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Falko Kloepper

Die Ausgangsfragen
Die ersten Wochen
Endspurt für das erste Quartal







Wo standen Sie (beruflich/karrieremäßig), als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?

Ich bin 29 Jahre alt, habe Jura studiert und wurde 2001 in München zur Rechtsanwaltschaft zugelassen. Ich habe das LL.M. Eur. (Master of Law) Programm der LMU München absolviert. Von 2001 bis 2004 war ich für Ernst & Young in München als Berater in den Bereichen Corporate Finance und Corporate Restructuring tätig. Bereits während meines Studiums habe ich versucht, mir durch Praktika im In- und Ausland (in erster Linie Banken und Finanzdienstleister) Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Betriebswirtschaftslehre zu verschaffen. Diese Kenntnisse, die ich auch bei Ernst & Young einsetzen und weiter vertiefen konnte, möchte ich mit dem MBA von Kellogg auf ein solides Fundament stellen und weiter ausbauen.

Die besten Jobs von allen


Warum ein MBA?

Neben der Vertiefung meiner betriebswirtschaftlichen Kenntnisse eröffnet einem ein MBA neue Horizonte und Karrieremöglichkeiten.

Die Möglichkeit, sich mit einer Vielzahl von potentiellen Top-Arbeitgebern aus fast allen Branchen und Tätigkeitsbereichen bei Recruiting-Veranstaltungen direkt auf dem campus zu unterhalten ist hilfreich, um seine eigenen Karrierepläne laufend zu hinterfragen und zu optimieren. Im normalen Arbeitsleben kommt sicher nicht häufig vor, dass der potentielle Arbeitgeber zu einem kommt und sich vorstellt.

Auch besteht die Möglichkeit, sich mit den Studenten zu unterhalten, die bereits in den angestrebten Brachen/Unternehmen tätig waren. So erhält man ehrliche Auskünfte aus erster Hand sowie wertvolle Kontakte zu Personen, die oftmals noch engen Kontakt zu ihren ehemaligen Arbeitgebern halten. Auch die professional clubs (z.B. Consulting, Finance, General Management) helfen, Informationen über spätere Arbeitgeber zu erhalten und Insider-Kontakte in die Unternehmen herzustellen. Ebenso besteht die Möglichkeit auf das Kellogg Alumni Netzwerk zurückzugreifen, das über ca. 50.000 Mitglieder verfügt.

Ein weiterer Grund für einen MBA ist die Internationalität des Programms. Da ca. 30% der Studenten aus dem Ausland stammen, ist gewährleistet, das Themen und Cases auch aus der internationalen Sichtweise betrachtet werden. Auch der unterschiedliche Werdegang der Studenten erweitert die Perspektive. So wird ein Architket aus Argentinien einen Fall oftmals anders angehen als ein indischer IT-Ingenieur oder ein englischer Investmentbanker. Diese Vielzahl der Perspektiven und der sich daraus ergebenden Sichtweisen ist allein im Rahmen eines MBA-Programms zu finden und bietet eine optimale Vorbereitung auf eine international ausgerichtete Berufstätigkeit.

Warum diese Schule?

Ein Jahr/zwei Jahre?

Ich habe mich für ein zweijähriges Programm aus mehreren Gründen entschieden:

1.) Auch wenn ich über gewisse betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfüge, so habe ich doch als Jurist in einigen Bereichen noch Nachholbedarf. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich zwei Jahre benötigen werde, um mir die fehlenden Kenntnisse anzueignen. Denn nichts wäre schlimmer als nach Ablauf eines einjährigen Programms festzustellen, dass noch Lücken bestehen und wesentliche Bereiche nicht abgedeckt wurden.

2.) Ferner möchte ich auch genügend Zeit haben, um Recruiting-Veranstaltungen zu besuchen, außeruniversitäre Interessen zu verfolgen und viel mit meinen Studienkollegen zu unternehmen. Im Rahmen einjähriger Programme steht für diese Aktivitäten erheblich weniger Zeit zur Verfügung.

