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Ein Drittel vor der Pleite

In Deutschland wird weniger gebaut. Foto: dpa
Die lahmende Baukonjunktur macht den Architekten zu schaffen: Ein Drittel der 40.000 freischaffenden Architekten in Deutschland stehen nach Einschätzung der Bundesarchitektenkammer vor der Pleite. 44 Prozent der 114.000 in der Kammer organisierten freien und fest angestellten Architekten verdienen höchstens 2.000 Euro im Monat, knapp 20 Prozent müssen sich derzeit sogar mit weniger als 1.500 Euro begnügen. Das berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere in seiner aktuellen Ausgabe.

Nur wenigen gelingt nach dem Diplom überhaupt noch der Einstieg in ein Architekturbüro. Die Zahl arbeitslos gemeldeter Architekten hat sich in den vergangenen drei Jahren auf knapp 9.000 verdoppelt. Viele Absolventen versuchen, mit unbezahlten Praktika den Lebenslauf aufzupolieren, oder schlagen sich selbstständig am Existenzminimum durch.

Die besten Jobs von allen


Allen Krisenmeldungen zum Trotz ist der Run auf den Architekten-Beruf jedoch ungebrochen. Jedes Jahr strömen knapp 7.000 frisch gebackene Absolventen von den Hochschulen auf den Arbeitsmarkt. ?Die Universitäten bilden doppelt so viele Architekten aus, wie der Markt braucht?, klagt Thomas Welter, Wirtschaftsreferent bei der Bundesarchitektenkammer gegenüber Junge Karriere. Schon heute kommt auf 737 Einwohner ein Architekt. Damit verzeichnet Deutschland fast so viele Architekten wie das gesamte übrige Europa (ohne Italien). Für viele bleibt nur, sich rechtzeitig nach Alternativen zum klassischen Architekten-Job umzusehen, etwa in der Energieberatung, im Facility Management oder in der Immobilienbewertung. Didaktisch Begabte haben zudem die Chance zum Quereinstieg als Lehrer für technische Fächer.

Mehr Informationen über den aktuellen Jobmarkt für Architekten sowie Gehälter in verschiedenen Positionen in der aktuellen Ausgabe von Junge Karriere (Erscheinungstermin: 24. Oktober 2003).
Dieser Artikel ist erschienen am 21.10.2003