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Europa ruft Manager

Christoph Mohr
Mit Standorten in Paris, Oxford, Berlin und Madrid profiliert sich die ESCP-EAP als paneuropäische Business School.
Wenn es so etwas wie die "europäischste" Business School gäbe, dann wäre es wohl sie: die ESCP-EAP, die sich im Untertitel auch als European School of Management bezeichnet. Der große Vorteil der ESCP-EAP ist die Zahl der Studienorte, an denen sie selbst vertreten ist: Paris, Oxford (ab 2004 London), Berlin und Madrid. Das ermöglicht ihren Studierenden echte Ländererfahrungen, nicht nur Kurztrips und Studienaufenthalte. "Unsere Studierenden erhalten die Chance, in drei der vier größten Wirtschafts- und Kulturräume der Europäischen Union eine fundierte, inhaltlich abgestimmte und damit wirklich transnationale Ausbildung mit den dort - noch - verlangten Abschlüssen zu durchlaufen", sagt HerwigHaase, Rektor der ESCP-EAP Berlin.Die Schule mit dem zungenbrecherischen Namen ist 1999 aus der Fusion der Ecole Supérieure de Commerce de Paris und der Ecole Supérieure aux Affaires de Paris hervorgegangen, die beide von der Pariser Industrie- und Handelskammer abhingen. Dieser politisch gewollte Zusammenschluss hat die Schule einige Zeit deutlich gelähmt, aber zwischenzeitlich scheint die ESCP-EAP die Fusion verdaut zu haben und macht wieder mit Innovationen auf sich aufmerksam.

Die besten Jobs von allen

So haben etwa die Studenten des dreijährigen Wirtschaftsstudiums ab dem Studienjahr 2004 zusätzlich die Möglichkeit, ein Jahr in Turin zu studieren und mit ihrem ESCPEAP-Abschluss auch ein italienisches Diplom zu erwerben. In Berlin wird seit kurzem der "Zentraleuropäische MBA" (CeMBA) angeboten, der ein erstes Studienjahr an einer osteuropäischen Universität und ein zweites Jahr in Berlin kombiniert.Auch beim berufsbegleitenden "European Executive MBA" spielt die ESCP-EAP ihre Vorteile voll aus. Das Programm erstreckt sich über 18 Monate mit 18 dreitägigen Präsenzblöcken, die in Paris, Berlin, Madrid und London stattfinden. Diese Blöcke bestehen jeweils aus zwei Kernkursen in Bereichen wie Corporate Strategy, Marketing, Corporate Finance, Human Resources Management und einem Workshop. Abgerundet wird das Programm durch eine Gruppenarbeit.Die rund 40 Teilnehmer haben durchschnittlich zehn Berufsjahre aufzuweisen. Mit 25 000 Euro Programmkosten (zuzüglich etwa 7 000 Euro für Reise und Unterbringung) ist das Programm, welches das Gütesiegel aller drei maßgeblichen Akkreditierungsorganisationen (AACSB, Equis, AMBA) trägt, vergleichsweise günstig.In Paris bietet die Schule darüber hinaus einen 12-monatigen Vollzeit-MBA sowie einen 18-monatigen Executive MBA (auf Englisch) an. Daneben gibt es noch einen "Global Executive MB" (IMM) in Kooperation mit der US-amerikanischen Purdue University, der TIAS Business School of Management in den Niederlanden und der Central European University in Budapest (www.mostinternationalmba.com).In Deutschland ebenfalls wenig bekannt ist, dass die ESCP-EAP außerdem eine umfangreiche Programmpalette an spezialisierten Master-Programmen zu bieten hat. So werden in Paris nicht weniger als 15 Vollzeit-Programme (auf Englisch) angeboten, darunter fallen Themenfelder wie E-Business, Innovation and Entrepreneurship, International Business Law and Management, International Project Management, Private Banking and Financial Planning und Marketing Management for the Pharmaceutical Industry.
Dieser Artikel ist erschienen am 20.04.2004