3.) Zuletzt bin ich mir noch nicht 100% sicher, was ich nach dem MBA machen möchte. Das summer internship und die zweijährige Studiendauer erlauben es mir, ausreichend über meine Zukunft nachzudenken und dabei die Erfahrungen und Einstellungen meiner Kommilitonen zu reflektieren. Im Rahmen der ein-Jahr-Programme müssen die Studenten regelmässig kurz nach Programmbeginn ins Recruiting, obwohl sie noch fast keine neuen Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnten. Falls man nach dem MBA zu seinem alten Arbeitgeber zurückkehrt, ist dieser Aspekt wohl weniger wichtig.

Europa/USA?

Ich habe mich fuer ein amerikanisches MBA Program entschieden, da die US Schulen nach fast allen Rankings noch immer die besten Schulen weltweit stellen. Und wenn ich schon 120.000 Euro für eine Ausbildung ausgebe, so sollte es schon die beste sein. Des weiteren ist die Distanz zur alten Welt sicherlich hilfreich, neue Wege zu gehen oder diese zumindest einmal anzudenken. Denn der tiefe Einschnitt, den ein MBA für das eigene Leben bedeutet (back to school, Kredit aufnehmen, umziehen, neue Leute kennen lernen etc.), wird durch die geographische Trennung und den Umzug auf eine anderen Kontinent weit weg von Europa noch verstärkt. Und dieser Einschnitt macht es einfacher, mit alten Denkmustern, Ansichten und Prämissen zu brechen und sein Leben und seine künftige Karriere unter Refelxion der Lebenswege, Einstellungen und Karrieren der vielen neuen Kommilitonen nochmal zu überdenken. So entwickelt sich auch die eigene Persönlichkeit weiter.

Ferner denke ich, dass man als Europäer einiges von erfolgreichen US-Unternehmen vor Ort lernen kann. Auch wenn auch in den USA sicher nicht alles Gold ist was glänzt, so muss man neidlos anerkennen, dass in fast allen Branchen US-Unternehmen die grössten und profitabelsten Unternehmen stellen. Auch im Bereich der Finanzmärkte geben die US den Ton an (weltgrösster Aktienmarkt, Entwicklung zahlreicher innovativer Finanzinstrumente, grösste Banken und Finanzdienstleister, grösste Hedge Funds und Wiege der private equity Gesellschaften, die gerade den deutschen Markt aufrollen). Warum also nicht von den Besten und erfolgreichsten direkt vor Ort lernen (Professoren, CEO's, US-Kommilitonen, recruitende US-Unternehmen) und ihre Mentalität und Erfolgsrezepte verstehen und selbst anwenden?

Auch könnte ich mir gut vorstellen, nach dem MBA ein paar Jahre in den USA zu bleiben oder auch fuer ein US-amerikanisches Unternmehmen zu arbeiten. Fuer diese Ziele ist ein US-MBA hilfreich.

Warum Kellogg?

Ich habe mich aus folgenden Gründen entschlossen, meinen MBA bei Kellogg zu absolvieren.

- Im Rahmen meines campus Besuchs vor meiner Bewerbung und der zahlreichen Gespräche mit Alumni, Kommilitonen und admissions Mitarbeitern war mir die Schule einfach am sympatischten.

- Ferner legt Kellogg grossen Wert auf Teamwork und die Stärkung der soft skills der Studenten. Dies kommt meinem Charakter sehr entgegen.

- Wichtig war für mich ferner die starke Betonung des studentischen ausseruniversitären Engagements. Neben ehrenamtlichen Tätigkeiten sind die Kellogg Studenten in über 80 Klubs aktiv und gestalten aktiv das Leben an der Uni.

- Ein weiterer Grund für mich zu Kellogg zu gehen war der gute Ruf im Bereich General Management, da ich plane in diesem Bereich meine Karriere fortzusetzen

- Auch die geographische Lage von Kellogg hat mich überzeugt. Das campus befindet sich direkt am Lake Michigan, sodass neben Wassersport auch Strandbesuche eine wesentliche Rolle im Studentenleben spielen. Die Evanston ist eine der reichen und sehr schönen Vororte von Chicago (viel Grün, fast keine Kriminalität, schöne Häuser). Dennoch sind die Mieten vergleichsweise niedrig. Die Vorteile einer Kleinstadt werden ergänzt durch die Nähe zur Weltstadt Chicago. In ca. 30 Minuten erreicht man eine andere Welt mit zahlreichen Bars, Restaurants, Museen, Konzerten, Einkaufsmöglichkeiten. Von der Lage her bietet Evanston also das beste beider Welten.
- Kellogg ist berühmt für die hohe Qualität und das Engagement seines Career Management Center (CMC), das dafür sorgt, dass alle Studenten möglichst schnell ihren Traumjob finden.

