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Durchblick bei Bilanz & Co.

Claudia Obmann
Die Zeiten, in denen Banker, Ingenieure oder Informatiker allein durch ihr Fachwissen glänzten, sind vorbei. Zusätzliches betriebswirtschaftliches Know-how ist heute ein Muss.
Als sich Sandra Lormann von ihrem Arbeitgeber eine Fortbildung in Betriebswirtschaft an der AFW Wirtschaftsakademie spendieren ließ, dachte sie, das Wissen um Soll und Haben in Zeiten von Bilanzskandalen helfe ihr vor allem bei der Beratung ihrer PR-Kundschaft. Doch ihr erster Bilanz-Probe-Check nach dem Crashkurs in Bad Harzburg brachte erschreckende Erkenntnisse in eigener Sache: Ihr Brötchengeber war pleite.

So wie die Göttinger Geisteswissenschaftlerin wollen sich immer mehr Berufs- tätige nebenbei kaufmännische Kenntnisse aneignen. Entweder, um ihr Fachwissen sinnvoll zu ergänzen, oder um sich fit für Führungspositionen zu machen. Denn betriebswirtschaftliches Wissen ist nicht nur die Grundlage für die Arbeit mit Budgets und Controlling-Instrumenten, sondern auch die Voraussetzung für die Übernahme unternehmerischer Verantwortung.

Teure Kurse

Die Angebotspalette für die Weiterqualifikation ist riesig. Sie reicht vom Tagesseminar Bilanzanalyse bis zum zehnsemestrigen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang an der Fernhochschule. Büffeln lässt sich im Klassenzimmer oder im Wasserschloss, denn auch die Preisspanne der Veranstaltungen ist extrem: Wer sich am Career-Center einer Hochschule oder bei der Fern-Universität Hagen als Student einschreibt, zahlt einen Semesterbeitrag von rund 150 Euro, während ein berufsbegleitendes, zweijähriges MBA-Aufbaustudium, mit dem besonders ehrgeizige Akademiker in Sachen BWL nachrüsten, mit mindestens 30.000 Euro zu Buche schlägt. Wer nur kaufmännisches Basiswissen zu Handelsregister, Unternehmensformen und -finanzierung benötigt, kommt bei der VHS schon mit Kurskosten von zirka 50 Euro davon, doch wer tiefer in die äußerst breite Thematik eindringen will, für den wird es gleich sehr viel teurer.
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Das PDF-Special "Weiterbildung: BWL" umfasst folgende Themen:

- Teure Kurse
- Inflation der Gütesiegel
- Prüfen & Rechnen
- Titel im Trend
- Inklusive Weiterbildungsangeboten

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Inflation der Gütesiegel

Ähnlich breit gefächert sind die Nachweise des neuerworbenen Wissens. Sie reichen vom IHK-Zertifikat nach sechsmonatigem Abendkurs mit Abschlussprüfung zu den Grundlagen der modernen Betriebswirtschaftslehre bis zum akademischen Titel Master of Business Administration. Lapidarer Kommentar von BWL-Professorin Margret Borchert von der Mercator Universität in Duisburg: "Mit den Weiterbildungsscheinen ist es wie mit den Gütesiegeln für Bio-Produkte. Es werden immer mehr, und kaum einer weiß noch, welche etwas wert sind."

Prüfen & rechnen

Generell gilt: Welche Fortbildung im Einzelfall optimal ist, hängt von der persönlichen Vorbildung, vom Zeit- und Finanz-budget, vom Grad der Selbstdisziplin, aber vor allem vom angepeilten Ziel ab.

Besonders günstig und praxisbezogen sind die betriebswirtschaftlichen Seminare der IHK. Ob es um den Gesamtüberblick geht oder Teilaspekte wie Einkauf und Logistik, Buchhaltung oder Personalwesen beherrscht werden sollen in der Weiterbildungsdatenbank www.wis.ihk.de finden sich alle Kammerveranstaltungen bundesweit. Unter http://www.dihk.de/ gibt es Infos zu den verschiedenen Kammer-Prüfungen etwa zum Fachwirt oder -kaufmann sowie dem darauf aufbauenden Betriebswirt (IHK).

