbieten?, wirbt BHW-Vertriebsvorstand Bernd Dedert. Außer Bank- und Versicherungsfachleuten seien Steuerexperten, Bewerber aus dem Immobilienbereich, aber auch Quereinsteiger aus kaufmännischen Berufen gefragt. Vorausgesetzt, sie bringen die Fähigkeit zur aktiven Kundenansprache, Service-Orientierung und reichlich Flexibilität mit.
Dieser Artikel ist erschienen am 01.02.2005