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Drucker in der Krise

Johannes Gutenberg erfand vor über 500 Jahren den Buchdruck. Doch derzeit geht es der Druckindustrie im Heimatland des Pioniers schlecht wie nie. Anlässlich des Jubiläums der Hochschule der Medien (HdM) "100 Jahre Ausbildung im Druck- und Medienbereich" findet in Stuttgart am 19. Mai ein Ausbildungsgipfel statt.
Johannes Gutenberg erfand vor über 500 Jahren den Buchdruck. Doch derzeit geht es der Druckindustrie im Heimatland des Pioniers schlecht wie nie. Die Heidelberger Druckmaschinen AG zum Beispiel musste zum ersten Mal in der 153-jährigen Unternehmensgeschichte ein Geschäftsjahr mit Verlusten abschließen.Anlässlich des Jubiläums der Hochschule der Medien (HdM) "100 Jahre Ausbildung im Druck- und Medienbereich" findet in Stuttgart am 19. Mai ein Ausbildungsgipfel statt.

Ab 17 Uhr diskutieren in der Hochschule Repräsentanten der Druckindustrie, unter anderem der Vorstandsvorsitzende der MAN Roland Druckmaschinen AG, Professor Gerd Finkbeiner, mit den Ausbildungspartnern für die Branche: Professor Dr. Uwe Schlegel, Rektor der HdM, und Alfred Schäfer, Leiter der Johannes-Gutenberg-Berufsschule in Stuttgart. In der Podiumsdiskussion "Druckindustrie im Wandel. Zukunft durch Bildung" stehen die Themen Strukturwandel sowie Aus- und Weiterbildung in der Druck- und Medienindustrie im Mittelpunkt

Die besten Jobs von allen


Derzeit sind die Aussichten für eine Karriere in der Druckbranche trübe. Noch 2001 arbeiteten in der Druck- und Medienbranche 21.475 Lehrlinge, mehr als je zuvor. Nach Auskunft des Bundesverbandes (BVDM) Druck und Medien ging 2002 dann die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge deutlich zurück. Und für dieses Jahr rechnet Dieter Ullmann, Leiter der Abteilung beim BVDM, mit einem weiteren Rückgang der Ausbildungsplätze

Kein Wunder, denn die Geschäfte der Drucker laufen schlecht. Im vergangen Jahr ging der Umsatz der Branche um 4,8 Prozent zurück und mehr als 7.000 Beschäftigte verloren ihren Job. Derzeit bewerben sich laut Arbeitsamt 25.000 arbeitslose Drucker, Buchbinder oder Mediengestalter für nur 850 offene Stellen

Ursache für die schlechte Lage ist vor allem die Krise in der Werbebranche. In der Boomphase Ende der Neunziger Jahre blühte das Werbegeschäft und mit ihm die Druckindustrie. "Während der derzeitigen Wirtschaftskrise streichen die meisten Unternehmen die Ausgaben für Werbung zusammen", erläutert Ullmann vom BVDM. Wieder bergauf gehe es für die Druckindustrie erst, wenn die Werbeetats in Deutschland aufgestockt werden.

Dieser Artikel ist erschienen am 09.05.2003