Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Experten-Hotline zum Weiterbildungsthema BWL

Die Zeiten, in denen sich Germanisten, Ingenieure oder Informatiker allein durch ihr Fachwissen empfahlen, sind vorbei. Zusätzliches betriebswirtschaftliches Know-how ist heute für beinahe alle Berufsgruppen ein Muss - erst recht, wenn es auf der Karriereleiter nach oben gehen soll. Doch wie findet man Unis, die berufsbegleitende Aufbaustudiengänge anbieten? Welche Bildungseinrichtung ist die richtige, wenn praxisorientiertes Fachwissen zum Thema Controlling ausgebaut werden soll?
Hier die wichtigsten Fragen, die unser Hotline-Experte Joerg E. Staufenbiel vom Kölner Staufenbiel-Institut für Studien- und Berufsplanung zum Thema BWL wie folgt beantwortet hat:

Frage: Ich bin Geisteswissenschaftler und seit vier Jahren bei einer Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig. Nun interessiere ich mich für einen MBA-Titel einer renommierten Business School. Doch wie läßt sich solch ein teures Programm finanzieren?

Die besten Jobs von allen


Staufenbiel: Wer Schwierigkeiten mit der Finanzierung sieht, sollte sich für eines der diversen berufsbegleitenden MBA-Programme interessieren, in Deutschland z. B. an der WHU in Vallendar bei Koblenz oder an der GISMA in Hannover.

Frage: Wie sinnvoll sind Zusatzscheine in BWL, die Studenten anderer Fächer an der betriebswirtschaftlichen Fakultät ihrer Uni machen können, die aber nicht im Diplom auftauchen?

Staufenbiel: Solche Angebote unbedingt wahrnehmen. Diese Scheine machen sich auch bei Geistes- oder Naturwissenschaftlern gut in der Bewerbungsmappe. Sie signalisieren dem Personalchef eines Unternehmens Ihr wirtschaftliches Interesse.

Frage: Als graduierter Diplom-Ingenieur will ich nun noch per Zusatzstudium einen BWL-Abschluß draufsatteln. Ein MBA-Programm soll es allerdings nicht sein. Wozu raten Sie mir?

Staufenbiel: Um den Titel Diplom-Wirtschaftsingenieur zu erwerben, wäre als günstigste Alternative ein entsprechendes Zusatzstudium an der Fernuniversität Hagen zu empfehlen.

Frage: Als Absolvent einer Verwaltungsakademie möchte ich noch eine Zusatzausbildung im Bereich Controlling machen. Was empfehlen Sie mir?

Staufenbiel: Empfehlenswert ist die Controller-Akademie in Gauting sowie die Seminare von Horvath & Partner, Stuttgart. Außerdem kommen entsprechende Weiterbildungsangebote von Prof. Dr. Jürgen Weber von der WHU in Vallendar und von Prof. Reichwald von der Uni Dortmund in Frage.

Frage: Ich bin Speditionskaufmann mit VWA-Ausbildung, bei der Lufthansa im EDV-Bereich tätig und möchte mich gerne zum internationalen Logistik-Manager weiterentwickeln.

Staufenbiel: Als Mitarbeiter der großen deutschen Fluglinie sollten Sie sich zuallererst einmal bei der firmeneigenen "Lufthansa Corporate University" näher über Ihre entsprechenden Weiterbildungs-Chancen informieren.

Frage: Ich bin Sparkassen-Mitarbeiter, z. Zt. in der Wertpapier-Abteilung tätig und möchte mich berufsspezifisch in Sachen BWL weiterbilden, gibt es zum berufsbegleitenden Studiengang an der FOM Hamburg/Essen mit Abschluss als Dipl.-Betriebswirt oder zum Sparkassen-Betriebswirt noch eine Alternative?

Staufenbiel: Ja, erkundigen Sie sich noch nach entsprechenden Weiterbildungs-Angeboten der Bank-Akademie in Frankfurt.

Frage: Als Geisteswissenschaftlerin bei einer Landesbehörde am Bodensee, möchte ich mich gerne beruflich in Richtung Stadtmarketing und Tourismus weiterentwickeln. Wie soll ich vorgehen?

Staufenbiel: Besuchen Sie die internationale Tourismusbörse Anfang März in Berlin, dort sind auch über 30 Hochschulen und Akademien vertreten, die Ihnen auf einen Schlag alle Infos zu den jeweiligen branchenspezifischen Weiterbildungsmöglichkeiten bieten. Ein komplettes BWL-Studium ist in Ihrem Fall weniger sinnvoll.

Frage: Habe die Berufsakademie Lörrach absolviert, bin in einem Mineralölkonzern beschäftigt und möchte mich als Trainer für die Personalentwicklung/Organisationsentwicklung qualifizieren. Können Sie mir dafür eine seriöse Adresse nennen?

Staufenbiel: Informieren Sie sich doch mal über die Qualifizierungsmaßnahmen der WBB Gesellschaft für Personal- und Organisationsentwicklung in Tübingen.

Frage: Habe mein Diplom als Volkswirt mit Studienfach Automobilindustrie an der Universität Bamberg gemacht und bin nach kurzer Beschäftigung bei einem Automobilunternehmen im Verkaufsinnendienst arbeitslos geworden. Nachdem ich ein zehnmonatiges Programm "Knowledge-Management" absolviert habe, das vom Arbeitsamt finanziert wurde möchte ich mich nun noch betriebswirtschaftlich weiterqualifizieren und spezialisieren, um besser an einen neuen Job zu kommen. Was raten Sie mir?

Staufenbiel: Sinnvoll sind Vorlesungen in den Fächern Marketing und Controlling, möglicherweise an der Universität zu Köln, evtl. könnten Sie auch ein Repetitorium besuchen. Wichtig ist jedoch eine aktive Bewerbungsstrategie.

Frage: Ich bin Absolventin der Berufsakademie Baden-Württemberg und arbeite derzeit im Bereich Personal eines Großhandelsunternehmens und möchte mich in Richtung Organisations- und Personalentwicklung an der Uni weiterbilden. Wie verschaffe ich mir am schnellsten einen Überblick über die möglichen Aufbaustudiengänge?

Staufenbiel: Sie finden diese Informationen entweder gebündelt in meiner Publikation "Studieren nach dem Studium" oder online unter der Web-Adresse www.hochschulkompass.de.

Weitere Informationen zum Thema BWL finden Sie auf der Homepage des Staufenbiel-Instituts für Studien- und Berufsplanung: www.staufenbiel.de
Dieser Artikel ist erschienen am 19.12.2002