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Fertigungsanlagen und Feinwerktechnik

Dominik Schöneberg
Keine Ingenieurdisziplin wählen Studierende so häufig wie Maschinenbau. Spätestens mit Beginn des Haupstudium müssen sie sich für eine von vielen Fachrichtungen entscheiden. karriere Online stellt die wichtigsten vor ? von Fahrzeug- bis Umweltechnik.
Feinwerktechnik
Luft- und Raumfahrttechnik
Physikingenieurwesen
Produktionstechnik
Textiltechnik
Umwelttechnik

Fahrzeugtechnik

Egal ob ICE oder LKW: Fahrzeugtechnik-Ingenieure beschäftigen sich mit allem, was auf Rädern rollt. Dabei entwickeln sie zum Beispiel Motoren oder konstruieren Karosserien. Die wichtigsten Ziele bei der Produktion eines Fahrzeuges sind Zuverlässigkeit, Sicherheit, Wartungsfreundlichkeit und möglichst niedrige Herstellungskosten. Fahrzeugtechnik verbindet grundlegendes Wissen auf dem Gebiet des Maschinenbaus mit Elementen aus der Elektrotechnik. Schließlich spielen elektronische Bauteile in Fahrzeugen eine immer größeren Rolle. Studenten können sich entweder auf bestimmte Fahrzeuge (Nutzfahrzeuge, Schienenfahrzeuge) oder auf Fahrzeugteile (Motoren, Karosserie) spezialisieren.

Feinwerktechnik

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CD-Player, Armbanduhr oder Fotoapparat: Feinwerktechniker entwickeln sehr unterschiedliche Produkte. Gemeinsam haben alle, dass die Konstruktion interdisziplinäres Wissen aus den Bereichen Mechanik, Elektronik, Optik, Werkstofftechnik und Informatik erfordert. Auf möglichst kleinem Raum sollen möglichst viele Gerätefunktionen untergebracht werden. Dafür müssen Feinwerktechnik-Ingenieure neue Werkstoffe erproben und innovative Fertigungsverfahren entwickeln. Dabei verknüpfen sie elektronische und mechanische Elemente zu einer präzise und zuverlässig funktionierenden Einheit: Sensoren messen physikalische Größen und wandeln sie in elektrische Signale um. Ein Mikrochip verarbeitet die Daten und löst dann beispielsweise wiederum eine mechanische Bewegung aus.
Raumfahrttechnik: Mitarbeiter von EADS arbeiten an Modulen für die Raumstation ISS. Quelle: dpa

Luft- und Raumfahrttechnik

Otto Lilienthal erfüllte sich 1891 als erster Mensch den Traum vom Fliegen mit einem selbst gebauten Fluggerät. Wer dem Flugpionier nacheifern möchte, sollte sich für die Fachrichtung Luft- und Raumfahrttechnik entscheiden. Luftfahrtechniker konstruieren Luftfahrzeuge aller Art, vor allem Hubschrauber und Flugzeuge. In der Raumfahrttechnik beschäftigt man sich mit Transportmitteln wie Raketen und Flugkörpern wie Satelliten. Der Schwerpunkt in beiden Disziplinen liegt dabei darauf, möglichst leichte und zuverlässige Fluggeräte zu entwickeln. Wenn Luftfahrt-Ingenieure für Fluggesellschaften arbeiten, planen sie zum Beispiel den Einsatz der Flugzeugflotte und erarbeiten Wartungs- und Instandhaltungsrichtlinien.

Physikingenieurwesen

Wer sich nicht zwischen Theorie und Praxis entscheiden mag, sollte vielleicht Physik-Ingenieur werden. Das Physikingenieurwesen schließt die Lücke zwischen Mathematik und Physik und den Ingenieurswissenschaften. Aus physikalischen Forschungsergebnissen stricken Physikingenieure verkaufsfähige, technische Anwendungen. Sie unterstützen aber auch andere Spezialisten bei der Entwicklung eines neuen Produktes: Wenn physikalische Experimente oder aufwändige Berechnungen erforderlich sind, müssen Physik-Ingenieure ran. Außerdem entwickeln sie Modelle, mit denen Eigenschaften und Verhalten einzelner Komponenten mathematisch simuliert werden können. Das spart Zeit und Kosten, die für herkömmliche Versuchsreihen angefallen wären.

