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Erstkontakt

Elisabeth Helena Jahrreiss
Sehr häufig findet der erste Kontakt zwischen Managern und Personalberatern am Telefon statt. Daher ist die Qualität des Gesprächs im Höchstmaß entscheidend, ob sich eine fruchtbare, in vielen Fällen exzellente, langjährige und tragfähige, gleichberechtigte Beziehung entwickelt.
Es ist schon eine besondere Beziehung zwischen Managern und Personalberatern. Wechselseitig aufeinander angewiesen, sind Sie sozusagen gezwungen zusammenzuarbeiten; in der Kommunikation müssen sie Höchstleistungen erbringen, ist es doch notwendig, dass sie oft, ohne sich persönlich zu kennen, Informationen austauschen, die selbst den engsten Vertrauten sonst verborgen bleiben.Sehr häufig findet der erste Kontakt am Telefon statt. Und von seiner Qualität hängt entscheidend ab, ob sich eine fruchtbare, in vielen Fällen exzellente, langjährige und tragfähige, gleichberechtigte Beziehung entwickelt. Wenn ein Personalberater oder manchmal im ersten Gespräch auch dessen Projektleiter (Researcher) Sie anruft, eröffnet sich im besten Fall die Chance, mit geringem Aufwand sehr effektiv am eigenen Netzwerk zu arbeiten.

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Es gibt für beide Seiten einige wenige Spielregeln , die eine Win-win-Situation schaffen. Hier die Don ts: Die beliebte Eingangsfrage "Wie kommen Sie auf mich?" können Sie sich und dem Berater sparen, es sei denn, sie wollen seine Seriosität an diesem Punkt überprüfen. Aus Vertraulichkeitsgründen wird der seriöse Berater Ihnen unter keinen Umständen eine Antwort geben. Vielfach ist es schließlich auch so, dass ein Kontakt zustande kommt, weil ein Kandidat tatsächlich ermittelt wird und nicht auf Grund einer Empfehlung bekannt ist. Diese Diskretion ist für Sie selbst die Gewähr, dass Empfehlungen, wenn Sie von Ihnen kommen, genauso behandelt werden.Lügen Sie nicht. Nicht beim ersten Telefonat und nicht danach. Wenn Sie nicht interessiert sind, sagen Sie es. Sie können ja generelles Interesse an einer Veränderung, aber zu einem späteren Zeitpunkt bekunden. Der Berater ist Ihr Partner und wird flexibel auf Sie eingehen. Wenn nicht, brechen Sie sofort den Kontakt ab.Seien Sie nicht kompliziert. Die Zusammenarbeit mit Personalberatern ist ab einem bestimmten Zeitpunkt Ihrer Karriere notwendig, sinnvoll und oft unerlässlich. Mit guten Beratern gehen Sie eine Partnerschaft ein, die auf Geben und Nehmen beruht und in der eine Plattform für Ihre weitere Entwicklung geschaffen wird.Nehmen Sie nicht direkt mit dem Auftraggeber des Beraters Kontakt auf. Wenn die Klienten/Berater-Beziehung auch nur einigermaßen intakt ist, kommt das nicht gut an und Sie landen doch wieder auf dem Schreibtisch des Beraters. Behandeln Sie die Sekretärin oder Assistentin des Beraters nicht schlecht. Sie hat mehr Macht, als Sie glauben.Behandeln Sie auch den Berater nicht schlecht. Er kommt als Partner mit guten Absichten und ansonsten vielleicht nie wieder - auch nicht, wenn Sie ihn einmal brauchen. Und nun zur positiven Seite - den Do s: Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Sie ungestört sprechen können. Ein seriöser Berater fragt Sie danach. Er wird gerne einen Termin zu einem Zeitpunkt vereinbaren, der Ihnen passt, auch abends, am Wochenende, privat.Hören Sie zu: Der Unternehmensberater unterbreitet Ihnen ein Angebot. Selbst wenn es nicht interessant für Sie ist, haben Sie vielleicht ohne Aufwand einen Kontakt gemacht, der zu einem späteren Zeitpunkt Gold wert ist.Der Berater gibt selbstverständlich Auskunft zu seinem Unternehmen inklusive Referenzen und detailliert zu dem Projekt, an dem er arbeitet. Aber: Seien Sie realistisch. Viele Positionen werden gerade im Wege der Direktansprache besetzt, weil das Unternehmen aus unterschiedlichsten Gründen nicht offenlegen kann oder möchte, dass es sucht. Der Berater kann und wird dann seinen Auftraggeber im Erstkontakt nicht nennen.Überprüfen Sie im Gespräch die Kompetenz und das Niveau des Beraters, bevor Sie ihm Details über sich anvertrauen. Fragen Sie ihn, wie er sich den Prozess vorstellt, wie er mit Informationen umgeht und lassen sich die Position kurz umschreiben. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Sie sollten vom ersten Kontakt an die Sicherheit haben, in guten Händen zu sein. Sollte der Berater noch wenig über Sie wissen, informieren Sie ihn über die wesentlichen Eckpunkte Ihrer Vita. Sie können viel Zeit sparen, denn mit einem guten Berater werden Sie gemeinsam sehr präzise einschätzen können, ob es Sinn macht, weiter zu sprechen. Außerdem eröffnen Sie so die Möglichkeit, dass Sie - falls dieser Kontakt nicht zu einer Fortsetzung führt - zu einem späteren Zeitpunkt für ein anderes Projekt angesprochen werden.Bitten Sie um Übersendung von Unterlagen. Eine (unter Umständen anonymisierte) Beschreibung des Unternehmens und eine detaillierte Stellenbeschreibung mit Anforderungsprofil können Sie erwarten, bevor Sie sich näher mit einem Thema befassen.Bei Interesse und Nachfrage durch den Berater stellen Sie eigene Unterlagen komplett und prompt zur Verfügung. Dazu gehören ein vollständiger Lebenslauf mit kurzer Skizzierung der Erfolge, Angaben über die Verfügbarkeit, Mobilität und das derzeitige Einkommen sowie dessen Zusammensetzung. Einem professionell arbeitenden Berater ermöglicht dieses Vorgehen eine exakte Vorbereitung auf das nachfolgende persönliche Treffen.Ich wünsche Ihnen viele schöne Begegnungen.
Dieser Artikel ist erschienen am 14.02.2001