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Ein Drittel leidet unter steigender Arbeitsbelastung

Mindestens 300.000 Menschen in Deutschland sind durch ihren Job ausgebrannt und leiden akut am Burnout-Syndrom. Immer häufiger trifft es dabei auch junge Berufstätige. Der Grund: Der Druck im Job wächst. Laut einer aktuellen Online-Umfrage des Job- und Wirtschaftsmagazins karriere leidet mehr als ein Drittel unter extremer Arbeitsbelastung, jeder Fünfte fürchtet um seinen Job. Ein Viertel der Befragten geben ihren Chef als Stressfaktor Nummer eins im Job an.Das Gefühl, ausgebrannt zu sein, ist längst kein Topmanager-Privileg mehr. "Viele Menschen setzen sich aus vorauseilendem Gehorsam zusätzlich unter Stress", erklärt Management­trainer und Jesuitenpater Benno Kuppler in karriere. Die oft unbegründete Angst, das Pensum nicht zu schaffen und vor dem Chef schlecht dazustehen, mache viele Menschen zum Workaholic. Besonders anfällig für den jähen Energieverlust, sind Manager der mittleren Ebene, die Druck von oben und unten erleben, ITler in ausufernden Projekten mit harten Deadlines, Selbstständige und Menschen in helfenden Berufen mit hohen Idealen, die permanenten Frust erleben, wie Ärzte oder Lehrer.

Die besten Jobs von allen

Typische Alarmsignale für ein drohendes Burnout-Syndrom sind beispielsweise ständiger Zeitdruck, das Gefühl der Unentbehrlichkeit, chronische Müdigkeit, abrupte Stimmungsschwankungen sowie Konzentrationsschwäche. Auch häufige Infekte, Schlafstörungen, Atembeschwerden, Rücken- und Kopfschmerzen sowie Verspannungen können Symptome eines beginnenden Burnout sein.Um dem Teufelskreis aus Überlastung und Stress zu entkommen, kann eine berufli­che Auszeit die Lösung sein. Doch oft reicht es schon, seine Kollegen um Hilfe zu bitten. Wesentlich ist es aus Sicht von Jesuitenpater Kuppler, mehr auf sich selbst zu hören: "Ausbrennende müssen lernen, wieder ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln und eigene Bedürfnisse zu sehen - unabhängig vom beruflichen Erfolg."Die August-Ausgabe von karriere erscheint am 29. Juli 2005.
Dieser Artikel ist erschienen am 30.08.2005