Mit diesen durchweg anerkannten IHK-Abschlüssen fahren Praktiker gut, die eine dreijährige gewerblich-technische oder kaufmännische Berufsausbildung abgeschlossen und zwischen ein bis drei Jahre Erfahrung im Job gesammelt haben. Vorbereitungskurse bieten die Industrie- und Handelskammern, aber auch externe Anbieter wie die Deutsche Angestellten Akademie an, die in jeder größeren Stadt vertreten sind. Teilweise ist E-Learning möglich. Alle Kurse der virtuellen IHK gibt es unter www.ihk-online-akademie.de.

Wer dagegen für seinen Berufsalltag schnellstens Durchblick in Finanz- und Kostenrechnung oder Steuerrecht benötigt und auf einen offiziellen Schein verzichten kann, dem empfiehlt Autor und Karriereberater Jörg Staufenbiel: Vorlesungsskript an der nächsten Uni besorgen und ein Repetitorium für Studenten, die ein Fachmann durchs Examen paukt, besuchen. Kostenpunkt: ein paar hundert Euro.

Im Kreis der Eliten

Fach- und Führungskräfte, die einen Überblick über die gesamtbetriebswirtschaftlichen Zusammenhänge oder Kenntnisse einzelner Themen benötigen, sollten einen Blick auf die Homepage des Wuppertaler Kreises unter http://www.wkr-ev.de/ werfen. In dem Verein haben sich 52 private und gemeinnützige Unternehmen zusammengeschlossen, die sich der Fortbildung dieser Kundschaft widmen und besonderen Standards unterwerfen. Doch auch bei der Entscheidung für einen dieser Veranstalter gilt: Angebot genau prüfen. "Ein Controlling-Grundseminar in zwei Tagen kann kaum tiefes Wissen mit Langzeitwirkung vermitteln", dämpft Experte Staufenbiel überzogene Erwartungen.

Umgekehrt gilt: Kurse bei noch so guten No- Name-Trainern können zwar lehrreich sein, öffnen aber keine Türen. Einführungsveranstaltungen zu Marketing oder Personalmanagement bei Top-Adressen wie dem Universitätsseminar der Wirtschaft, Schloss Gracht in Erftstadt-Liblar oder beim Schweizer Management-Zentrum St. Gallen rechnen sich dagegen durchaus: Ihre Zertifikate dienen als Entree zu den Chefetagen internationaler Großkonzerne. Nicht zu unterschätzen sind außerdem die persönlichen Kontakte zu den renommierten Referenten und den Teilnehmern solch exklusiver Einrichtungen.

Titel im Trend

Berufstätige, die ihre BWL-Fortbildung mit akademischen Zeugnissen oder gar Titeln krönen wollen, werden sich über die wachsende Zahl berufsbegleitender Studiengänge freuen seien es Präsenzveranstaltungen abends beziehungsweise am Wochenende oder ein Fernstudium an einer virtuellen Uni.

Dieses weiterbildende Studium steht Hochschulabsolventen mit Berufspraxis ebenso offen wie Teilnehmern, welche die erforderliche Eignung im Job erworben haben. So ermöglicht es die Fern-Uni Hagen jedem, sich als Gasthörer einzuschreiben, beliebig viele Kurse zu belegen und mit Zertifikat abzuschließen. Das Studienmaterial für bis zu zehn Kurse erhalten Gasthörer schon für 180 Euro pro Semester. Akademiker können nebenberuflich an der Fern-Uni Hagen aber auch einen klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzstudiengang belegen. So wird aus dem Diplom-Ingenieur der Diplom-Wirtschaftsingenieur allerdings frühestens nach zehn Semestern. Der Jurist hält, Erfolg vorausgesetzt, sein Zeugnis über das BWL-Upgrade schon nach vier Semestern in Händen.

