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Florian Sölva

Im September 2005 begann für mich das Studium an der Handelshochschule Leipzig. Zuvor studierte ich Rechtswissenschaften an der Universität Augsburg und absolvierte mein Rechtsreferendariat am selben Ort. Da ich während meines Studiums in einer studentischen Unternehmensberatung gearbeitet hatte, habe ich früh meine Neigung für das Wirtschaftsleben entdeckt. Beruflich war ich im Bereich business development für die conject AG und für Hewlett-Packard tätig.
Der Start ins neue Jahr
Gibt es Leben außerhalb der HHL?
Der halbe Weg
Ready for take-off
Du bist und wirst doch, was Du bist.
Flasche leer
Sommer in Leipzig


Die besten Jobs von allen

Für ein MBA Studium an der HHL habe ich mich bereits länger interessiert, überzeugt hat mich jedoch die Teilnahme an einem Workshop, der jedes Jahr Frühling stattfindet. Ich kann es generell nur jedem Interessenten empfehlen, sich von der Business School seines Interesses ein eigenes Bild vor Ort zu machen, sofern dies halbwegs machbar ist.Die HHL ist im Westen der Leipziger Innenstadt gegenüber des Leipziger Zentralstadions untergebracht. Die HHL konnte sich nach der Wiedervereinigung Deutschlands neu gründen. Obwohl sie schon auf eine über 100 jährige Geschichte zurückblicken kann, ist ihre Ausstattung in baulicher und technischer Hinsicht auf neuestem Stand. Dadurch gestaltet sich die Arbeit an der HHL erfreulich unkompliziert. In Leipzig lässt es sich sehr gut leben und studieren. Die Bevölkerung ist sehr aufgeschlossen, die Altstadt hat ein Flair, dass sowohl Tradition als auch jugendliches Leben ausstrahlt und die Lebenshaltungskosten sind äußerst akzeptabel.Der erste Kurs fing bereits vor dem offiziellen Studienbeginn an der HHL an. Es handelte sich hierbei um einen Vorbereitungskurs in Mathematik, insbesondere im Bereich Differentialrechnung und Stochastik. Das Meiste in diesem Kurs war noch aus Schulzeiten bekannt, bedurfte jedoch der erneuten Auffrischung, nachdem das Abitur doch nun schon ein paar Jährchen zurück lag.Gleich in der ersten Woche wurde der Kurs ?Essential Business Skills? unterrichtet. Neben Präsentationstechniken, rhetorischen Fähigkeiten und Teambuilding wurden wir gleich einmal auf die Grundhaltung der HHL geeicht, indem wir am vorletzten Kurstag eine Präsentation vorbereiten und am nächsten Tag halten mussten. Das Vorbereiten der Präsentation ging bis in die späte Nacht. Wir mussten also unter Stress möglichst gute Ergebnisse liefern. Man kann wirklich behaupten, dass in diesen Tagen das Grundhandwerkszeug für ein Studium an der HHL vermittelt wurde. Interessant war vor allem, dass der Kurs von Praktikern gegeben wurde, die auch ihre eigene langjährige Erfahrung in diesen Bereichen einbrachten. Interessanterweise befasste sich die Abschlusspräsentation mit einem Beratungsauftrag, der von einem der beiden Kursleiter in dieser Form auch tatsächlich durchgeführt wurde. Man stieß daher auf die selben Probleme wie seinerzeit der Kursleiter. Nach der Präsentation erfuhr man auch später, inwieweit die Umsetzung der damals durch den Kursleiter vorgeschlagenen Maßnahmen seinerzeit den gewünschten Erfolg brachte.Die übrigen Kurse des ersten Terms ( Financial Management I und II, Managerial Economics, Marketing Management, Financial Accounting, Cost Accounting und International Management) waren eine sehr gute Mischung aus Theorie und praktischer Anwendung. In jedem Kurs wurde das theoretisch erworbene Wissen unmittelbar angewendet. Üblicherweise werden Fälle in Gruppenarbeit bearbeitet, die dann im Rahmen einer Präsentation vorgestellt werden. Dadurch erlernte man ganz nebenbei auch das Präsentieren. Häufig wurde in der anschließenden Präsentationsbesprechung nicht nur die Präsentation an sich, sondern auch die Präsentationstechniken ins Visier genommen.Als Volljurist empfand ich im übrigen zu Anfang des Studiums in fachlicher Hinsicht wieder das Gefühl, das ich bei Aufnahem meines Jurastudiums hatte. Erneut fand ich mich in eine Materie geworfen, von der ich keine relevanten Kenntnisse besaß. Nur im Unterschied zu meinem ersten Studium war die Landung in dieser Materie nicht ganz so hart. Ich bin im Gegensatz zu meinem Erststudium zu keinem Zeitpunkt in den Vorlesungen ?hängen gelassen? worden. Die Professoren und Ihre Assisstenten haben jederzeit ein starkes Interesse daran gezeigt, alle Kursteinehmer ?mitzunehmen?, was Ihnen auch durchweg gelungen ist. Dadurch hat sich das Einfinden in die Materie recht reibungslos gestaltet.Und dieses ist auch dringend notwendig. Gerade zu Beginn des MBA Studiums prasselten viele neue Fächer auf uns MBA Studenten ein. Es ist dabei ohne weiteres möglich, den vermittelten Stoff ? einen entsprechenden Arbeitseinsatz vorausgesetzt ? aufzunehmen. Das wirkliche Verstehen der einzelnen Fächer setzt aber nach meiner Erfahrung erst ein, sobald man begreift, inwiefern diese Fächer zusammenhängen.Es mögen die Berührungspunkte zwischen Financial Accounting und Financial Management noch einigermaßen offensichtlich sein, wie zum Beispiel bei dem Statement of Cash Flows und der Net Present Value Methode. Es ist meines Erachtens auch notwendig, die Berührungspunkte und das Verhältnis von vergleichsweise unverbundenen Fächern wie Marketing Management und Financial Management in Zusammenhang zu bringen. So hat sich ein Nebeneinander von scheinbar willkürlichen Studieninhalten sehr bald zu einem großes Bild zusammengefügt. Daher stellten sich bald die Fächer des ersten Terms als zusammenhängende Materie dar und nicht als Nebeneinander einzelner Disziplinen.Gerade was MBA Ausbildungen angeht, hört man immer davon, dass sie furchtbar arbeitsintensiv seien. Aber stimmt das auch? Die Antwort ist ein klares ?Ja?! Der Versuch, sich einen ?faulen Lenz? zu machen, endet mit dem Nichtbestehen von Prüfungen und im worst case ohne Abschluss. Das führte auch in den ersten Monaten dazu, dass der Straßenbahnfahrplan für einen selbst jegliche Relevanz verlor, weil der ÖPNV in Leipzig ohnehin gegen 0.00 Uhr seinen Dienst einstellt.Irgendwann weiß man auch, wann durch welche Tür um wieviel Uhr welche Raumkosmetikerin kommt, um in der nächtlichen HHL zu putzen. Ich bin sicher, im Laufe der nächsten Terms werden wir auch herausgefunden haben, wie die Damen heißen. Darunter leidet natürlich auch die Freizeit. In den letzten 3 Monaten war ich ca. viermal abends in Leipzig mit den Studienkollegen aus. Ich glaube, die Anzahl verschiedener Routen von meiner Wohnung zur HHL, die ich kenne, ist größer. Es ist daher richtig, dass es viele freie Wochenenden nicht gibt und unter der Woche geht der Arbeitstag auch schon mal bis in die späte Nacht hinein.Vor allem wenn man sich neben dem Studium noch anderen Aktivitäten widmet, wie zum Beispiel ?Case Challenges?, wird man außer Arbeiten, Schlafen und Essen wirklich nichts mehr anderes machen. Bei Case Challenges handelt es sich um Aufgaben, die von Unternehmen oder Universitäten gestelltt werden. Dabei treten verschiedene Teams gegeneinander an und entwickeln je nach Aufgabenstellung zum Beispiel Marketingkonzepte für bestimmte Produkte oder Ähnliches.Das mag sich danach anhören, als wäre das eigene Leben für die Dauer der Ausbildung zu Ende, stimmt aber nicht. Ich habe diese Arbeitsbelastung niemals als zermürbend empfunden. Zu keinem Zeitpunkt habe ich gedacht, dass mir das Studium zu viel werden würde. Zu keinem Zeitpunkt war ich der Auffassung, etwas Unsinniges zu tun. Dafür war die Materie viel zu interessant und zu spannend, die Aufgaben zu fesselnd. Vor allem wegen der Art und Weise, in der das Studium organisiert ist, wird die Arbeitsbelastung nicht als Belastung im eigentlichen Sinne wahrgenommen. Auch in dieser Hinsicht habe ich Neuland betreten. Ich kann bereits jetzt sagen, dass ich es jederzeit wieder tun würde!Ich hoffe, ich konnte zumindest einen groben Eindruck über das Leben an der HHL vermitteln. Meine nächsten Berichten werden sich um die ersten Wochen des neuen Jahres drehen, insbesondere um die jetzt anstehende Kurse wie z.B. Operations Management und insofern auch etwas ins Detail gehen.Cheers,
Florian Der Start ins neue Jahr... ...gestaltete sich doch ungewöhnlich gemütlich. Dem MBA Jahrgang der Leipzig Graduate School of Management (HHL) wurde eine 3 wöchige Ruhephase gewährt. Sie dauerte von Mitte September bis zur ersten Januarwoche des neuen Jahres. Theoretisch...

