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Dramatischer Rückgang bei ausländischen Auszubildenden

Einen ?dramatischen Rückgang? bei der Ausbildung ausländischer Jugendlicher hat die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck, beklagt. Rund 40 Prozent der 20- bis 30-Jährigen mit Migrationshintergrund blieben ohne Berufsabschluss.
HB/dpa AUGSBURG. Nur rund sieben Prozent der Auszubildenden in Deutschland seien Ausländer, sagte Beck am Mittwoch bei der Bundeskonferenz der Ausländerbeauftragten in Deutschland in Augsburg. Rund 40 Prozent der 20- bis 30-Jährigen mit Migrationshintergrund blieben ohne Berufsabschluss. Bei den Deutschen liege dieser Anteil bei nur zwölf Prozent.Um die Chancengleichheit für Ausländer im Bildungswesen und auf dem Ausbildungsmarkt zu erhöhen, forderte Beck verstärkt Deutschkurse vom Kindergarten bis zur Berufsschule. Eine Integration der ausländischen Kinder sei nur über die Sprache zu erreichen. Hier bestehe noch ein großes Defizit. Die rund 110 in Augsburg versammelten Ausländerbeauftragten sprachen sich für eine gezielte frühkindliche Bildung, individuelle schulische Förderung und differenzierte Lernangebote von Migrantenkindern aus.

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Beck betonte aber, dass Sprachkurse allein noch keine erfolgreiche Integration von Ausländern gewährleisten. Dazu gehöre bei lange in Deutschland lebenden Ausländern auch der Nachzug von Familienangehörigen. Seit den 60er Jahren sind nach Becks Angaben rund 30 Millionen Ausländer nach Deutschland eingewandert, rund 22 Millionen seien wieder weggezogen. Beck: ?Es ist unbestreitbar, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist.?
Dieser Artikel ist erschienen am 28.05.2003