Studieren ohne Abi

An den privaten, staatlich anerkannten AKAD-Fachhochschulen im schleswig-holsteinischen Pinneberg und im sächsischen Leipzig lassen die Landeshochschulgesetze das BWL-Studium sogar ohne Abitur zu: Fortbildungswillige mit mindestens fünf Jahren Berufspraxis wird ein Probestudium angeboten. Die Inhalte entsprechen dem regulären Grundstudium. Wer es meistert, darf das Hauptstudium aufnehmen. Wer das Handtuch wirft, bekommt zu jeder geschafften der insgesamt neun Prüfungen immerhin eine Bescheinigung der FH.

Für ein Studium bei der vergleichsweise teuren AKAD ein Jahr kostet im Schnitt 5.220 Euro ist es unerheblich, wo man wohnt: Die Studenten besuchen den jeweiligen Hochschulort nur für einige Seminare und erarbeiten den Lehrstoff ansonsten in Eigenregie. Dazu erhalten sie Literatur, Fallbeispiele mit Musterlösungen und Übungsaufgaben, die zur Korrektur per Post, Fax oder E-Mail eingeschickt werden und benotet zurückkommen. Tutoren und Kommilitonen treffen sich in Online-Foren. Bei einem durchschnittlichen Lernpensum von zweieinhalb Stunden täglich winkt der FH-Abschluss nach frühestens vier Jahren. Pluspunkt: Der Studienstart ist jederzeit möglich.

Endstation Chefetage

Job, Uni und Privatleben jahrelang unter einen Hut zu bringen, ist hart. Wer das schafft, signalisiert Personalverantwortlichen Ehrgeiz und Biss. "Wer einen Chefsessel erobern will, kommt heute an einem Betriebswirtschaftsdiplom von der FH oder der Universität kaum vorbei", meint Dieter Schädiger. Er sollte es wissen. Denn Schädiger ist Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Volks- und Betriebswirte und Personalberater in einer Person.

Sein Branchenkollege Bruno Weidel, Seniorpartner der Personalberatung Heidrick & Struggles setzt noch einen drauf. "Ob Jurist, Ingenieur oder Mediziner wer in die internationale Spitzenmanager-Riege aufsteigen will, braucht zusätzlich einen MBA-Abschluss von einer Business School mit Weltruf wie Wharton und Harvard in den USA oder der deutschen WHU in Vallendar. Man fährt ja auch nicht mit dem Volkswagen in der Formel 1."

BWL-Anbieter

AFW Wirtschaftsakademie Bad Harzburg

An den Weiden 15
38667 Bad Harzburg
0 53 22.90 20 34
mailto://bildung@afwbadharzburg.de
http://www.afwbadharzburg.de/

Zielgruppe: Schwerpunkt des ältesten deutschen Fernlehrgangs-Anbieters ist die Aus- und Weiterbildung von Führungskräften und Quereinsteigern für das mittlere und gehobene Management sowie von Firmengründern oder -nachfolgern.

Kursort: Bad Harzburg

Kurstipp: Harzburg Diplom BWL. Die Lehrinhalte umfassen Basiswissen aller BWL-Teildisziplinen inklusive Recht sowie Grundlagen zu Führung und Motivation. Nach der erfolgreichen Bearbeitung von 16 monatlichen Lehrbriefen, mehreren Präsenzveranstaltungen und einer schriftlichen Abschlussprüfung erhält der Teilnehmer das so genannte Harzburg-Diplom. Das ist zwar kein staatlich anerkannter Titel, aber ein bekannter Abschluss, den bereits 70.000 Absolventen in der Tasche haben.

Preis: 2.665 Euro.

C. R. Poensgen-Stiftung Management Development Institut in der DGFP

Niederkasseler Lohweg 16
40547 Düsseldorf
02 11.5 97 81 30
mailto://info@crpoensgen.de
http://www.crpoensgen.de/

Zielgruppe: General-Management-Programme für Führungskräfte der Wirtschaft, Extra-Fokus auf Programme für Young Professionals zwischen 27 und 35 Jahren.

