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Ex-Vivendi-Chef Messier festgenommen

Finanzmarktmanipulation wird dem ehemaligen Chef des französisch-amerikanischen Medienkonzerns Vivendi Universal vorgeworfen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 soll der Konzern illegal den Kurs der Anteilsscheine gestützt haben.
Jean-Marie Messier - ein Bild aus besseren Tagen. Foto: dpa
HB PARIS. Messier werde voraussichtlich 24 Stunden in Gewahrsam bleiben, allerdings könne die Haftzeit auf 48 Stunden verlängert werden. Die französische Justiz untersucht einen Rückkauf eigener Aktien durch Vivendi nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001. Mit dem Rückkauf soll gegen das Aktiengesetz verstoßen worden sein, da die Zeitspanne bis zur nächsten Veröffentlichung der Finanzergebnisse zu kurz gewesen sei. Messier hatte den Rückkauf der Aktien gerechtfertigt, die im Zuge der Anschläge eingebrochen waren.Der französisch-amerikanische Konzern Vivendi hatte Messier im Juli 2002 ohne Abfindung entlassen, nachdem zahlreiche Investoren dem Manager das Vertrauen entzogen hatten. Unter seiner Führung war die auf Wasserver- und Entsorgung spezialisierte Vivendi zu einem der weltweit größten Medien und Unterhaltungskonzerne ausgebaut worden. Die dabei angehäuften Schulden hatten den Konzern im Jahr 2002 in Liquiditätsnöte gebracht.

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Messier war im vergangenen Jahr in den USA mit einer Klage auf eine Abfindung gescheitert. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC hat das Unternehmen zwischen Dezember 2000 und Juli 2002 falsche Presse-Erklärungen veröffentlicht, unsachgemäße Gewinnberichtigungen angegeben und es versäumt, künftige finanzielle Verbindlichkeiten bekannt zu geben. Messier war untersagt worden, in den kommenden zehn Jahren eine Aktiengesellschaft zu führen. Der Manager hatte die Vorwürfe weder eingestanden noch zurückgewiesen.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.06.2004