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Erst Chef, dann Ausbildung ?gewonnen?

Katja Stricker
Nina Büttner fand über die karriere-abi-Aktion ?Chef zu gewinnen? einen Ausbildungsplatz bei der Sparkasse KölnBonn.
?Chefs kommen zu euch in die Schule? - als Nina Büttner vor zwei Jahren in karriere abi zum ersten Mal von der Aktion ?Chef zu gewinnen? las, war die Oberstufenschülerin sofort begeistert. ?Ich fand die Idee toll, Wirtschaftsbosse live zu erleben und mit Fragen löchern zu können?, erinnert sich die heute 20-Jährige. Zusammen mit ihrem Erdkundekurs bewarb sie sich im Herbst 2005 ? mit Erfolg.

Wenige Wochen später meldete sich Dietmar Binkowska, Vorstand der Sparkasse KölnBonn, zum Besuch an Ninas Gymnasium im sauerländischen Meschede. Dass Nina an diesem Tag ihren zukünftigen Chef treffen würde, ahnte die angehende Abiturientin damals noch nicht. Nur eins wusste sie schon mit Bestimmtheit: ?Nach dem Abitur wollte ich weg aus dem Sauerland ? am liebsten in eine Großstadt.? Das ist ihr gelungen

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Was Dietmar Binkowska bei seinem Schulbesuch über die Bankenwelt erzählt, begeistert die Schülerin so sehr, dass sie sofort ihre Bewerbungsmappe für eine Ausbildung als Bankkauffau fertig macht. ?Ich habe mich ziemlich schwer getan bei der Berufswahl?, erzählt Nina rückblickend. ?Daher war ich sehr froh über diese Entscheidungshilfe.?

Zusage vom Chef persönlich. Beim Gegenbesuch in Köln nutzt Nina die Gunst der Stunde, um Sparkassen-Chef Binkowska ihre Bewerbungsunterlagen direkt in die Hand zu drücken. ?Von so viel Engagement und Zielstrebigkeit war ich schon sehr beeindruckt?, erinnert sich der 45-Jährige. Nina besteht nicht nur den obligatorischen Einstellungstest mit Bravour, auch im Vorstellungsgespräch mit dem Personaler kann sie überzeugen. Kurze Zeit später bietet ihr Dietmar Binkowska einen Ausbildungsplatz an. ?Das war natürlich ein super Gefühl, direkt vom obersten Chef höchstpersönlich die Zusage zu erhalten?, sagt Nina

Seit Anfang September 2006 arbeitet die 20-Jährige nun als angehende Bankkauffrau bei der Sparkasse KölnBonn ? und durchläuft in zweieinhalb Jahren verschiedene Abteilungen und Geschäftsstellen. Von der Schulbank hinter den Bankschalter ? diese Umstellung war am Anfang gar nicht so leicht. ?Ich arbeite meist von acht bis 17 Uhr. Wenn ich dann abends nach Hause komme, war ich anfangs schon ziemlich kaputt?, erzählt Nina. ?Aber man gewöhnt sich an diesen Rhythmus.?

In der Sparkassenfiliale hatte Azubi Nina gleich vom ersten Tag an direkten Kundenkontakt, durfte am Bankschalter Ein- und Auszahlungen, Überweisungen und Daueraufträge bearbeiten. Mittlerweile hat sie ihren eigenen Beraterplatz und hilft Kunden zum Beispiel bei der Eröffnung eines Girokontos oder Sparbuchs.

My Home is my Castle. Der Umzug vom beschaulichen Sauerland in die quirlige Millionenstadt am Rhein war kein Problem für die frisch gebackene Abiturientin. Gerne kommt Nina nach der Arbeit in ihr kleines Ein-Zimmer-Apartment im Stadtteil Bickendorf. ?Mein Zuhause ist jetzt Köln?, sagt sie mit Nachdruck. Von Heimweh, Melancholie nach der Schulzeit oder Problemen mit dem Alleinsein ist da nichts zu spüren. Im Gegenteil. ?Als ich das erste Mal alleine in meiner Wohnung stand, dachte ich, jetzt hast du es geschafft, jetzt bist du erwachsen.?
Dieser Artikel ist erschienen am 04.06.2007