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Ende der Unschuld

(bdo)
Unternehmen haben die Schreiber von Online-Tagebüchern als Werbeträger entdeckt ? und die lassen sich von den unmoralischen Angeboten zunehmend locken. So stellte Opel vier prominenten Bloggern einen Testwagen zur Verfügung, plus 1.200 Euro ?Aufwandsentschädigung?, wenn sie über ihre Erlebnisse mit dem Auto berichteten.
Unternehmen haben die Schreiber von Online-Tagebüchern als Werbeträger entdeckt ? und die lassen sich von den unmoralischen Angeboten zunehmend locken. So stellte Opel vier prominenten Bloggern einen Testwagen zur Verfügung, plus 1.200 Euro ?Aufwandsentschädigung?, wenn sie über ihre Erlebnisse mit dem Auto berichteten.Coca-Cola richtete eine WM-WG für hippe junge Blogger ein, Sony verleiht seinen Computerhund Aibo an Weblog-Schreiber, und die Suchmaschine ask.com zahlt für die Erwähnung eines Gewinnspiels. In der Szene ist die neue Werbemasche Aufreger Nummer eins: Man wolle sich nicht länger ?als willfährigen Konsumentenmüll? behandeln lassen, schimpft stellvertretend Hannes H. im Handelsblatt-Blog.

Die besten Jobs von allen

Ansgar Zerfaß, Professor für Kommunikationsmanagement an der Uni Leipzig, sieht in der Kommerzialisierung der Blogger-Szene eine natürliche Entwicklung, wie sie auch Zeitungen und TV durchlaufen haben: ?Lesern von Weblogs muss klar sein, dass dies nicht die heile Welt des Bürgerjournalismus ist, sondern nur ein anderer Kommunikationskanal von Menschen, die ihre eigenen Interessen verfolgen.? Für Blog-Leser heißt das: Noch genauer hingucken und lernen, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Dieser Artikel ist erschienen am 28.08.2006