Kursorte: Seminarhotels in größeren deutschen Städten

Kurstipp: Intensivseminar BWL für Ingenieure, Natur- und Geisteswissenschaftler. Die Veranstaltung vermittelt Basiswissen zur Budgetplanung, Kosten- und Leistungsrechnung und hilft, Kennziffern aus dem Controlling zu verstehen sowie die eigenen Entscheidungen mit Wirtschaftlichkeits- und Investitionsrechnungen zu untermauern. Abgerundet wird der Crash-Kurs durch die wichtigsten Werkzeuge für strategische Planung und Marketing. Das Seminar dauert 5,5 Tage.

Preis: 2.860 Euro.

Euroforum Deutschland

Prinzenallee 3
40549 Düsseldorf
02 11. 96 86 30 00
mailto://info@euroforum.com
http://www.euroforum.com/

Zielgruppe: Ausrichter von jährlich rund 1.000 Kongressen, Fachtagungen und Seminaren in 20 Themengebieten für Entscheider aus dem mittleren und höheren Management.

Kursorte: Tagungshotels in ganz Deutschland

Kurstipp: BWL für Juristen. Das dreitägige Seminar vermittelt Basiswissen zu Rechnungswesen, Controlling, Steuern, Unternehmensbewertung sowie Projekt- und Risikomanagement.

Preis: komplett 1.995 Euro oder 995 Euro pro Tag.

Friedrichsbad-Team

Werksstr. 15
45527 Hattingen
0 23 24.56 56-0
mailto://info@friedrichsbad.de
http://www.friedrichsbad-team.de/

Zielgruppe: Trainings für Fach- und Führungskräfte von klein- und mittelständischen Unternehmen und öffentlichen Institutionen.

Kursorte: Tagungsstätten vorwiegend in NRW

Kurstipp: BWL zum Anfassen. Dreitägiges Seminar, in dem technischen und kaufmännischen Mitarbeitern BWL-Wissen spielerisch vermittelt werden soll. Die Teilnehmer leiten in Teams ein Unternehmen, konkurrieren auf verschiedenen Märkten und erleben die Auswirkungen von Beschaffung/ Absatz, Personal, Fertigung, Forschung und Entwicklung auf Bilanz und Firmenerfolg.

Preis: 750 Euro.

IIR Deutschland

Postfach 1050
65836 Sulzbach/Taunus
0 61 96.58 50
info@iir.de
http://www.iir.de/

Zielgruppe:Der deutsche Seminarveranstalter ist eine von insgesamt 44 Ländergesellschaften des privaten US-Schulungsunternehmens Institute for International Research (IIR). Die Vermittlung von kompaktem Praxiswissen für alle Berufstätigen steht im Vordergrund.

Kursorte: in allen größeren deutschen Städten

Kurstipp: Praxis-Know-how BWL. Im zweitägigen Crashkurs stehen Basisinfos zu Bilanzanalyse, das 1x1 der Kostenrechnung, Erklärung der wichtigs- ten Kennzahlen wie Cash-flow, Break-even und Deckungsbeitrag auf dem Programm. Außerdem Thema: Kostensteuerung, Vertrieb, Marketing und Personalmanagement.

Preis: 1.845 Euro.

MZSG Management Zentrum St. Gallen

Seminare & Conventions, Rittmeyerstr. 13
CH-9014 St. Gallen
00 41.71.2 74 34 00
info@mzsg.ch
http://www.mzsg.ch/

Zielgruppe: Die aus dem Institut für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen hervorgegangene Einrichtung gehört zu den führenden europäischen Anbietern für Management-Beratung und Manager-Trainings und richtet sich an Führungskräfte.

Kursorte: St. Gallen, Zürich, Wien, Madrid

Kurstipp: Junior-Management-Programm. 17-tägiges Seminar, gestaffelt in 3 x 4 plus 1 x 5 Tage. Im Fokus stehen Führung, Marketing, Rechnungswesen/Controlling sowie General Management. In dieser praxisbezogenen Veranstaltung sollen diejenigen Elemente des betriebswirtschaftlichen Wissens vermittelt werden, die die Teilnehmer zur Übernahme von Führungsaufgaben benötigen.