- Nicht zuletzt hat das Ranking von Kellogg meine Entscheidung beeinflusst. Kellogg wird derzeit sowohl von Business Week als auch vom Economist als weltweit bestes MBA-Programm bewertet.

- Der Markenname "Kellogg" ist auf der ganzen Welt ein Begriff und steht für eine Top-Ausbildung

- Kellogg legt grossen Wert auf das ausseruniversitäre Engagement der Studenten. Es muss noch ein Leben neben Studium oder Beruf geben. Dies spielt bei Kellogg eine wesentliche Rolle: "study hard, play hard".
- Am wichigsten war jedoch, dass meine Wertvorstellungen und Ideale mit denen Kellogg's übereinstimmten. Dies sollte jeder im Rahmen eines campus Besuchs für sich selbst herausfinden.

Ein MBA ist teuer. Wieviel kostet Ihr MBA-Programm? Mit wieviel Kosten rechnen Sie insgesamt (inkl. Wohnen und Lebenshaltung etc.)? Wie finanzieren Sie Ihren MBA?

Die Studienkosten betragen für das Zweijahresprogramm US$ 72.000. Zusaetzlich rechne ich mit Lebenshaltungskosten in Höhe von US$ 40.000. Etwas die Hälfte des Betrags konnte ich mit einem Darlehen von Kellogg finanzieren. Den Rest bringe ich selbst auf (Erspartes und Steuerrückerstattungen)

Die steuerliche Absetzbarkeit von Weiterbildungskosten hilft bei der Finanzierung. Die Verluste aus vorweggenommenen Werbungskosten lassen sich ein Jahr zurück sowie unbegrenzt vortragen. Auch doppelte Haushaltsführung ist möglich. Die erzielbaren steuerlichen Entlastungseffekte machen den MBA um einiges billiger (die steuerliche Absetzbarkeit des MBA ist uebrigens ein Privileg, das weltweit fast nur in Deutschland gibt, also nutzt es!)

Die regelmässig nicht unwesentlichen Gehaltssteigerungen nach dem MBA erlauben es, die Darlehen in wenigen Jahren zurück zu zahlen. Zusätzlich existieren einige Stipendien, z.B. DAAD, Fulbright, Studienstiftung.

Sie sind nun schon ein paar Wochen an Ihrer Schule. Welches waren Ihre ersten Eindrücke? Was hat Sie überrascht? Was gefällt Ihnen besonders? Was gefällt Ihnen weniger?

Meine ersten Eindrücke erfüllen meine hohen Erwartungen. Kurz vor Beginn des Programms habe ich mit Kommilitionen einen einwöchigen Trip nach Ecuador unternommen. Die anderen Studenten verteilten sich auf Reisen zu weiteren 20 Destinationen. Diese Reise war nicht nur unheimlich spannend, sondern erlaubte es auch, bereits vor Studienbeginn Freundschaften mit Kommilitonen zu schliessen und Erfahrungen auszutauschen

Die nächsten zwei Wochen finden neben eines Leadership-Vorlesungsblocks jeden Tag zahlreiche Teamaktivitäten statt. Dabei lernen sich die Studenten kennen und üben sich als Teamplayer. Diese Teamausrichtung bereits zu Beginn des Programms gefällt mir besonders. Ebenso bin ich von der Offenheit meiner Kommilitonen begeistert. Ich lerne jeden Tag zahlreiche neue Leute kennen, die Studenten gehen auf einander zu und haben keinen Scheu voreinander. Man hilft sich, wo man kann.