Denn im neuen Jahr stehen die Praxisprojekte an. In den Praxisprojekten werden die MBA-Studenten als Consultants tätig. Die Bandbreite der Unternehmen reicht von sehr großen und sehr renommierten Unternehmen wie BCG und Bosch bis zu jungen, ambitionierten Start-up Unternehmen. Für ein Projektteam war das Kick-off meeting bereits kurz vor Neujahr, dementsprechend war die Erholungsphase etwas spärlicher ausgefallen. Der Kick-off Termin für die übrigen Teams reicht von Mitte Januar bis Anfang/ Mitte Februar. Die Projekte dauern je nach Arbeitsaufwand und Kick-off bis April, respektive Juni. Zu den Projekten, deren Inhalten und deren Verlauf werde ich in den nächsten Beiträgen ausführlicher schreiben.Ansonsten beschäftigen wir uns gegenwärtig mit den Fragen des Operations Management und denen des Management of Organizations.Der Kurs Operations Management spiegelt auf sehr gute Art und Weise die Lehrphilosophie der HHL, wie ich sie bisher kennen gelernt habe, wider. Der Kurs ist einerseits sehr ?gründlich?. Damit meine ich, dass die wissenschaftlichen und vor allem mathematischen Grundlagen dieses Faches erarbeitet werden. Beispielsweise wurden uns die mathematischen Grundlagen des ?Newsvendor Problems? vermittelt. Zur Erläuterung: Bei dieser Fragestellung geht es um das Bestimmen der günstigsten Größe des Inventars. Für mich als Juristen, der in seinem Studium mit mathematischen Problemen nicht gerade bombardiert wurde, war das schon knackig.Andererseits sind die Vorlesungen sehr praktisch orientiert. Gerade in diesem Fach sind für fast jede Kurseinheit Fälle vorzubereiten, die dann während des Kurses besprochen werden. Es muss also das zuvor erlernte Wissen in der Regel gleich wieder angewendet werden. Das führt dazu, dass man die Inhalte des Faches, die von nicht unbeträchtlichem Umfang sind, leichter lernt, und andererseits auch ein Gefühl für die Materie bekommt. Nach meiner Erfahrung muss man Wissen praktisch angewendet haben, um es wirklich zu verstehen. Ein rein theoretisches Begreifen ist zwar auch möglich, aber umso schwieriger und zeitintensiver. Und Zeit ist aber das, was man an der HHL bestimmt nicht im Überfluss hat...Es ist auch ein sehr schönes Beispiel dafür, dass die Arbeit trotz ihrer Zeit- und Stressintensität nicht zermürbend ist. Es gibt viel zu tun, aber dadurch, dass man ein stetiges Fortkommen und ein Erweitern seiner Fähigkeiten und Kenntnisse bemerkt, gibt das Studium uns auch stetige Erfolgserlebnisse. Deswegen drückt zwar die Arbeit, sie erdrückt aber nicht.Außerdem beschäftigen wir uns ? wie bereits erwähnt - mit dem Management of Organisations. Dieser Kurs wird von Prof. Dr. Torsten Wulf gegeben. Er lehrt an der Ecole des Ponts in Paris. Der Kurs geht im wesentlichen der Frage nach, wie man als Manager das Verhalten von Individuen, Gruppen und Organisationen beeinflussen kann. Das wirklich faszinierende an dieses Kurs ist, dass er Situationen beschreibt, die man schon einmal in seiner eigenen Arbeitserfahrung erlebt hat. Daher kommen die in dem Kurs behandelten Fragestellungen den meisten Studenten bekannt vor, aber üblicherweise hat man sich mit den meisten Fragen nicht oder zumindest nicht bewusst befasst. Der Eindruck, der dadurch entsteht ist der, als hätte man während seiner Arbeitszeit mit offenen Augen vor Herausforderungen gestanden, die man gar nicht unbedingt als Herausforderung wahrgenommen hat, sondern im wesentlichen instinktiv gelöst hat.Wenn man die dort vermittelten Techniken und Erkenntnisse auf seine eigenen wieder kommenden beruflichen Tätigkeiten zu übertragen vermag, wird man sicherlich auch in der Lage sein, sein eigenes Verhalten distanzierter und kritischer zu betrachten, und es deswegen auch zu optimieren. Darüber hinaus eröffnet dieser Kurs auch die Möglichkeit, innerhalb eines Teams Probleme von Personen zu trennen, sofern sie zu trennen sind. Wenn der Kurs zum Beispiel die sogenannte ?Expectancy Theory? behandelt (eine Prozess orientierte Motivationstheorie) wird auch zum Beispiel die Frage behandelt, was geschieht, wenn zu erreichende Milestones von Vorgaben abhängen, die von einem Mitarbeiter nicht erreichbar sind. Das Gehalt oder Gehaltsbestandteile sind aber von dem Erreichen dieser Milestones abhängen.

