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Die Wunden heilen

Interview mit Constantin Gillies, Autor von dem Buch "Wie wir waren. Die wilden Jahre der Web-Generation." Außerdem exklusiv für Junge-Karriere-Leser: Zwei komplette Kapitel zum Probelesen.
Ihr Buch "Wie wir waren" wandert auf den Spuren der Web-Generation. Was ist aus den jungen Wilden geworden?

Constantin Gillies: Die Arrivierten, wie zum Beispiel Oliver Sinner von SinnerSchrader, sind rechtzeitig mit ihren Nemax-Millionen ausgestiegen und genießen erst mal ihre Familie, ihre Villa. Die Resignierten trotten in der Old Economy mit und bedauern sich. Die Infizierten - das sind die meisten - tragen immer noch das Unternehmervirus in sich, bauen heute wie René Kaute von Dooyoo eine Espressobar-Kette auf oder betreiben Werbe- und PR-Agenturen. Oder sie peppen als E-Business-Berater die Old Economy auf: Besonders im Mittelstand leisten sie elektronische Entwicklungshilfe.

Am Ende blieben nicht viel mehr als arbeitlose Schaumschläger und verbrannte Kohle. Hat der Hype auch was Gutes hinterlassen?

Klar. Die New Economy war schon das geilste Wirtschaftsprogramm, das es seit langem gab. Und die Zeiten werden nachwirken. Die 68er haben auch eine ganze Generation gebraucht, um ihre Ideale durchzusetzen. In 15 Jahren werden sich die Gründer von damals in den Vorständen wieder finden und das Klima Schritt für Schritt verändern.

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Wann wird die New Economy wieder hoffähig?

Vor zwei Jahren gab man Bewerbern noch den Ratschlag, ihre Dotcom-Erfahrungen zu vertuschen, heute ist das durchaus eine Berufserfahrung, die man vorzeigen kann. Die Wunden verheilen langsam. Und bald kommt die Nostalgie-Welle.

Wie wir waren. Die wilden Jahre der Web-Generation. Constantin Gillies, Wiley-VCH Verlag, Weinheim, 19,90 Euro, erscheint Anfang August.

Exklusiv für Junge-Karriere-Leser: Zwei komplette Kapitel zum Probelesen:

PDF: Das letzte Kapitel: schlusspunktde

PDF: Anhang: Was machen sie heute?
Dieser Artikel ist erschienen am 10.07.2003