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Die Steuerschummler

16 Milliarden Euro Schaden entstehen jährlich allein durch nicht erklärte Zinserträge aus Luxemburger und Schweizer Wertpapierkonten. Wir sagen Ihnen, mit welchen Tricks Selbstständige und Unternehmer, aber auch der Privatmann den Fiskus betrügen.
Jedermann: Erfundene Belege

Der Trick: Wer den Fiskus an den Kosten für beruflich veranlasste Einkäufe beteiligen will, muss Belege beifügen. Viele sammeln deshalb auch von Kollegen, Verwandten und Freunden Quittungen für den Kauf eines neuen Schreibtisches oder des PCs, um diese dann über Jahre abzuschreiben.

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Das Risiko: Wegen der Arbeitsbelastung verzichten die meisten Beamten auf eine detaillierte Prüfung. Wer auf Nachfragen keine plausible Begründung parat hat, kann aber keine Kosten geltend machen.

Selbstständige: Lukrative Ehegatten-Jobs

Der Trick: Der verheiratete Partner kassiert seinen Jahreslohn in Höhe des Arbeitnehmerpauschbetrages (1044 Euro) steuerfrei. Das bringt im Rahmen der gemeinsamen Veranlagung von Eheleuten (Splittingvorteil) dem Hauptverdiener eine enorme steuerliche Entlastung. Der Lohn sollte allerdings auf ein eigenes Konto des Ehepartners eingezahlt werden.

Das Risiko: Wenn der Arbeitsvertrag nicht so geregelt ist wie mit einem fremden Beschäftigten, drohen Steuernachzahlungen.

Unternehmer: Gesellschafter-Darlehen

Der Trick: Der Mitinhaber einer Gesellschaft mit be-schränkter Haftung leiht seinem in die roten Zahlen gerutschten Betrieb zinslos Geld. Das Unternehmen legt die Summe Gewinn bringend an. Dadurch rettet die GmbH den Verlustabzug, weil das Unternehmen die Miesen mit den Erträgen aus der Geld-anlage verrechnen kann.

Das Risiko: Das Finanzamt unterstellt in einigen Fällen einen Gestaltungsmissbrauch und kippt das Modell. Steuertrickser kontern allerdings mit einem Urteil des Bundesfinanzhofes (Az. I R 97/00).


Wie Unternehmer mit Anspar-Rücklagen tricksen, das Hobby als Nebenjob verkauft oder Spekulationsverluste erfunden werden, lesen Sie im DMEuro.com-Special "Grauzone-Deutschland: Die Raffgier-Republik"


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Dieser Artikel ist erschienen am 06.06.2002