Auch die Professionalität der Gestaltung des Programms begeistert mich. Die Aktivitäten im Rahmen des Teambuildings (zum Beispiel Besuch eines Baseballspiels, Karaoke-Abende, Sportwettbewerbe) sind abwechslungsreich und perfekt organisiert. Für jedes Problem existieren freundliche Asprechpartner und Experten (zum Beispiel IT-support, Hilfe bei der Gestaltung von Lebensläufen, Test-Interviews), die einem sofort weiterhelfen. Auch die technische Ausstattung der Schule ist state of the art. Enttäuschungen habe ich bisher noch keine erlebt.

Ich kann Euch einen MBA bei Kellogg nur empfehlen. Am besten kommt ihr jedoch mal rüber und schaut Euch die Sache selbst vor Ort an. Es existieren wirklich GROSSE Unterschiede von den einzelnen Programmen und ihr solltet sicherstellen, dass Eure Erwartungen und Anforderungen an das Programm nicht enttäuscht werden.

Falls Ihr Fragen habt könnt ihr mich gerne anmailen, meine Address lautet Fkloepper2006@kellogg.northwestern.edu. Bitte habt Verständnis, wenn ich auf Grund meines vollen Terminkalenders nicht sofort antworte.

Euer Falko Nachdem nun ein paar Wochen seit Beginn des MBA-Programms verstrichen sind möchte ich Euch ein kurzes Update über die Entwicklungen der letzten Wochen geben.

1.) Akademisches

Die ersten zwei Wochen fand jeden Tag über mehrere Stunden nur eine Vorlesung statt, "leadership". Dies zeigt den grossen Wert, den Kellogg diesem soft-skill Bereich, der auch im Wirtschaftsleben immer mehr Bedeutung erlangt, beimisst. Diskutiert wurden Themen wie ethics, teambuilding, motivation, negotiations, decision making with incomplete information, biased decision making, company culture, etc. Verdeutlicht wurde der Vorlesungsstoff anhand zahlreicher case studies und Rollenspiele. So wurden zum Beispiel Verhandlungen simuliert, bei denen die Verhandlungspartner unterschiedliche, der anderen Seite jeweils unbekannte Ziele hatten, und es Aufgabe der Verhandelnden war, die Ziele und Praemissen des anderen herauszufinden. Der Lerneffekt der Vorlesung war auf Grund der zahlreichen Praxisanwendungen und der guten Professoren immens. Hilfreich war auch die Tatsache, dass die Professoren ihre "leadership"-Vorlesungen auch im Rahmen der Kellogg Executive Education Programme vor erstklassigen Managern abhielten und daher ihre Erläuterungen anhand unterschiedlichster Praxisfälle aus zweiter Hand illustrieren konnten.

Nach den zwei Wochen leadership training begannen die "normalen" Vorlesungen.
Im Rahmen des Kellogg-MBA-Programms hat der Student im ersten und zweiten Quartal insgesamt 9 Pflichtvorlesungen in Kernbereichen wie Strategie, Accounting oder Operations zu besuchen. Dies gewährleistet, dass alle MBA-Studenen über ein Mindestwissen in den Kernbereichen verfügen. Soweit man auf Grund von Arbeitserfahrung oder Undergraduate-Studium bereits über Erfarhrungen in den jeweiligen Bereichen verfügt, kann man durch das Absolvieren einer Prüfung diese Kernkurse abwählen

Auf Grund meiner Arbeitserfahrung im Bereich Corporate Finance habe ich im Bereich Finance den Kurs Turbo Finance belegt, der die Kernkurse Finance I und II zu einem beschleunigten Finance Kurs vereint. Weitere Vorlesungen habe ich in den Bereichen Accounting, Strategy und Statistik, ausser Finance habe ich keine Kernkurse niedergelegt. Die Vorlesungen basieren zum Teil auf Case Studies, zum Teil auf lecture slides. Es wird erwarte, dass man die Vorlesungen vor- und nachbereitet, was relativ zeitintensiv ist. Auch wenn der Inhalt der Kurse machbar ist so gerät man auf Grund der zahlreichen anderen Aktivitäten (Studenten Clubs, recruting, sport, socializing, etc.) doch dann und wann unter Zeitdruck. Ein gutes Training fuer das spätere Arbeitsleben, man lernt Prioritäten zu setzen.

