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Abi in der Tasche und null Ahnung, was jetzt werden soll? "Endlich mal ein Buch, das den Abiturienten woanders sieht als an der Hochschule. Nämlich direkt im Job, als Verlagskaufmann, Bauzeichner oder Mediengestalter." Neue Bücher und Klassiker zu Ausbildung, Jobs und Studium - gelesen von unserer Schülerredaktion.

Hautnah

Was soll ich bloß werden? Die Angst vieler Abiturienten vor dem "Danach" greift das Buch "After School" von Monika Hoffmann auf. Jugendliche setzen sich darin mit handfesten Problemen auseinander: Wahl des Studienfachs, Umzug in eine Uni-Stadt, Trennung vom Partner. Hoffmann nennt Anlaufstellen und gibt Tipps zu Praktika und Studium. Mut macht sie vor allem denen, die keine Traumnoten im Abi hatten; Minitests helfen, eigene Stärken zu erkennen. Trotz förmlichem Siezen ist der Stil des Buches locker und spricht unsere Generation direkt an. Hoffmanns Botschaft: Bleibe dir selbst treu, tu was du tun möchtest. Denn nur in dem, was dir Spaß macht, findest du deine "Beruf"ung.
Sarah Lambrecht

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Monika Hoffmann: after school, 2. aktualisierte Auflage, 144 S., BW Bildung und Wissen Verlag, 9,80 Euro


Crashkurs

100 Tipps für Möchtegern-Azubis auf Stellenjagd - wer könnte das besser gebrauchen als die unentschlossenen Schulabsolventen dieser Welt. Das Berater-Duo Hesse/Schrader führt die Leser von der Ausbildungsplatzsuche bis zum (erfolgreichen) Vorstellungsgespräch. Neben banalen Parolen wie "Nur Mut. Es lohnt sich wirklich" gibt es durchaus auch praktische Tipps, etwa zur Strukturierung des Bewerbungsschreibens oder zu rhetorischen Tricks im Interview. Wer sich darüber noch keine Gedanken gemacht hat, kann das Buch getrost zur Hand nehmen, aber Vorsicht: "Eine optimale Vorbereitung in kürzester Zeit", wie der Untertitel verspricht, heißt nicht, dass man alle Kniffe über Nacht beherrscht.
Christopher Neumann

Die besten Jobs von allen
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Jürgen Hesse, Hans Christian Schrader: Die 100 wichtigsten Tipps für Ausbildungsplatzsuchende, 157 S., Eichborn, 8,95 Euro


Testlauf

Der Umfang täuscht: Auf kaum mehr als hundert Seiten bekommen Studierwillige das auf sie zugeschnittene Fach geliefert. Doch das Buch macht Arbeit. Anstatt große Worte wie "Höre auf deinen Bauch!" zu verlieren, werden hier vom Leser jede Menge Antworten gefordert. Manche Fragen wirken banal, dafür ist die Trefferquote umso genauer: So wird das Studienfach in spe gleich an den eigenen Schulnoten gemessen: Spätere Enttäuschung somit ausgeschlossen! Echten Erkenntnisgewinn bietet der Studienwahltest vor allem für Abiturienten, die noch nicht wissen wo die Reise hingehen soll. Die anderen durchschauen wahrscheinlich, worauf die Fragen abzielen, können aber ihre Wahl hier sinnvoll überprüfen.
Sarah Lambrecht

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Angelika Verse-Herrmann, Dieter Herrmann: Der große Studienwahltest, 109 S., Eichborn, 12,90 Euro


Glückfinder

Nur wer Spaß am Job hat, kann volle Leistung bringen. Angelika Gulders Karriere-Navigator zeigt, wann Berufe Spaß machen. Mit kleinen Tests hilft, sie heimliche Leidenschaften auszugraben. Tipp der Autorin: Erinnere dich an deine Kinderträume und du hast deinen Wunschberuf. Harte Jobrealitäten bleiben in dem Psycho-Ratgeber zwar außen vor. Trotzdem schadet es nicht, die Tipps bei der Jobsuche im Hinterkopf zu behalten. Denn Gulders Argumente, der eigenen Berufung zu folgen und sich auf keine Kompromisse einzulassen, wirken bestechend. Mit peppigen Sätzen schafft es die Autorin, die Leser zu begeistern. Ein Buch, das sich in einem Rutsch wegliest.
Kornelia Turkiewicz

