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Esser lotet für US-Investoren den Markt aus

Von Peter Köhler, Handelsblatt
Der Ex-Mannesmann-Chef sucht in Europa für General Atlantic Partners nach Technologie-Perlen.
FRANKFURT/M. Das amerikanische Private Equity-Unternehmen, das 1980 von einem McKinsey-Berater gegründet wurde, verwaltet fünf Mrd. $ und zählt damit zu den Schwergewichten weltweit ? rund drei Mrd. $ sind derzeit noch unverbraucht. Alleine in Europa wurden von der öffentlichkeitsscheuen Gesellschaft laut Esser in den vergangenen zwölf Monaten rund 400 Mill.Euro investiert. Erst seit den frühen 90er Jahren ist General Atlantic auch auf dem deutschen Markt aktiv, das Düsseldorfer Büro wurde 2001 eröffnet.?Im Rahmen eines Co-Investments bin ich auch mit eigenem Geld bei General Atlantic engagiert?, sagte Esser dem Handelsblatt. Das dürfte dem Manager nicht schwer gefallen sein, erhielt er doch nach der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone umgerechnet rund 30 Mill. Euro an Abfindungen und Anerkennungsprämien.

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Im bevorstehenden Prozess soll die Rechtmäßigkeit eines Teils dieser Zahlungen geklärt werden. Esser sitzt dabei wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue auf der Anklagebank. ?Der Mannesmann-Prozess beeinträchtigt mich in meinem Zeitbudget. Andererseits habe ich gelernt, mich mit mehreren Projekten gleichzeitig zu beschäftigen?, gibt sich Esser gelassen.Geldgeber für General Atlantic sind nordamerikanische Familien und der US-Versicherungskonzern AIG. Im Gegensatz zur typischen Private Equity Gesellschaft, die zeitlich gebundene Fonds auflegt, investiere man aus einem kontinuierlichen Mittelzufluss heraus, von ?einer immergrünen Kapitalbasis?, wie der promovierte Jurist formuliert.Man stecke das Eigenkapital ausschließlich in Technologiefirmen und setze auf deren Wachstum. Von Sanierungsfällen oder klassischen Industrien lasse man die Finger. Selbst in den düstersten Zeiten der ?New Economy? blieb die Anlagepolitik unverändert.In der Branche wird General Atlantic ?gut besprochen?, wie es ein Schweizer Dachfondsmanager formuliert. Allerdings sei der Investor durch den Schwerpunkt auf Technologie dem Branchenzyklus voll ausgesetzt. ?Dazu braucht es eine gewisse Nervenstärke?, so der Experte. General Atlantic begnügt sich auch mit Minderheitspaketen, was andere Private Equity-Manager ablehnen, weil sie sich nicht mit dem ?Beifahrersitz? begnügen wollen.In Düsseldorf sieht man darin aber kein Hindernis, um sich aktiv einzumischen: ?Die Hälfte unserer Arbeitszeit verwenden wir auf unsere bestehenden Portfoliounternehmen", erläutert Esser, der sich in Deutschland mit seinem Team still und leise eine kleines Konglomerat zusammengekauft hat. Im Portfolio sind etwa Ixos (Dokumentensoftware), CompuGroup (Ärztesoftware), GWI (Krankenhaussoftware) und TDS (IT-Outsourcing).?Wir sehen weitere Chancen für Investitionen, auch an der Börse", sagt Esser. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass General Atlantic auch weiterhin an Überlebende des Neuen Marktes denkt. Ein Lieblingsthema des Ex-Konzernlenkers ist das ?Outsourcing vollständiger Geschäftsprozesse.? Große Hoffnungen ruhen dabei auf dem Auslagerungs-Spezialisten Xchanging, der in Großbritannien gut im Geschäft sei mit Versicherungen. Jetzt feilt Esser an einer Europa-Strategie, bei der die deutsche Assekuranz eine Schlüsselrolle spielen soll.Deutlich stärker als viele Mitbewerber ist General Atlantic auf ein gutes Finanzmarktklima angewiesen, um seine Beteiligungen gewinnbringend zu veräußern. Esser, der sich selbst als Wertmaximierer und Unternehmer-Coach versteht, bekennt: ?Wir sind Fans der Börse. Nach einer durchschnittlichen Haltedauer von fünf bis sieben Jahren streben wir gerne einen IPO an.?
Dieser Artikel ist erschienen am 21.10.2003