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"Du wurdest gegruschelt"

Lea Deworetzki
Bist du schon drin? StudiVZ, die größte deutsche Online-Community für Studenten, macht den Uni-Start leichter.
Zwischen Andy Edelmann und Daniela Pinkowski hat es gefunkt. Seit ein paar Monaten sind die beiden Düsseldorfer Medienmanagement-Studenten ein Paar und unzertrennlich. Kennen gelernt haben sie sich aber nicht im Hörsaal oder auf der Wohnheimparty, sondern im Internet. Genauer gesagt bei StudiVZ, einer Online-Plattform, auf der sich Studenten vernetzen und austauschen können.

Dabei war Danielas erste Nachricht an Andy gar nicht als Flirt-Versuch gedacht. Die 20-Jährige stand letzten Herbst kurz vor Beginn ihres Studiums und suchte über StudiVZ Leute, die das Fach bereits studieren. Daniela schrieb ausgerechnet Andy an. "Ich gab ihr natürlich gerne Tipps zum Studium, aber ihr Foto hat mir auch direkt gefallen. Im tiefsten Inneren dachte ich: Wow, wer ist das denn?", erinnert sich der 24-Jährige.

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Wenige Wochen später dann die erste echte Begegnung an der Uni. "Es hat sofort geknistert. Ich habe sogar einige Veranstaltungen geschwänzt, um mich in Danielas Kurse zu setzen", erzählt Andy lachend. Vier Wochen später sind die zwei ein Paar

Nicht jeder findet bei StudiVZ die große Liebe. Für viele der 1,8 Millionen Mitglieder läuft inzwischen aber ein Großteil der Kommunikation über die virtuelle Community, die 2005 von drei Studenten gegründet wurde und mittlerweile zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehört, in der auch karriere abi erscheint. Beim Gang durch die Computerräume der Uni sieht man an vielen Bildschirmen die rot-weiße Seite aufblitzen. Zwischen Hausarbeit und Literaturrecherche wird schnell "gegruschelt", eine Mischung aus "Grüßen" und "Kuscheln". StudiVZ ist aus dem Uni-Alltag nicht mehr wegzudenken

Virtuelles Poesiealbum. Bei StudiVZ kann sich jeder kostenlos anmelden und ein Profil einrichten. Dort steht zum Beispiel, welche Musik man gerne hört, welche Seminare man besucht oder ob man gerade solo ist. Das Entscheidende: Der Nutzer kann sich mit anderen Mitgliedern vernetzen. So wächst nach und nach eine Freundschaftsliste aus neuen Kontakten und alten Freunden. Gerade beim Studienstart kann das eine Hilfe sein. Das hat auch Lena Küpper aus Hamminkeln erlebt, die seit vergangenem Herbst in Düsseldorf Sozialwissenschaften studiert. "Kaum hatte ich meine Zulassung, habe ich mir einen Account bei StudiVZ eingerichtet", erzählt die 20-Jährige. Dort gab es bereits eine eigene Gruppe für Erstsemester ihres Studiengangs. "So konnte ich schon mal gucken, wer künftig so mit mir studieren wird.

Jetzt nutzt Lena StudiVZ beinahe täglich, das Netzwerk der Studentin ist auf über 90 Kontakte angewachsen, darunter nicht nur neue Kommilitonen, sondern auch alte Schulfreunde: "Die Leute aus meiner Stufe sind in ganz Deutschland verteilt. So verliert man sich nicht ganz aus den Augen.

Auch in verschiedene Gruppen, die jeder StudiVZler gründen kann, ist Lena schon eingetreten: Als Mitglied ihres Wohnheims, ihres Studiengangs oder bei reinen Spaß-Gruppen wie den Nogger-Choc-Vermissern oder den Kassettenkindern

Vorsicht mit Fotos.
Bei allem Spaß: Persönliche Daten wie Handynummer oder Adresse sollte man im Web nicht leichtfertig weitergeben. Auch Fotos vom letzten Saufgelage sind fehl am Platz, denn offenbar tummeln sich nicht nur Studenten bei StudiVZ

Jörg Sandmeier wurde bei einem Vorstellungsgespräch für ein Praktikum mit seinem ausgedruckten Profil konfrontiert. Zwar bekam der 26-jährige Student aus Osnabrück nur ein paar witzige Bemerkungen zu hören und seinem Praktikum stand nichts im Wege. Jörg ist trotzdem vorsichtig geworden: "Ich habe sofort mein Foto ausgetauscht und einige Daten gelöscht. Mit so humorvollen Personalern kann ich nicht immer rechnen.

Andy und Daniela jedenfalls sind glücklich über ihr persönliches StudiVZ-Erlebnis. Und wenn sie sich mal nicht sehen können, wird halt "gegruschelt" statt gekuschelt

[ www.studivz.de www.schuelervz.de ]



Dieser Artikel ist erschienen am 04.06.2007