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Die Trommler sind zurück

Nachdem Wacker Chemie Anfang April ein glänzendes Debüt an der Börse gegeben hat, können Investor Relations (IR-)Manager, die Anleger und Analysten betreuen, wieder auf Top-Karrieren und -Gehälter hoffen.
Die für das laufende Jahr erwarteten rund 25 größeren Börsengänge in Deutschland haben die Jobchancen spürbar verbessert ?und werden auch mittelfristig für weiteren Bedarf sorgen?, sagt Kay Bommer, Geschäftsführer des Deutschen Investor Relations Verbands (DIRK). Nach einer aktuellen Umfrage des Verbands wollen 15 Prozent der Unternehmen zusätzliches Personal einstellen.

Dax-30-Unternehmen haben durchschnittlich sechs IR-Mitarbeiter, MDax, SDax- und TecDax-Unternehmen ein bis zwei. Insgesamt wird die Zahl der Beschäftigten in diesem Beruf auf 1 000 geschätzt. IR-Jobs zählen zu den höchstbezahlten Kommunikationsberufen überhaupt. Das Jahresgehalt der Abteilungsleiter liegt bei 150 000 Euro, wie eine Studie der Managementberatung Towers Perrin zeigt. 2006 wollen im Prime Standard ? dem gehobenen Börsensegment, das ein professionelles IR-Management fast schon voraussetzt ? unter anderem noch Air Berlin, Altana Chemie, das Biotech-Unternehmen Biofrontera, der Stahlhändler Klöckner & Co. und der Finanzvertrieb OVB an die Börse gehen.

Die besten Jobs von allen


Mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Euro war der Wacker-IPO (Initial Public Offering = Börsengang) der größte seit dem der Postbank vor zwei Jahren. Die kleineren IPOs im Entry Standard ? 40 bis 50 sind 2006 wahrscheinlich ? bringen weniger IR-Jobs, weil die Publizitätspflichten vergleichsweise lasch sind. Als vor fünf Jahren die Internet-Blase platzte und die Aktienkurse weltweit einbrachen, wurden viele Börsentrommler entlassen. Damit rechnet Bommer vom DIRK heute nicht: Keine Baisse in Sicht, zudem hätten die IR-Abteilungen mittlerweile einen guten Stand in den Unternehmen.

(cst)
Dieser Artikel ist erschienen am 27.04.2006