Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Einstiegsgehälter deutlich gesunken

Jobsuchende, vor allem Berufseinsteiger, sollten gut informiert und mit realistischen Gehaltszielen ins Bewerbungsverfahren gehen. Rund ein Drittel der Bewerber liegt bei seinen Gehaltswünschen so gründlich daneben, dass sie vom Unternehmen gleich aussortiert werden, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere in seiner September-Ausgabe unter Berufung auf eine Studie der Vergütungsberatung Personalmarkt. Besonders sensibel reagieren Personalchefs auf überzogene Vergütungsanforderungen: Wer 20 Prozent mehr will als vom Betrieb vorgesehen, fliegt gleich aus dem Kandidatenpool. Wer sich allerdings um 40 Prozent zu billig anbietet, disqualifiziert sich ebenfalls.Eine realistische Einschätzung des eigenen Marktwerts ist allerdings nicht einfach, besonders für Hochschulabsolventen. Denn gerade für Berufseinsteiger geht die Gehaltsschere momentan immer weiter auseinander. Die besten fünf Prozent eines Absolventenjahrgangs verdienen laut einer aktuellen Kienbaum-Studie je nach Branche jährlich zwischen 3.000 Euro (Finanzbereich) und 9.000 Euro (Elektronik und Informatik) mehr als ein Durchschnittsabsolvent.

Die besten Jobs von allen

Bei der breiten Masse der Arbeitnehmer wird dagegen gespart: "Berufseinsteiger ohne Erfahrung und Mitarbeiter auf den niedrigeren Hierarchieebenen werden zurzeit viel günstiger eingekauft", berichtet Sabine Eschmann, Leiterin der aktuellen Gehälterstudie der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP), in karriere. Begann beispielsweise ein Marketingassistent 2004 noch mit durchschnittlich 32.500 Euro, so liegt laut der Studie in diesem Jahr das Gehaltsmittel 2.500 Euro niedriger. Einkäufer in der Materialwirtschaft starten sogar mit knapp 6.000 Euro weniger. Generell gehen Vergütungsexperten in diesem Jahr von einem realen Lohnzuwachs von durchschnittlich zwei Prozent aus.Ist der Jobeinstieg erst mal geschafft, geht es in Sachen Vergütung meist schnell bergauf. Das belegt eine noch unveröffentlichte Studie des Recruiting-Unternehmens Access unter jungen Berufstätigen: Danach verbuchten Berufsanfänger schon während des ersten Jahres im Job deutliche Gehaltszuwächse. Nach zwei bis drei Jahren Praxiserfahrung erhalten beispielsweise Absolventen in kaufmännischen Positionen schon knapp ein Viertel mehr Geld als zu Beginn. Wechseln sie zwischenzeitlich das Unternehmen erhöht sich ihr Gehalt sogar um ein Drittel.Nach sechs bis sieben Jahren Berufserfahrung verdienten Kaufleute schon fast zwei Drittel mehr als zu Beginn ihrer Karriere - unabhängig davon, ob sie bis dahin den Arbeitgeber gewechselt hatten oder nicht. Gehaltserhöhungen sind bei guten Leistungen also auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten drin.Noch mehr aktuelle Gehälterzahlen stehen in der September-Ausgabe von karriere, die am 26. August 2005 erscheint.
Zum Themenüberblick geht es hier.
Dieser Artikel ist erschienen am 24.08.2005