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Eto'o erlöst Kamerun

Nur knapp schlägt Kamerun das unerwartet stark aufspielende Team Saudi-Arabiens. In der 80. Minute gab es durch Al-Temyat sogar noch die Chance auf den Ausgleich. Am kommenden Dienstag kommt es jetzt zum Gruppen-"Endspiel" zwischen Kamerun und Deutschland.
dpa SAITAMA. Kamerun hat seine Achtelfinal-Chance bei der 17. Fußball-Weltmeisterschaft gewahrt. Dank des "goldenen Tores" von Samuel Eto'o (65.) gewann der von Winfried Schäfer trainierte Afrikameister am Donnerstag vor 53 374 Zuschauern in Saitama mit 1:0 (0:0) gegen Saudi-Arabien und setzte sich in der Gruppe E hinter Deutschland (je 4 Punkte) an die zweite Stelle. Während damit für die Saudis das WM-Aus schon feststeht, kommt es am kommenden Dienstag zum Gruppen-"Endspiel" zwischen Kamerun und Deutschland, dem dank des besseren Torverhältnisses ein Unentschieden zum Weiterkommen reicht.Die von Schäfer nach dem 1:1 gegen Irland offensiv eingestellten Afrikaner übernahmen im Beisein von Bundestrainer Michael Skibbe zwar sofort das Kommando, doch der auf fünf Positionen umgestellte Gegner machte von Beginn an deutlich, dass er sich nicht noch einmal wie bei der 0:8-Schlappe gegen Deutschland abschießen lassen wollte. Die kampfstarken Araber hatten auch ohne Superstar und Kapitän Sami Al- Jaber (Knöchelblessur) durch Obaid Al-Dosary die erste Chance, doch der Kopfball der einzigen Sturmspitze ging knapp über das Tor (8.).

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Kamerun stellte die athletischere Elf, fand aber lange Zeit kein Mittel, um die geschickt gestaffelte Fünfer-Abwehrkette auszuspielen. Und da sich das Sturm-Duo Eto'o/Mboma nur selten durchsetzen konnte, sorgten zunächst zwei Abseitstore für Aufregung sowie ein Freistoß von Pierre Wome (17.) und ein Mboma-Kopfball (31.) für Gefahr. Die besseren Einschussmöglichkeiten hatten eindeutig die konterstarken Saudis durch den stark auftrumpfenden Nawaf Al-Temyat, der mit zwei Fernschüssen (42./45) das Gehäuse nur ganz knapp verfehlte.Nach dem Wechsel verstärkte Schäfer die Offensive mit Hereinnahme von Salomon Olembe. Von dessen Traumpass hätte Eto'o (53.) beinahe profitiert, doch der immer mehr in den Mittelpunkt rückende Keeper Mohammed Al-Deayea rettete wie kurz zuvor gegen Raymond Kalla (48.). Erst Njitap Geremi knackte mit einem tollen Steilpass, den Eto'o nur noch ins Tor zu verlängern brauchte, Saudi-Arabiens Abwehrriegel. Al- Khatran (79.) und Al-Temyat (80.) vergaben gute Ausgleichschancen.Statistik zum Spiel:Kamerun: Boukar - Song, Kalla, Tchato - Geremi, Etame, Foe, Wome (84. Njanka), Ngom Kome (46. Olembe), - Eto'o, Mboma (73. N'Diefi)Saudi-Arabien: Al-Deayea - Al-Jahani, Tukar, Al-Sheri, Suliman, Sulaimani (72. Al-Dosary Gaman) - Al-Sharani, Al-Waked, Al-Temyat, Al-Khatran (86. Noor) - Al-Dosary (35. Al-Yami Al-Hassan)Schiedsrichter: Hauge (Norwegen)Tor: 1:0 Eto'o (65.)Gelbe Karten: Wome / Al-Yami Al-Hassan
Dieser Artikel ist erschienen am 06.06.2002