Produktionstechnik

Wie werden Kartoffelchips hergestellt? Solche Fragen beantworten jeden Sonntag Vormittag die Sachgeschichten in der Sendung mit der Maus. Dort bekommt man einen Einblick in die Produktionshallen moderner Fabriken. Produktionstechnik-Ingenieure sorgen dafür, dass solche Produktionsanlagen reibungslos funktionieren. Sie planen neue Fabriken oder optimieren bestehende Produktionsverfahren. Dabei haben sie den gesamten Zyklus der Produktion im Auge. Produktionstechniker sorgen etwa dafür, dass der Übergang von der Produktion zum Vertrieb funktioniert. Vor allem stellen sie sicher, dass eine Produktionsanlage nicht nur qualitativ hochwertige Erzeugnisse produziert, sondern dass dabei auch möglichst niedrige Kosten anfallen. Produktionstechniker arbeiten dabei eng mit Automatisierungs- und Verfahrenstechnikern und Wirtschaftsingenieuren zusammen. Da aber auch immer Menschen an der Produktion mitarbeiten, müssen Produktionsingenieure auch auf den Gebieten Betriebspsychologie und Arbeitswissenschaften fit sein: Mitarbeiter bringen schließlich nur dann ihre volle Leistung, wenn sie sinnvoll in den Produktionsprozess eingebunden sind.

Textiltechnik

Webmaschinen, Spinnmaschinen, Strickmaschinen: Deutschland ist weltweit Marktführer in der Herstellung von Textilmaschinen. Aus natürlichen oder künstlichen Fasern werden Stoffe für die verschiedensten Anwendungen hergestellt und weiterverarbeitet: Die Produkte reichen vom Strickpulli über den Autositzbezug bis zum Fallschirm. Dabei steigen die Anforderungen an Textilien immer weiter; Bekleidung soll inzwischen nicht mehr nur warm halten, sondern auch atmungsaktiv, wasserdicht und schmutzabweisend sein. Textiltechniker entwickeln Maschinen, die so gut wie alle Arbeitschritte automatisch ausführen - von der Wolle zum Anzug.
Umwelttechnik: In der Recyclingzentrale von ATU werden Altreifen gesammelt und wiederverwertet. Quelle: dpa

Umwelttechnik

Umwelttechnikingenieure sorgen für frische Luft, saubere Böden und klares Wasser. Sie befassen sich mit der Verschmutzung der Umwelt durch Industrie und Privathaushalte; sie analysieren die Belastung, um sie dann zu beseitigen oder zumindest zu reduzieren. Umwelttechnikingenieure konstruieren zum Beispiel Kläranlagen oder Lärmschutzeinrichtungen. Ein weiteres Arbeitsfeld ist Abfallentsorgung und -recycling. Umweltingenieure können aber auch bei der Entwicklung von Produktionsanlagen mitarbeiten: Dann sorgen sie dafür, dass Fabriken nicht nur kostengünstig, sondern auch umweltfreundlich arbeiten. Auch als Gutachter im öffentlichen Dienst sind Umweltingenieure gefragt, zum Beispiel um die Auswirkungen von Baumaßnahmen zu bewerten.
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Weiterführende Links:

Weitere Informationen zu den Fachrichtungen des Maschinenbaus finden Sie unter folgenden Links:
http://www.studienwahl.de/fmg.htm

http://www.vdi.de/vdi/b_karriere/sfkb_einstieg/08802/index.php

Auch das Arbeitsamt stellt Informationen zur Verfügung. Die Ingenieurberufe finden sich unter D wie Diplom-Ingenieur.
http://berufenet.arbeitsamt.de/alpha/alph_d.html#studium

Welche Hochschulen Ihre Wunschfachrichtung anbieten, erfahren Sie in der Datenbank Hochschulkompass:
http://www.hochschulkompass.de

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Dieser Artikel ist erschienen am 08.07.2004