Wenn in einer solchen Lage das Management nicht zwischen Erfolgen oder Nachlässigkeiten der Person der Angestellten und Erfolgen und Nachlässigkeiten, die nicht mit der Person zusammenhängen, wie zum Beispiel dem Geschäftsmodell oder der Konkurrenz- oder Marktsituation, unterscheiden kann, wird es dem Unternehmen unmittelbar schaden. Der jeweilige Manager muss also in der Lage sein, zwischen Unzulänglichkeiten der Person und anderen Unzulänglichkeiten zu unterscheiden.In meinem nächsten Bericht hoffe ich auch bereits etwas zu dem gegenwärtig sehr großen Thema des Praxisprojektes schreiben zu können. Eine neue Herausforderung, denn hier wird sich ?im Gefecht? zeigen, was man von der HHL bisher mitgenommen hat.Cheers,
Florian Gibt es Leben außerhalb der HHL?
Wenn dem so ist, was ist mit diesem Leben dann wohl in den letzten Wochen so passiert? Diese Frage habe ich mir kurz vor Jahresende doch tatsächlich gestellt, denn die Arbeitsbe-
lastung war ja nun doch gerade in diesem Zeitrahmen mehr als anstrengend. Mit Gewissheit kann ich sagen, daß ich nicht der einzige MBAler gewesen bin, der sich diese Frage gestellt hat. Man muß sich durchaus bewußt sein, daß das Leben an der HHL durchaus seine zeitlichen Belastungen mit sich bringt. Es ist aber nicht so, daß die HHL nur von überarbeiteten, geknechteten Studenten bevölkert würde.

Ich habe gerade in den letzten Wochen erfahren dürfen, daß Leipzig ein wirklich sehr anregendes wie spannendes Nachtleben zu bieten hat, die Gelegenheiten zum abendlichen, bzw. nächtlichen Ausgehen sind äußerst abwecklungsreich.

Natürlich kennt man üblicherweise in Leipzig HHL Leute und dementsprechend geht man auch vorwiegend mit seinen Mitstudenten abends aus. Die Gruppe der HHLer wird daher nicht nur durch gemeinsames ?Leiden? zusammengeschweißt, sondern auch durch gemeinsames Verbringen von Aktivitäten, die doch etwas mehr Unterhaltungswert bieten, als das gemeinsame Erarbeiten einer Präsentation. Okay, Präsentationen schreiben ist schon lustig, aber es gibt doch eine Form der Freizeitgestaltung, die noch lustiger ist. So sind wir zum Beispiel schon seit Studienbeginn im September dabei, uns auf das ?Ivy League? Turnier vorzubereiten. Dabei handelt es sich um ein Fußballturnier, zum dem viele Mannschaften europäischer Business Schools kommen, an der HHL übernachten und natürlich auch zusammen feiern. Diese Partys haben in der Vergangenheit einen legendären Ruf genossen. Wir sind auch dieses Jahr fest entschlossen, diesen Ruf fortzuführen. Was man nicht alles für seine Business School so tut...

Ebenfalls war die International Party eine sehr spaßige Angelegenheit. Damals, Anfang September, haben alle ausländischen Studenten Gerichte Ihrer Heimat gekocht. Peruanische und polnische Spezialitäten haben einen kulinarisch herausstechenden Rahmen für eine Party geboten, die es in sich hatte. Ebenso legendär wie aufwendig war die Weihnachtsparty, die die Kollegen Mark Holtermann und Amir Taheri aufgezogen haben. Unter dem drohenden ?Fallbeil? von Finance II und Managerial Economics nahmen sie sich die Zeit in der Säulenhalle bei der HHL eine rauschende Party aus dem Boden zu stampfen, die die gesamte HHL vereinte, und die die Meßlatte für zukünftige Weihnachtspartys äußerst hoch legte.