2.) Studenten Clubs

Alle ca. 70 Kellogg Clubs haben Ihre Tätigkeiten nach der Sommerpause wieder aufgenommen (Übersicht unter www1.kellogg.northwestern.edu/scripts/clubdirpub/ClubGroupDirectory.asp). Die Angebote reichen von professional clubs (consulting, banking, general management, marketing, industry clubs wie energy oder consumer goods) über ehrenamtliche Tätigkeiten (zahlreiche Projekte in und um Chicago) bis hin zu Hobbies (Weinclub, Culture Club) und Sport (so ziemlich jede erdenkliche Sportart). Soweit ein Club im eigenen Interessenbereich noch nicht besteht kann man auch jederzeit einen neuen Club gründen. Oberste Prämisse bei Kellogg ist, dass die Studenten den Grossteil ihrer extracurricular Aktivitäten selbst organisieren. Das stärkt Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent und Führungsqualitäten. Und wer wüsste auch besser, welche Aktivitäten wir wollen und wie diese zu organisieren sind, als wir Studenten selbst.

Weitere Prämisse: man hilft sich! Und das nicht nur, weil Kellogg für Teamwork berühmt ist, sondern weil so alle weiterkommen. Als kleines Beispiel nur ein email des Kellogg Golf Clubs, welches ich soeben bekommen habe (22:30 Chicago Zeit):

"Golf Club,

We are looking for some volunteers who would like to offer tips and advice to some of your fellow classmates who are beginners and looking to learn how to play.

If you're interested in teaching, please shoot me an email. You don't have to have any teaching experience, be a scratch player, or anything - this is not a formal lesson, but rather is primarily to help those with very little experience to learn in a non-intimidating environment.

We are shooting to do these during our regular Tues/Thurs 4:30pm outings at Wilmette Golf Course. If these times don't work for you but you are still interested in helping out, also let me know.

Thanks,
Golf Club Co-Chairs
Dan, Kenny, Jon, Deanna, Manish, & Oliver


Die Clubs organisieren zahlreiche Events (so z.B. der Entrepreneuship Club einen Vortrag von Sun Microsystems Chairman and CEO and Co-founder Scott McNealy) und suchen ehrenamtliche Mitarbeiter, die diese Events organisieren und durchführen. Kellogg ist für das ausserordentliche Engagement seiner Studenten im Bereich student clubs und extracurricular activities bekannt. Ich habe mich entschlossen neben verschiedenen Sport- und zwei professional clubs im admission club aktiv zu werden. Dort erhält man nach verschiedenen Schulungen die verantwortungsvolle Aufgabe, potentielle neue Kellogg Studenten zu interviewen. Bestimmte Studenten erhalten auch die Möglichkeit, direkt im Auftrag des Admissions committee Bewerbungen zu lesen und zu bewerten. Ich halte diese Tätigkeit für das admisison comittee für sehr wichtig, da der künftige Erfolg von Kellogg davon abhängen wird, die Studenten zu finden und für die Schule zu begeistern, die die Werte und Ideale von Kellogg teilen und den guten Ruf von Kellogg mehren. Als Teil des Admission commitee kann ich meinen Beitrag dazu leisten.

3.) Recruiting

Das recruiting fuer die summer interships 2005 hat bereits begonnen. Das career management center (CMC) unterstützt alle Studenten tatkräftig im Rahmen der Bewerbungen und erhält für seine Arbeit Top-Noten in fast allen MBA-Rankings. Man könnte das CMC fast als professionellen Headhunter und HR-Berater mit unvergleichlichen Erfahrungen und Kontakten betrachten.

Das CMC bietet neben zahlreichen Workshops (zB. resume writing, networking training, job search strategies, interview training mit video Aufzeichnung, etc.) auch einzelne Counselling Gespräche mit erfahrenen HR-Mitarbeitern zur Karriereentwicklung an (zu Themen wie "wie muss ich mich verkaufen, welche Unternehmen werden an welchen Fähigkeiten interessiert sein, wie kann ich meinen Tätigkeitsbereich nach dem MBA wechseln - zum Beispiel von Investment Banking ins Marketing - ohne als drop out zu gelten, welche Unternehmen sollte ich als Deutscher ansprechen").

