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Donges: "Das Meiste bleibt zu tun"

Langfristige Reformstrategie nicht zu erkennen
Trotz der eingeleiteten Reformen der Bundesregierung sieht der Kölner Wirtschaftsprofessor und frühere Wirtschaftsweise Juergen Donges weiterhin erheblichen Reformbedarf, um die Zahl der Arbeitslosen deutlich zu senken. "Ein Anfang ist gemacht, aber das Meiste bleibt noch zu tun", kritisiert Donges im Interview mit dem Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere. "Die gesamte Arbeitsmarktordnung muss grundlegend reformiert und flexibilisiert werden. Das gegenwärtige Tarifkartell ist alles andere als beschäftigungsfreundlich."

Dass in Deutschland mit einem nennenswerten Beschäftigungsaufbau erst ab einem Wachstum von zwei Prozent zu rechnen ist, dafür macht Donges die "überzogene Regulierung des Arbeitsmarktes, die unzureichende Lohndifferenzierung nach Branchen, Regionen und Qualifikationen, und schließlich die Verteuerung der Arbeit durch gesetzliche und tarifvertragliche Lohnnebenkosten" verantwortlich. Donges: "Der deutsche Arbeitsmarkt ist strukturell verkrustet."

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Die Vision Clements, bei einem radikalen Umbau des Sozialstaates in den nächsten fünf Jahren Vollbeschäftigung zu erreichen, hält der Ko-Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik der Universität Köln für völlig unrealistisch. "Voraussetzung wäre nämlich eine langfristig angelegte Reformstrategie, die konsequent gegenüber den besitzstandswahrenden Interessengruppen, Gewerkschaften eingeschlossen, durchgesetzt wird. Davon ist trotz aller Reformrhetorik noch nicht viel zu erkennen."

Das vollständige Interview können Sie in der August-Ausgabe von Junge Karriere lesen.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.07.2003