In der festen Überzeugung, daß harte Arbeit auch nach entsprechendem Ausgleich ruft, hat wohl niemand auch nur eine einzige dieser Partys jemals bereut.

Man darf auch wirklich nicht, nach meiner Ansicht zumindest, vergessen, daß das gemeinsame Feiern den Zusammenhalt unter den Studenten, seien sie nun Diplomer oder MBAler, stärkt. Denn eine Stärke einer Business School und gerade der HHL ist natürlich auch das Netzwerk und auch die Freundschaften, die sich in dieser Zeit unter den Absolventen aufbauen. Damit muß natürlich auch in Einklang gebracht werden, daß es Situationen gibt, in denen der Konkurrenzkampf eine Rolle spielt. Wenn es beispielsweise um die Verteilung der begrenzten Studienplätze für das Auslandssemester geht, ist das nichts weniger als ein ?Shoot-out?. Nach gewissen Kriterien werden, so objektiv es geht, diese Plätze verteilt. Wenn es an einer Austausch Business School nunmal nur einen Platz aber 5 Bewerber gibt, kann einer gehen, und die andern 4 eben nicht. Macht man nichts dran...

Und dennoch...
Trotz der teilweise recht unangenehmen Entscheidungen, die in diesem Zusammenhang getroffen werden, ist es üblich, dass die Konkurrenten um einen dieser begehrten Studienplätze sich nach der Vergabe gratulieren oder kondolieren. Man hätte den Studienplatz zwar auch gerne gehabt, aber deswegen wird er nicht den anderen mißgönnt.

Ähnlich ist es bei der Suche nach Praktika oder Jobangeboten. Wenn ein MBA Student verkünden kann, daß er oder sie einen guten Job angeboten bekam, gibt es niemanden der neidisch oder mißgünstig den oder die Jeweilige beäugen würde. Im Gegenteil. Man freut sich für die jeweilige Person, zumal man auch im Hinterkopf hat, daß die eigene Suche auch erfolgversprechend sein wird. Diese Balance zwischen Konkurrenzkampf und freundschaftlicher Verbundenheit ist an der HHL gang und gäbe. Gleiches gilt auch für die vorausgehenden Jahrgänge, die immer wieder selbige Atmosphäre für ihren jeweiligen Jahrgang bestätigen konnten. Ich habe was die Frage des Konkurrenzkampfes angeht mit einer viel schärferen, aggressiveren Atmosphäre gerechnet, zumal ich schon auf einschlägige Erfahrungen aus dem Jurastudium zurückgreifen konnte.

Alles in allem spornt die Atmosphäre an der HHL zu Höchstleitungen an, ohne daß dabei der menschliche Aspekt auf der Strecke bleiben würde.

In dem nächsten Artikel hoffe ich, mehr über unsere Praxisprojekte schreiben zu können, sobald möglichst alle Kunden in die Veröffentlichung Ihrer Projekte eingewilligt haben.

Cheers,
Florian Der halbe Weg
Die ersten sechs Monate des MBA Studiums sind nun vorbei und es liegen weitere sechs Monate vor uns. Man begleitet diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist schön zu wissen, daß es bald beruflich wieder weitergehen wird, es ist traurig zu wissen, daß die Leipziger Zeit sich aller Voraussicht nach dem Ende entgegenneigen wird und damit auch der Kontakt unter uns MBAlern zumindest nicht mehr so direkt sein wird.

Die letzten Wochen waren bestimmt von MBA Kursen, dem Anfertigen von dazugehörigen Präsentationen und natürlich den Praxisprojekten.

Der Kunde des Praxisprojektes, an dem ich mitwirke, ist The Boston Consulting Group (BCG). In dem sehr internationalen HHL Team sind wir zu fünft: 2 Peruaner, 1 Äthiopier und 2 Deutsche. In diesem Team bin ich als Jurist der einzige ohne einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund der einen oder anderen Art. Ich kann allerdings nicht behaupten, dass sich diese Tatsache auf die Projektarbeit negativ ausgewirkt hätte, gleiches gilt für das Studium als solches.

Aufgabe des Projektes ist es herauszufinden, wie und ob im Bankensektor der Wert von bestimmten Banken im letzten Jahr gesteigert worden ist. In diesem Rahmen arbeiten wir mit einem BCG-Team eng zusammen. Das Projekt ist mit sechs Wochen zeitlich vergleichsweise kurz angelegt. Das ist einerseits sehr gut, denn dann werden wir im Sommer, wenn die gemeinsamen, arbeitsintensiven Kurse von MBAlern und Diplom-Studenten beginnen, für unser Studium mehr Zeit haben. Dafür müssen wir uns jetzt natürlich auch in das Projekt ziemlich ?reinhängen?. Einige Nachtschichten sind daher nicht zu vermeiden, vor allem weil die fortlaufenden MBA Kurse auf das Praxisprojekt keine Rücksicht nehmen können. In diesen Phasen lernt man unweigerlich, auf sich die Dinge zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind. Der Tagesablauf wird unbarmherzig von allen Aktivitäten entrümpelt, die nicht dringend sind oder die Arbeit nicht voranbringen. Intuitiver kann man Zeitmanagement wohl nicht lernen...

Die Projektarbeit als solche ist sehr lehrreich. Dass man sich mit den Entwicklungen im Bankensektor beschäftigt ist interessant, sofern man vorhat, später bei einer Bank zu bewerben, auch die beste Vorbereitung für den Bewerbungsprozess. Entscheidender ist dagegen aber, daß man eine gewisse Routine im Analysieren von Zahlenwerken bekommt. Ich habe an mir beobachtet, daß sich das Augenmerk nicht nur auf das Zahlenkonglomerat z. B. der income statements richtet, die ohnehin in vielfach eher Meinung denn Tatsache sind, sondern auch das kritische Bewerten und Hinterfragen der Zahlen mittlerweile automatisch einsetzt. Die Verbindung von Theorie und Praxis an der HHL führt, wie dieses Beispiel zeigt, zu Fähigkeiten,die weder durch eine rein theoretische noch eine rein praktische Ausbildung erlernt werden können.

