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Eine Frage: Genau suchen

Die durchschnittliche Studiendauer in Psychologie beträgt 13 Semester. Wer dann Psychotherapeut werden will, sattelt noch drei Jahre Zusatzausbildung drauf. Geht das nicht kürzer?
Die durchschnittliche Studiendauer in Psychologie beträgt 13 Semester. Wer dann Psychotherapeut werden will, sattelt noch drei Jahre Zusatzausbildung drauf. Geht das nicht kürzer?

Lothar J. Hellfritsch:

Viele studieren jobbegleitend – im Schnitt hebt das aber die Semesterzahl. Sicher ist der lange Weg zum psychologischen Psychotherapeuten abschreckend. Aber ich würde niemanden, der sich dafür begeistert, davon abbringen. Zumal in etwa fünf Jahren mit einer Ruhestandswelle zu rechnen ist, und der Bedarf in Kliniken und Praxen entsprechend steigt.
Aber es gibt ja noch Wege, die schneller in die Praxis führen. Das Klischee ?Psychologe gleich Couch“ stimmt nicht mehr. Die Zukunft gehört der Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie sowie der Gesundheitspsychologie: In Unternehmen erarbeiten Psychologen etwa Anti-Stress-Programme.
Gute Aussichten gibt es auch in der IT-Branche. Um nutzerfreundliche Software zu entwickeln, ist psychologisches Wissen über Denken, Wahrnehmung und Sprache nötig

Mein Tipp: Absolventen sollten Anzeigen nicht nur nach dem Wort ?Diplom-Psychologe“ durchsuchen, sondern das Qualifikationsprofil genau lesen

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Lothar J. Hellfritsch,
54, Diplom-Psychologe,
ist Präsident des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.
Dieser Artikel ist erschienen am 24.08.2001