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Flickenteppich - Wahrscheinlichkeit: 10 %

Die CDU-regierten Länder Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg, Hessen, Saarland und Niedersachsen machen ihre Wünsche wahr und führen Studiengebühren ein. Die SPD-Länder, allen voran NRW, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz, halten am Gratisstudium fest.
Die CDU-regierten Länder Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg, Hessen, Saarland und Niedersachsen machen ihre Wünsche wahr und führen Studiengebühren ein. Die SPD-Länder, allen voran NRW, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz, halten am Gratisstudium fest. Um ihre Unis gegen den Ansturm von "Gebührenflüchtlingen" aus den Nachbarländern zu schützen, werden verschiedene Maßnahmen getroffen: NRW lässt begehrte Fächer mit einem entsprechend hohen Numerus clausus belegen, um nur die Besten ins Land zu bekommen. Rheinland-Pfalz führt die so genannte Landeskinder-Regelung ein: Nur wer sein Abitur im Pfälzischen gemacht hat, studiert gratis. Alle anderen müssen zahlen.
Einen Gebührenflickenteppich Deutschland - hier gebührenfreies, dort kostenpflichtiges Studium - halten Experten wie Klaus Klemm, Bildungsforscher an der Uni Essen, dauerhaft für unwahrscheinlich: "Wie die Dominosteine werden die Länder kippen, bis wir bundesweit Gebühren haben." Gegen große Wanderwellen in der Übergangszeit sprechen vor allem drei Gründe:
  • Die Attraktivität der Uni-Stadt: München oder Heidelberg finden die meisten schlicht schöner als Siegen oder Essen.
  • Die Heimatverbundenheit: An jeder deutschen Hochschule kommen mindestens 60 Prozent der Studenten aus der Region - wo Familie und Freunde leben.
  • Das Studienfach: Viele Fächerkombinationen lassen sich schon jetzt nur an wenigen Hochschulen studieren. Und im Zuge der weiteren Profilbildung wird es künftig eine noch stärkere Konzentration geben.

Dieser Artikel ist erschienen am 01.04.2005