Im Rahmen unserer Projektarbeit bekamen wir, so glaube ich, einen ungefähren Eindruck, wie man als Neueinsteiger bei BCG arbeiten würde. Das gab mir auch die Möglichkeit, den Beruf als Unternehmensberater unverbindlich aus einer sehr nahen Perspektive kennenzulernen. Die Entscheidung, ob man im Anschluß an sein Studium in einer Unternehmensberatung arbeiten möchte steht dadurch auf einem soliden Fundament eigener Erfahrungen und nicht nur Meinungen aus zweiter Hand. Im übrigen lernt BCG durch dieses Projekt auch uns kennen.

Im Rahmen des MBA Studiums haben wir uns in den letzten Wochen mit dem ?Management of Global Corporations? beschäftigt. Ein Kurs der von Prof. Hungenberg gehalten wurde. Prof. Hungenberg lehrt gegenwärtig an der Universität Erlangen-Nürenberg, war davor Professor an der HHL und davor Berater bei einer sehr großen Unternehmensberatung. Er konnte insofern einen sehr interessanten Einblicke in die Materie geben und sehr gut Theorie und Praxis verbinden.

Der Kurs war sehr intensiv, es mussten insgesamt fünf Präsentationen abends nach den Kursen angefertigt werden. An sich kein Problem, verbunden mit den Ereignissen aus den ersten Absätzen dieses Berichtes entwickelte sich diese Aufgabe zuweilen zu einer Herausforderung. Ich stellte mir zuerst die Frage, warum in einem MBA Kurs ein Thema angesprochen wird, das erstmal nach der Graduierung nicht aktuell sein wird. Denn sicherlich werden wir nicht unmittelbar nach unserer Graduierung ein globales Unternehmen leiten. Es ist aber alles andere als ausgeschlossen, daß man in demnächst als interner oder externer Berater mit diesen Fragestellungen konfrontiert wird. Aber zögern Sie natürlich nicht, ihr globales Unternehmen vertrauensvoll in meine Hände zu legen, ich hätte so ab September wieder Zeit...

Außerdem gab Herrn Steinbeck (IBM Business Consulting Service) einen Kurs über strategisches Management. Herr Steinbeck konnte einen stark praktisch geprägten Einblick in seine Tätigkeit und die Fragestellungen des strategischen Managements geben, ein Tätigkeitsfeld, mit dem er sich nun schon lange Jahre befasst hat. Der Kurs war selbstverständlich von dem Megathema der Globalisierung geprägt und vermittelte einen Einblick in den globalen Wettbewerb, der zumindest mir in diesem Maße so nicht bekannt war.

Sehr großen Wert legte Herr Steinbeck auf eine Fall Studie und die anzufertigende Präsentation. Der MBA Kurs wurde in 7 Teams unterteilt und jedes Team hatte einen anderen Fall zu bearbeiten. Die Schwierigkeit bei dem Anfertigen der Präsentation bestand darin, eine möglichst interessante ?Geschichte? zu vermitteln und sich nur auf das absolut Wesentliche zu konzentrieren. Zweifelsohne kann man diese Fähigkeit auch hinterher ?on the job? noch lernen, hat man die Gelegenheit dies aber noch während der Ausbildung zu erlernen, haben eventuelle Fehler sicherlich weit weniger weitreichende Auswirkungen als im Berufsleben.

Im nächsten Artikel werde ich hoffentlich über Praxisprojekte anderer Gruppen berichten können, die sich doch ganz wesentlich von dem beschriebenen BCG Projekt unterscheiden.

Cheers
Florian Ready for take-off
Die Entwicklung an der HHL schreitet immer schneller voran. Dieser Eindruck drängt sich zumindest mir persönlich auf. Obwohl ich knapp 7 Monate Zeit hatte, mich an mein Studium zu gewöhnen, will sich eine Routine nicht einstellen. Ich empfinde das aber als spannend. Sofern man nicht eine gewisse Befriedidung darin findet, das eigene Leben in ?geordneten? Bahnen zu verleben, wird man an der HHL stets neue Herausforderungen auf sich zukommen sehen, auf die es sich einzustellen gilt.

Eine dieser neuen Herausforderungen ist, sich auf die neuen Diplom Kurse einzustellen. Es handelt sich hierbei um Kurse, die im Rahmen der Lehre zum Diplom Betriebswirt angeboten werden, von denen HHL Studenten 5 frei belegen können. Man tritt als MBA Student in eine Phase ein, in der man bewußt Schwerpunkte bilden kann. Andere ziehen es vor, sich in Ihrem Wissen eher etwas breiter aufzustellen. Die Kurse selbst vermitteln einen sehr tiefen Einblick in die Materie, deswegen sollte meine Bezeichnung als ?breit? nicht mit ?oberflächlich? verwechselt werden. Persönlich habe ich meinen Schwerpunkt auf Finance gelegt und setze mich derzeit mit Themen wie Risk Management, Entrepreneurial Finance und dergleichen auseinander. Einige Mitstudenten nutzen die ersten Wochen des neuen Terms, um sich verschiedene Kurse anzuschauen. Niemand muß daher von Anfang an eine Entscheidung treffen, die man später eventuell bedauern könnte. In meinem Fall sind mir meine Entscheidungen recht einfach gefallen, weil ich später in diesem beruflichen Feld auch arbeiten möchte.

Die beruflich Zukunft kristallisiert sich immer weiter heraus. Bei vielen Mitstreitern des MBA Programms war klar, daß sie in den Bereich der Unternehmensberatung gehen wollen. Einige haben dies auch schon erreicht und nach weniger als 7 Monaten einen Arbeitsvertrag (manchmal sogar mehrere Angebote) in der Tasche. Keine schlechte Bilanz!