Eine Vielzahl von Unternehmen kommt dirket aufs campus (McKinsey, BCG, Bain, Booz Allen, Goldman, Merrill, Morgan Stanley,Citigroup, Lehman, United Airlines, General Motors, General Electric, J&J, Unilever, Pepsi, you name it). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, über die detaillierte Kellogg Alumni Datenbank direkt Alumni in bestimmten Unternehmen ausfindig zu machen und anzusprechen. Zahlreiche US-Unternehmen stellen auch internationale Studenten ein (die meisten Consultants und Investment Banken), wenn auch oftmals nur für deren Heimatregionen (zB. General Electric)

Deutsche Unternehmen auf dem campus sind eher die Ausnahme. Diese muss man entweder direkt ansprechen oder man findet sie auf der German MBA conference (siehe unten). Eine weitere MBA conference inbesondere fuer europäische recruiter ist die MBA Eurotrek in London.

4.) German MBA conference

Im November wird in Wharton eine MBA Konferenz für die deutschsprachigen Studenten von Top US-business schools stattfinden (website www.germanmbaconference.org). Die Konferenz wird von den teilnehmenden Studenten selbst organisiert und bietet Zugang zu top MBA recruitern in Deutschland. Die Vortragenden gehören zur Elite der Deutschen Wirtschaft. Es wird es unsere Aufgabe sein, in Zukuft mehr und mehr deutschen Arbeitgeber von den Vorteilen eines MBA zu überzeugen.

5.) Social activities

Besonders beeindruckend sind die zumeist kostenlosen Sportanlagen der Northwestern University (der Mutteruni von Kellogg). Dazu zählen ein olympic size swimming pool, indoor running track, tennis und squash courts, basketball courts, sailing center, soccer fields, etc. etc

Die einzige Grenze der möglichen Sportaktivitäten ist daher die nur begrenzte freie Zeit der MBA Studenten. Auch sonst ist für genügend Abwechslung gesorgt. Fast jeden Abend finden Parties statt, an Wochenenden zieht es zahlreiche Gruppen von Kellogg Studenten in die unterschiedlichsten Bars und Clubs in Chicago. Für Ausgleich zum "anstrengenden Studentenleben" ist also gesorgt.

Zusammendfassend ist festzustellen, dass die zeitliche Belastung auf Grund der zahlreichen Aktivitäten neben dem Studium nicht unwesentlich ist. Aber jedem ist es selbst überlassen zu entscheiden, an wie vielen Aktivitäten er teilnehmen will. Wichtig ist, eine gute Balance zwischen Studium und Spass zu finden.

Bei Fragen findet ihr meine email adresse am Ende meines letzten Artikels. Und am Ende nochmals mein wichtigster Tip: Kommt zu Besuch und schaut Euch die einzelnen Business Schools an, die Unterschiede in Kultur und Qualität sind beachtlich.

Bis bald,
Euer Falko
Nachdem ich die mid-terms überstanden habe, beginnt nun der Endspurt für das erste Quartal, das am 12. Dezember endet. Danach geht?s heim nach München. In zwei Wochen finden die Finals statt, auf die ich mich langsam vorzubereiten beginne. Zum Teil werden die Exams in der Uni geschrieben, es gibt aber auch take-homes, die man innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu Hause lösen muss. Das neue Quartal beginnt bereits am 3. Januar und endet Mitte März.

