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Fast 50.000 Jugendliche ohne Lehrstelle

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland hat sich weiter verschlechtert. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg die Lehrstellenlücke im Berufsberatungsjahr 2005/2006 um weitere 6 200 auf 34 100

Die Zahl der noch nicht vermittelten Bewerber erreichte Ende September mit 49 500 den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Das sind 9 000 mehr als im Vorjahr.

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Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der gemeldeten Lehrstellen um 12 000 auf 459 500 zurück. Damit kamen 166 Bewerber auf 100 gemeldete Stellen. Im Vorjahr lag die Relation noch bei 157 zu 100. Lediglich 48 Prozent der Bewerber haben nach Angaben der BA in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz bekommen.

Hauptgrund für die nach wie vor angespannte Situation auf dem Lehrstellenmarkt ist laut BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt ein sehr geburtenstarker Jahrgang. Zudem hätten sich infolge der Hartz-IV-Reform auch frühere Sozialhilfeempfänger um einen Ausbildungsplatz bemüht. Ferner sei bei den Abiturienten wegen der Einführung von Studiengebühren eine rückläufige Studierneigung festzustellen

Trotz der Rekordzahl an unversorgten Bewerbern lag die Zahl der noch nicht besetzten Ausbildungsplätze Ende September mit 15 400 um 2 800 über dem Vorjahreswert

Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sind derzeit in Deutschland inoffiziell rund 100 000 Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz.
Dieser Artikel ist erschienen am 16.10.2006