Außerdem wird in 2 Wochen die MBA Career Fair in Hannover stattfinden. Die MBA Career Fair ist eine Karriere Messe speziell für MBA Studenten. Um die ?kritische Masse? zu erreichen, haben sich die wohl renommiertesten MBA Programme Deutschlands zusammengeschlossen, um diesen Service für Ihre Studenten und für interessierte Unternehmen anzubieten. Neben der HHL nehmen auch die GISMA, die Mannheim Business School und die WHU teil. An 2 Tagen haben wir die Gelegenheit interessiert Unternehmen kennenzulernen und, nicht zu vergessen, interessiete Unternehmen haben die Gelegenheit, uns kennenzulernen. Nicht selten enden die dort geführten Interviews auch mit Jobangeboten. Neben den Karriereaussichten hat diese Veranstaltung auch eine nette soziale Seite. Das ungezwungen abendliche ?Get Together? ist vielen Kollegen von M5 (MBA Jahrgang des letzten Jahres an der HHL) in prägender Erinnerung geblieben. Die Party ist ohne wesentliche Kosten für ihre Teilnehmer. Naja, ich glaube ich muß insofern nicht tiefer ins Detail gehen...

Überhaupt ist die Stimmung unter uns MBAlern was die Berufsaussichten angeht sehr gut. Diejenigen, die eventuell Ende letzten Jahres noch ihre Aussichten bezweifelt haben, einen guten Job zu bekommen, sind mittlerweile geradezu euphorisch. Zugegeben: Die Berufsaussichten für MBAler sind ohenhin gegenwärtig sehr günstig, aber die ?Delle? der letzten Jahre in der Nachfrage nach MBAlern ist an der HHL vorbeigegangen. Allein in dieser Hinsicht hat sich das Studium an der HHL schon ausgezahlt...

Die gute Stimmung ist nicht zuletzt auch ein Ergebnis des Ski-Wochenendes in Österreich, von dem wir vor einigen Tagen zurückkamen. Nachdem eine Kollegin es doch tatsächlich fertigebracht hat, die geliehenen Ski innerhalb von 27 Minuten nach Ankunft am österreichischen Berg in handliches Kleinholz zu transformieren, ihr selbst ist glücklicherweise nichts passiert, durfte sie unmittelbar ohne schlechtes Gewissen zum 2 tägigen Après Ski übergehen. Nicht alles Üble, was einem widerfährt, hat nur Nachteile. Außerdem haben unsere Südamerikanischen Freunde gelernt, dass nicht unbedingt die Sonne strahlen muß, um sich einen ausgewachsenen Sonnenbrand einzuhandeln. Man lernt halt nie aus. Unterm Strich war es eine ziemlich lässige Veranstaltung, die uns allen den Kopf für die nächsten Wochen frei gemacht hat.

Am 21./22. April wird an der HHL ein Leadership Seminar stattfinden, das sich speziell an Interessenten des MBA Programm der HHL richtet. Der workshop findet (natürlich) in englischer Sprache statt. Redner werden sein Prof. Menno Harms, ehemaliger Vorsitzender der Geschäftführung von Hewlett Packard Deutschland, und Jack Artman (Infineon AG), MBA Alumnus der HHL. Wenn man die Business School seiner Wahl finden möchte, sollte man sich Termine wie diese nicht entgehen lassen! Ich selbst habe diese Veranstaltung im letzten Jahr besucht. Damals war die HHL schon auf meinem ?MBA Radar? aufgetaucht, eine endgültige Entscheidung hatte ich allerdings noch nicht getroffen. Als ich mir mein eigenes Bild jenseits von schicken Homepages und polierten Flyern gemacht hatte, hatte ich auch das MBA Programm gefunden, dass persönlich wie inhaltlich zu mir passte. Die Eindrücke, die ich damals gesammelt habe, waren eindringlicher als alle Artikel, Werbe e-Mails und dergleichen über die HHL, die ich zuvor gelesen habe. Vielleicht trifft man sich in 4 Wochen ja an der HHL...

In meinem nächsten Artikel werde ich hoffentlich die Freigabe bekommen haben, um über die bereits erwähnten anderen Praxisprojekte zu schreiben.

Cheers
Florian Du bist und wirst doch, was Du bist.
Ein MBA Studium beschleunigt das Leben und das Leben in dieser Zeit um ein Vielfaches. Man lernt außergewöhnlich viel und außergewöhnlich schnell (zwangsläufig) und entwickelt sich auch persönlich außergewöhnlich schnell.

Letztere Entwicklung zu beobachten, kann ich nur als frappierend bezeichnen. Ich mag dabei nicht unbedingt das Augenmerk auf meine eigene Person legen, sondern insbesondere auf andere Mitstudenten, zumal ich jene etwas objektiver wahrnehme. Diese Entwicklung zeigt sich vor allem in Gruppenarbeiten und anschließenden Präsentationen. Viele Mitstudenten sind in Ihrer persönlichen Ausstrahlung an der HHL in einem unvorstellbaren Maße reifer geworden. Während am Anfang des Studiums viele Präsentationen zwar auch schon sehr gut gewesen sind, werden sie jetzt nicht nur gut dargestellt, sondern auch mit wirklich überzeugender Ausstrahlung vermittelt. Wir alle haben schon so viele Präsentationen gehalten, mußten uns alle in wirklich harten Question and Answer Runden verteidigen, dass wir dadurch auch persönlich wesentliche Fortschritte gemacht haben. Dabei ist natürlich auch klar, daß diejenigen, die bereits 5 Jahre Berufserfahrung haben, an dieser Entwicklung eingeschränkter teilgenommen haben, zumal diejenigen in ihrer Persönlichkeit einfach ausgereifter waren. Aber selbst im Kreise der ?Erfahrenen? hat noch einmal eine spürbare Entwicklung eingesetzt. Klingt komisch ? ist aber so.