Die besten Jobs von allen

Ueber das course-bidding-System habe ich bereits meine Kurse fuer das nächste Quartal gewählt. Diese setzen sich aus drei Kern (?core?)-Vorlesungen (Marketing, Microeconomics und Statistik 2) sowie zwei Wahlvorlesungen (Negotiations, Media Management) zusammen. Ueblicherweise wählen die Studenten vier bis fünf Vorlesungen pro Quartal. Von den neun Vorlesungen, die Kellogg als Pflichtveranstaltungen vorgibt (es sei denn man bekommt einen waiver auf Grund umfangreicher Kenntnisse im jeweiligen Bereich), muss ich nur noch eine absolvieren, Operations. Diese werde ich im Früjahr belegen. Alle bis zum Abschluss des Studiums im Jahre 2006 verbleibenden ca. 15 bis 20 Vorlesungen kann ich aus dem umfangreichen Vorlesungskatalog von Kellogg frei wählen. Es fällt schwer sich bei einem Angebot von ca. 100 Vorlesungen für nur 15 zu entscheiden...Im Rahmen des Kellogg Kurs-Bietverfahrens, über das die Plätze in den einzelnen Vorlesungen versteigert werden, stehen jedem Studenten 2000 Bieter-Punkte zur Verfügung. Mit diesen Punkten kann der Student beliebig für bestimmte Kurse bieten. Die Teilnehmerzahl für die Vorlesungen ist auf 60 Teilnehmer begrenzt. Durch das Bieterverfahren wird sichergestellt, dass die begehrten Kurse nur von denjenigen Studenten besucht werden, die daran ein besonders hohes Interesse haben (ausgedrückt in einem hohen Punkte-Gebot). So habe ich eine hohe Punktzahl für die Negotiations-Vorlesung geboten.Dennoch erhalten ca. 80 Prozent der Kellogg-Studenten alle Kurse, für die sie geboten haben. Sollte einmal das eigene Gebot unter der Mindestpunktzahl für einen bestimmten Kurs liegen und der Student nicht zur Vorlesung zugelassen werden, so gelingt es zumeist im folgenden Quartal, diesen Kurs zu belegen.Vergangenes Wochenende fand die German MBA conference statt (www.germanmbaconference.org). Neben ca. 100 deutschen MBA Studenten von zahlreichen MBA-Programmen in den USA nahmen Redner wie der Deutsche Botschafter in den USA, die CEOs von Merrill Lynch Germany und Lehman Brothers Germany, der Publizist und Verleger Dr. Langenscheidt sowie weitere bekannte und interessante Persönlichkeiten an der Veranstaltung teil. Verschiedene Unternehmen nutzten die Gelegenheit, um mit den Studenten ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung ist auch für 2005 wieder geplant.Langsam beginnen sich die first-years auch auf die Interviews für die summer-internships (Juni/Juli 2005) vorzubereiten. Die Interviews finden zumeist im Januar und Februar statt. Das Kellogg Career Management Center bietet kostenlose Seminare zum Interview-Traning an. Zum Teil werden die Studenten direkt von interessierten Unternehmen für die Interviews eingeladen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, für ein Interview mit einem Unternehmen, welches einen nicht eingeladen hat, zu bieten. Da die Studenten, die für bestimmte Interviews bieten, an diesen summer-internships zumeist besonders interessiert sind, kommt es regelmässig vor, dass die recruiter auch Studenten, die über das Bieterverfahren zum Interview gekommen sind, für das summer-internship auswählen. Man hat daher über das Bieterverfahren auch in Branchen, in denen der eigene Lebenslauf dem recruiter nicht sofort ins Auge springt (und man daher nicht bereits vom recruiter eingeladen wird) die Möglichkeit, ein Interview zu bekommen.Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass der Arbeitsmarkt fuer US-MBAs sehr gut aussieht. Insbesondere bei den Consulting-Firmen und Investementbanken sind die MBA-Studenten sehr begehrt, sodass es nicht schwierig ist, ein summer-internship bei einer Top-Firma zu bekommen. Da deutsche MBA-Studenten in den USA eher dünn gesäht sind, zahlreiche Unternehmen sich jedoch für diese Bewerber interessieren, bestehen für deutsche Studenten gute Chancen, gleich von mehreren Unternehmen angesprochen zu werden. In Anbetracht des in Deutschland weiterhin angespannten Arbeitsmarktes beinahe paradiesische Zustände.Zum Abschluss dieses Updates noch ein Hinweis in eigener Sache.Kellogg veranstaltet am 16.12. ab 19 Uhr eine Informationsveranstaltung in München (Kellogg Winter Break). Im Rahmen dieser Veranstaltung habt Ihr die Möglichkeit, aktuelle Kellogg-Studenten sowie Alumni näher kennenzulernen sowie Fragen zu Kellogg zu stellen. Ich würde mich freuen, Euch dort begrüssen zu durfen. Ihr könnt Euch über folgenden Link anmelden:www.kellogg.northwestern.edu/admissions/visit/receptions.htmFalls ich vorher nicht dazu komme, einen neuen Bericht zu schreiben, wünsche ich Euch bereits jetzt fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch!
Dieser Artikel ist erschienen am 09.09.2004