Preis: 7.439 Euro.

USW
Schloss Gracht
Fritz-Erler-Str. 1
50374 Erftstadt
0 22 35.4 06-2 04
info@usw.de
http://www.usw.de/

Zielgruppe: Eine der bedeutendsten, international anerkannten Einrichtungen zur betriebswirtschaftlichen Weiterbildung von Führungskräften im deutschsprachigen Raum. Das USW wird von über 100 Mitgliedsfirmen getragen. An den arbeits- und lernintensiven USW-Seminaren wirken renommierte Referenten aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Wissenschaft mit.

Kursort: Schloss Gracht in Erftstadt-Liblar

Kurstipp: BWL für Führungskräfte. Das in drei je einwöchige Veranstaltungen gegliederte Seminar richtet sich an Ingenieure, Juristen, Natur- und Geisteswissenschaftler, die als Abteilungs- oder Projektleiter Know-how zu Kosten- und Investitionsrechnung, Finanzmanagement, Marketing, Arbeitsrecht und Steuern benötigen.

Preis: ab 8.850 Euro.

AKAD

Maybachstr. 18-20
70469 Stuttgart
07 11.81 49 50
akad@akad-online.de
http://www.akad.de/

Zielgruppe: Das wirtschaftlich ausgerichtete Angebot der größten privaten deutschen Fachhochschule richtet sich an Berufstätige mit und ohne Abitur. Die Kombination aus Fernstudium, E-Learning und Präsenzstudium führt zu einem staatlich anerkannten Universitäts- oder Fachhochschulabschluss und kann als Aufbaustudium genutzt werden. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Kursorte: Düsseldorf, Frankfurt, Lahr, Leipzig, München, Pinneberg und Stuttgart

Kurstipp: Die neuen, jeweils auf ein Jahr angelegten FH-Teilstudiengänge umfassen Material zum Lernen und 56 Präsenzstunden zu BWL/ VWL-Grundlagen, ergänzt um Unterlagen und Veranstaltungen des jeweiligen Spezialthemas wie Marketing, Personal etc. Bei bestandener Prüfung gibt es ein Zertifikat mit Angabe der jeweils gewählten Spezialisierung. Alle Einzelmodule lassen sich zu einem staatlich anerkannten FH-Abschluss sammeln.

Preis: zwischen 3.396 und 6.252 Euro.

Fern-Universität Hagen

Konkordiastr. 5
58084 Hagen
0 23 31.9 87 26 66
info-material@fernuni-hagen.de
http://www.fernuni-hagen.de/

Zielgruppe: Weiterbildungsinteressenten mit und ohne Abitur, die sich in Eigenregie Voll- oder Teilzeit fortbilden wollen. Dafür werden Einzelkurse, Veranstaltungspakete oder postgraduale Stu-diengänge angeboten, die mit Uni-Zertifikaten, Zeugnissen oder Diplom abschließen. Studienstart nur zu Semesterbeginn.

Kursorte: 72 Studienzentren in ganz Deutschland, schwerpunktmäßig in NRW und Niedersachsen

Kurstipp: Das Hagener Management-Studium. Für Hochschulabsolventen oder Berufstätige mit abgeschlossener kaufmännischer Ausbildung und drei Jahren Berufserfahrung. Vermittelt werden Kenntnisse in Organisation und Führung, Planung/Controlling, Personalwirtschaft, Marketing und Projektmanagement. Studiendauer zehn Monate bei mindestens zehn Lernstunden pro Woche plus Präsenzveranstaltungen am Wochenende. Wer die Einsendeaufgaben und die vierstündige Abschlussklausur meistert, erhält ein Zeugnis der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Preis: ab 5.600 Euro.

FH für Ökonomie und Management

Rolandstr. 5-9
45128 Essen
02 01.81 00 40
fom@bildungscentrum.de
http://www.fom.de/

Zielgruppe: Die 1990 ins Leben gerufene FOM ist Deutschlands erste von Verbänden der Wirtschaft gegründete, staatlich anerkannte Fachhochschule. Sie richtet sich an Berufstätige.