Interessant ist es auch zu sehen, inwieweit die HHL uns hierbei beeinflußte. Ich habe in meinen vorherigen Artikeln erwähnt, dass mich seinerzeit die sehr offene und ?geerdete? Armosphäre an der HHL beeindruckte. Man findet im MBA Programm nicht die Typen, die sich für die ?Helden des Business? halten, nur weil sie auf eine sehr renommierte Privatuniversität gehen. Im Gegenteil, wenn man sich an der HHL profilieren will, dann ist das nur über Leistung möglich und nicht durch das Hervorkehren eines arroganten Habitus. Zumal Arroganz schlichtweg von den MBA Studenten als Schwäche wahrgenommen wird. Genau in diese ?geerdete? Richtung haben sich auch die MBA Studenten entwickelt. Wir wissen, daß und was wir können, aber wir haben es nicht nötig, jedermann auf die Nase zu binden, was wir doch für tolle Hechte sind.

Genau in diese Richtung geht auch der Leadership and Business Ethics Kurs von Prof. Mancke (ausgesprochen ?manke?, ?mänk?, aber nicht ?mänki?). In diesem Kurs werden einige Themen an Hand von Beispielen besprochen und vor allem durch Gespräche mit erfahrenen Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. Vor einer Woche war Menno Harms da, der ehemalige Geschäftsführer der Hewlett Packard Deutschland GmBH. Demnächst wird Prof. Dr. Biedenkopf einen Vortrag halten. Das erste, was uns in diesem Kurs mitgeteilt wurde, war, daß es für jemandem, der noch kein Unternehmen geführt hat, an sich ein wenig schwierig ist, einen Kurs über Leadership zu geben, und das grundsätzlich die Fachliteratur nicht unbedingt etwas taugt, um aus einem MBA Studenten einen Leader zu machen. Das ist genau die ehrliche Einschätzung, die ich an der HHL sehr schätze. Es wird sehr klar kommuniziert was man kann und was man nicht kann. Es wird nicht so getan, als könne und wisse man alles. Diese Geisteshaltung prägt auch uns MBA Studenten. Das ist eine Haltung, die man nicht quantifizieren oder kaum bewerten kann. Aus anfänglicher Projektarbeit weiß ich aber, daß sie für mich sehr viel wert ist. Denn man merkt deutlich, wenn sie fehlt...

Der erwähnte Leadership and Business Ethics Kurs gestaltet sich als äußerst interessant. Es gibt einige Kurse und einiges Wissen, daß ? ich hatte es bereits erwähnt ? theoretisch zu lernen nicht viel bringt. Es sind aber nach meiner Erfahrung gerade diese Kurse, die einem die Augen öffneten und einen anderen Blickwinkel vermittelten. Das sind sicherlich nicht die Kurse, die uns zu den perfekten Coporate Finance oder Marketing Profis machen. Aber es sind die Kurse, die dazu führen, über Dinge nachzudenken und Blickwinkel einzunehmen, die man vorher nicht gehabt hat.

Abschließend noch einige Worte zu unseren Praxisprojekten. Sie waren sehr divers aber alle in vielen Bereichen sehr spannend. Während ich in einem Projekt bei The Boston Consulting Group arbeitete, waren andere Kollegen in einem Projekt mit einem Start-up, dass Video-on-Demand Dienste erbringt. Letzteres Projekt war sicherlich von ganz andere Natur als das Projekt mit The Boston Consulting Group. Die ?Video-on-Demand? Projektgruppe hat eine äußerst unternehmerisch geprägtes Projekt, an derem Ende konkrete Handlungsempfehlungen stehen. Es ist insofern natürlich auch klar, daß dies ein gewisses Maß an Einflußmöglichkeit und damit auch an Verantwortung mit sich bringt. Das Thema des Praxisprojektes war sicherlich für uns alle eine sehr spannende Zeit, und die Möglichkeiten, die wir hier hatten, waren äußerst vielfältig und spannend.

In meinem nächsten Artikel werde ich darstellen, wie sich der dritte Term gestaltet, insbesondere wie sich der Leadership und Business Ethics Kurs weiterentwickelt.

Cheers
Florian Flasche leer
Okay, der Titel mag ein wenig täuschen, ganz so schlimm ist es gegenwärtig nicht. Aber eigentlich waren wir alle aus M6 der Überzeugung, dass eigentlich die wirklich ?böse? Zeit mit der Jahreswende zu Ende gegangen sein sollte und der Titel dann nur noch gemütlich ?nach Hause geschaukelt? werden muss. Kurz zur Klarstellung, eine ?böse? Zeit beinhaltet 4 Stunden Schlaf, viel Arbeit zwischendurch und viele Klausuren, die stressen und viele, viele Paper zu schreiben oder Fälle zu lösen. Dementsprechend waren wir alle überrascht, dass genau das jetzt wieder passiert, was wir schon ein wenig ad acta gelegt hatten. Vor allem unsere Vorgänger aus M5 hatten diese Erwartungen geschürt. Na gut, lamentieren hilft nichts, und was uns nicht umbringt, macht uns stark. Deswegen habe ich mich jetzt entschlossen, in meiner Freizeit diesen Artikel zu schreiben, was mir auch ein wenig Ruhe vor meinen Kommilitonen gewährt und der mit Ihnen verbunden Projektarbeit.

Ich kann wirklich nur bestätigen, dass es zuweilen sehr wehtut, am Sonntag nachmittag ein wenig neidisch auf ein Rudel holländischer Fans zu blicken, die auf dem Weg in das gegenüberliegende Zentralstadium zur WM sind, und in den nächsten 3 Stunden wahrscheinlich eine ziemlich lässige Zeit haben werden. Aber der Fall für corporate valuation löst sich leider nicht von alleine. Wenn die Deadline innerhalb der nächsten 8 Stunden abläuft, sollte man sich lieber in den Gruppenraum zwingen und den Fall lösen. Aber spannend ist die Ausbildung immer noch. Man lernt in wahnsinnig kurzer Zeit ungeheuer viel, so viel, dass man sich manchmal fragt, wie der ganze Stoff im Kopf bleiben soll. In meinem ersten Artikel hatte ich etwas vollmundig angekündigt, innerhalb des nächsten halben Jahres bestimmt auch den Namen der Dame zu erfahren, die an der HHL des Nachts die Räumlichkeiten sauber hält, und die wir wegen unserer langen Arbeitsstunden häufig antreffen. Machen wir es kurz: Ich kenne ihn immer noch nicht. Aber ich weiß, dass ihr Mann vor einigen Wochen einen schweren aber erfreulicherweise folgenlosen Autounfall hatte, was ihr Sohn studiert und ihre Tochter macht. Aber Ihren Namen kenne ich immer noch nicht. Aber das wird auch noch. Im Laufe der Zeit merkt man, dass man auch irgendwann einfach keine Lust mehr hat, noch einmal 3 Stunden an der HHL zu verbringen und zu ackern. Dann lernt man den Leipziger Sommer wirklich lieben. Die Stadt und ihre Bewohner sind sehr fröhlich und aufgeschlossen und ? wie ich finde ? auch ein bißchen verrückt. Aber genau dieser kleine Anteil an Unzurechnungsfähigkeit macht Leipzig sehr liebenswert.