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Angelika Gulder: Finde den Job, der dich glücklich macht, 199 S., Campus Verlag, 19,90 Euro


Bilderbuch

Super! ist der erste Eindruck, wenn man den Karriere-Klassiker "Durchstarten zum Traumjob" aufschlägt. So viele Bilder und Karikaturen müssen einfach Laune machen. Das tun sie auch, aber wo bleibt der Nutzen? Der Ratgeber ist spritzig und menschlich geschrieben und enthält allerlei Interessantes über Arbeitsmarkt und Bewerbungsmodelle. Starthilfe ins Berufsleben erhält der Leser aber nicht. Praktisches gibt's erst im 100 Seiten starken Anhang: Dort finden sich neben gut recherchierten Adressen zu Vermittlern, Beratern und Verbänden auch Aufgaben, mit denen der Jobsuchende eigene Fähigkeiten und Prioritäten ausloten kann. Ob sich dafür eine 25-Euro-Investition lohnt, ist jedoch fraglich.
Jennifer Nötges

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Richard Nelson Bolles: Durchstarten zum Traumjob, 440 S., Campus, 24,90 Euro


Alles geht

Alles scheint möglich bei Uta Glaubitz. Im Zehn-Schritte-Workshop führt die Autorin den Leser zum ganz persönlichen Idealjob. Ihre Palette reicht nicht bloß vom Arzt bis zum Zollfahnder. Es geht darum, einen ganz eigenen Job zu erfinden. Beispiele von beruflichen Selbstverwirklichern geben einen unheimlichen Motivationsschub. Man will sofort lossprinten und was werden. Geschmackssache ist allerdings die Darstellung. Ständige Wiederholungen gehen schnell auf die Nerven. Dafür hält Glaubitz Tipps extra für Schulabgänger parat und bietet sogar an, sich direkt per E-Mail an sie zu wenden. Alles in allem ein toller, inspirierender Ratgeber, der die Zukunftsideen zum Übersprudeln bringt.
Jennifer Nötges

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Uta Glaubitz: Der Job, der zu mir passt. Das eigene Berufsziel entdecken und erreichen, 179 S., Campus, 15,90 Euro


Praxis pur

Endlich mal ein Buch, das den Abiturienten woanders sieht als an der Hochschule. Nämlich direkt im Job, als Verlagskaufmann, Bauzeichner oder Mediengestalter. Die Autoren stellen zahlreiche Trendberufe vor, vom Film- und Videoeditor über den Investmentfondskaufmann bis zum brandneuen Kaufmann für Touristik und Freizeit. "Echte" Azubis geben Einblick in ihren Berufsalltag. Hier haben also die das Wort, die wirklich Ahnung haben. Kurze, klar formulierte Sätze vermitteln auf zwei bis vier Seiten pro Beruf präzises Wissen über Aufgabenfelder, Zukunftschancen und Aufstiegsmöglichkeiten. Fazit: top Infos, realistische Beschreibungen - und das alles sehr kompakt auf weniger als 130 Seiten.
Sarah Lambrecht

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Manfred Bergmann, Reinhard Selka (Hg.): Berufsstart für Abiturienten, 124 S., W. Bertelsmann, 9,90 Euro

Probezeit

Nun hat man sich glücklich einen Weg in die Jobwelt gebahnt - schon lauern neue Gefahren: Jetzt heißt es, "Die ersten 100 Tage im Job" zu überstehen. Petra Begemann hilft mit praktischen Checklisten und jeder Menge Beispielen: Wie man etwa auf kitzlige Situationen reagiert, mit Mitarbeitern und Chefs umgeht und ein gutes Bild von sich hinterlässt. Manche Tipps fallen eher in die Kategorie Allgemeinplatz, wie beispielsweise gut vorbereitet und selbstbewusst in den ersten Arbeitstag zu gehen. Aber man erfährt auch viel Brauchbares zu Verhalten und Einarbeitungstricks. Und wer sich trotzdem noch schwer tut, bekommt eine "Erste Hilfe" und einen Mini-Exkurs über "Ihre Rechte in der Probezeit".
Christopher Neumann

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Petra Begemann: Die ersten 100 Tage im Job, 94 S., Eichborn, 6,95 Euro
Dieser Artikel ist erschienen am 02.09.2005