Kursorte: Berlin, Duisburg, Essen, Düsseldorf, Frankfurt, Gütersloh, Hamburg, Leverkusen, Neuss, München, Siegen

Kurstipp: Studiengang zum FH-Diplom-Kaufmann. Alle Vorlesungen während der insgesamt 7 Semester finden an bis zu zwei Abenden in der Woche sowie samstags statt. Das letzte Semester ist vorlesungsfrei und dem Verfassen der Diplomarbeit vorbehalten. Einstieg nur im März oder September möglich.

Preis: rund 10.800 Euro.

BWL per Buch

Wer sich selbst Grundwissen anlesen möchte, ist mit folgenden Handbüchern gut bedient:

Basis-Lektüre: BWL für Einsteiger, Aufsteiger und Existenzgründer. Udo Cremer. Verlag Moderne Industrie. 15,90 Euro; 208 Seiten; Basiswissen zu Lager-, Produktions- und Personalwirtschaft sowie zu Kosten- und Leistungsrechnung.

Standard-Werk: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Umfassende Einführung aus Managementorientierter Sicht. Jean-Paul Thommen und Ann-Kristin Achleitner. Gabler Verlag. 49 Euro; 1.020 Seiten; Alles Wissenswerte zu Marketing, Materialwirtschaft, Produktion, Rechnungswesen, Finanzierung, Investition und Unternehmensbewertung, Personal, Organisation und Führung.

Lehrbuch-Klassiker: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Günter Wöhe, Ulrich Döring. Franz Vahlen Verlag. 29 Euro; 1.260 Seiten; steuer- und finanzlastige Betriebswirtschafts-Bibel, die sich als fundiertes Nachschlagewerk eignet.

BWL per Computer-Training

BWL-Lernsoftware steht entweder auf CD-ROM oder online zur Verfügung. Dabei konkurrieren akademische Mammutkurse mit berufstauglich abgespeckten sowie nüchterne mit interaktiv-animierten Kursen. Generell gilt: Schlichte Fakten und Formeln zu Abschreibungen, Eigenkapitalrendite und Deckungsbeitrag lassen sich problemlos vom PC-Pauker eintrichtern, komplexe Zusammenhänge sollten aber möglichst von einem menschlichen Dozenten erläutert werden. Deshalb steht dem Anwender bei hochwertigen Lernkursen ein Tutor zur Seite, der via E-Mail, Chat oder Telefon erreichbar ist.

Der Managerseminare Gerhard May Verlag hat 21 digitale BWL-Kurse geprüft und empfiehlt folgende Programme:

Für Geschäftsgründer: Easy Business der leichte Weg zur Betriebswirtschaft, Anbieter: KEA Wirtschaftstraining GmbH, Wien; zirka 119 Euro; Der kombinierte CD-/Online-Kurs vermittelt Grundlagen zu Bilanzierung sowie Gewinn- und Verlustrechnung, abgerundet durch Erklärungen der verschiedenen Kennzahlen sowie der Rechtsformen von Unternehmen plus Tipps für den optimalen Businessplan.

Für Verkäufer: Betriebswirtschaft Praxiswissen, Anbieter: DVS GmbH, München; zirka 490 Euro; Das Online-Planspiel beschäftigt sich mit Kostenrechnung, Break-even-Analyse sowie Make-or-Buy-Entscheidungen und erläutert Begriffe wie Deckungsbeitrag, Preisuntergrenze oder Return on Investment.

Für Führungskräfte: Kompaktkurs BWL, Anbieter: Webacad GmbH, Eschborn; zirka 500 Euro pro Modul; Zweiteiliges Web-Training zu Rechnungslegung, Bilanzanalyse, Kostenrechnung beziehungsweise Budgetplanung, Finanzmanagement und Investitionsrechnung.

Dieser Artikel ist erschienen am 17.04.2003