Dementsprechend blicke ich mit einem gewissen Wehmut dem Ende des dritten Terms entgegen: Nur noch einer bleibt übrig. Im letzten Term werden uns ausschließlich Kurse erwarten, die für das MBA Programm geplant sind. Es werden noch ein paar Finance und Accounting Kurse angeboten, das Wissen vom ersten und zweiten Term wird noch einmal aufgefrischt und vor allem praktisch angewandt. Also eine ? wie ich vermute ? noch einmal sehr brauchbare Wiederholung bevor es ins Ausland oder in den Job geht.

Ich hoffe, ich werde in den nächsten Wochen noch ein wenig Zeit finden, über unser Leben an der HHL zu berichten.

Cheers,
Florian Sommer in Leipzig
Nachdem sich der letzte Artikel vielleicht ein wenig erschreckend gelesen hat, ist doch mittlerweile an der HHL ein etwas anderes Klima eingezogen. Die Diplom Studenten haben sich mittlerweile in die Semesterferien begeben. ?Semesterferien? ist da vielleicht ein wenig hoch gegriffen, denn viele absolvieren noch ein Praktikum bevor es ins Ausland geht. Dementsprechend ist es an der HHL geradezu leer geworden und die Arbeitsbedingungen sind paradisisch. Lediglich einige Diplomstudenten, die an ihrer Abschlußarbeit feilen, sind noch neben den MBA Studenten an der HHL anzutreffen.

Das vorhin zitierte ?andere Klima? erstreckt sich vor allem auch auf die Arbeitsbelastung, die gemessen an der Zurückliegenden, den Titel ?Belastung? kaum verdient. Natürlich sind wir immer noch täglich an der HHL. Es gibt im Moment 1 bis 2 Wochen dauernde Intensivkurse, die dann mit einer Klausur abgeschlossen werden. Es sind im Moment aber keine Gruppenarbeiten oder Präsentationen abzuliefern. Zumindest nicht solche, die uns bis 4 Uhr morgens an die HHL ketten würden. Insofern können wir in den lauen Abendstunden unseren unaufhörlich nahenden Abschied von unserer studentischen Existenz auskosten.

Die lauen Abendstunden dürfen dann auch schon mal um 4 Uhr nachmittags beginnen. Denn am letzten Kurstag (Tag des glorreichen Viertelfinalsieges Deutschlands gegen Argentinien bei der WM 2006) schrieben wir mittags noch eine Klausur im Fach Applied Corporate Finance bei Prof. Ahmad. Nachdem wir die Klausur geschrieben hatten, sind wir dann geschlossen ? inklusive Prof. Ahmad ? in die nächste Kneipe gestürmt, und haben uns das Spiel angesehen. Prof. Ahmad ließ es sich dabei nicht nehmen, uns dabei auf einige Gläser Bier einzuladen. Das Spektakel ließen sich auch weitere Professoren der HHL nicht entgehen. Die Atmosphäre war natürlich sehr geladen, zumal einige lateinamerikanische Mitstudenten eine andere (aus deutscher Sicht eine offenkundig ?falsche?) Sympathieverteilung hatten. Bei allen Kontroversen ging die Veranstaltung ohne dauerhafte Verwerfungen innerhalb des Jahrgangs aus. Im Nachhinein finde ich das eine solche Veranstaltung symptomatisch die Verhältnisse an der HHL widerspiegelt. Wir arbeiten sehr hart zusammen, aber wir feieren auch zusammen. Es hat sich ein wirklich beeindruckendes Zusammengehörigkeitsgefühl an der HHL herausgebildet, dass nicht nur die Studenten umfasst, sondern auch den Vertreter der Lehre. Das ist zweifelsohne auch der Größe der HHL zu verdanken. Mit knapp 40 MBA Studenten und ca. 200 K-Studenten kennt man nun einmal jedes Gesicht und mit niemandem hat man in den letzten Monaten zumindest nicht einige Worte gewechselt. Aus meiner Erfahrung von deutschen Hochschulen kann ich auf eine vergleichbar familiäre Atmosphäre nicht zurückblicken.

Die gegenwärtigen Kurse sind unterschiedlich. Sie reichen vom erwähnten Applied Corporate Finance über Managerial Accounting zu Management Practices in Central Eastern Europe. Es scheint zumindest so, als wäre die Kurse, die wirklich hart waren, jetzt vorbei. Es ist aber nicht so, daß man die gegenwärtigen Kurse auf die leichte Schulter nehmen sollte oder diese einfach oder gar trivial wären. Die harten Zeiten scheinen erst mal vorbei zu sein. Obwohl ich vielleicht ein wenig vorsichtig sein sollte mit solchen Aussagen, denn davon bin ich ja in meinen letzten Artikeln schon einmal ausgegangen, und wurde unsanft eines Besseren belehrt.

Ein paar MBAler nehmen an einigen Kursen des letzten Terms nicht teil. Sie werden sich ihre notwendigen credit points an den Austauschunis im Ausland erarbeiten müssen.

Cheers,
Florian
Dieser Artikel ist erschienen am 17.01.2006