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Die kleinen Prinzen

Martin Roos
?Die Prinzregenten“ nennen sich die vier Bayern, die sich im Januar 2000 aufmachten, den großen Werbeagenturen in München wie ServicePlan oder Heye & Partner ein Bein zu stellen.
Werben ist ihr Geschäft, der Laptop ihr Werkzeug und die Lederhose höchstens ein Kostüm für das Oktoberfest. ?Die Prinzregenten“ nennen sich die vier Bayern, die sich im Januar 2000 aufmachten, den großen Werbeagenturen in München wie ServicePlan oder Heye & Partner ein Bein zu stellen. ?Mit Eigenkapital und einem 200.000-Mark-Förderkredit der Landeshauptstadt fingen wir an, ohne auch nur einen einzigen Auftrag zu haben“, sagt der 30-jährige Frank Plaschka, einer der vier Gründer. Ihr Umsatz im vergangenen Jahr: eine Million Mark.

Ihre Agentur - umgeben von einem Metzger, einem Bäcker, einem Friseur und einem Buchbinder - befindet sich in einem Altbau von 1902, dem ehemaligen Münchner Fruchthof in Sendling. Plaschka, der in Passau Betriebswirtschaft studiert hat, macht Marketing und Organisation, Markus Kapfer, 28, Diplom-Kommunikationswirt aus Ingolstadt, verantwortet EDV und Einkauf, der 33-jährige Marko Prislin, Münchener Diplom-Grafikdesigner, ist für die Kreationen zuständig und Wolfgang Steiner, 34-jähriger BWLer aus München, kümmert sich um Finanzen, Strategie und Beratung.

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München ist für sie der ideale Standort - ?für Bayern fast so wichtig wie Paris für Frankreich“. ?Wir gehören zur Generation Laptop und Lederhose“, sagt Plaschka. ?Für uns ist das aber nicht viel mehr als eine amüsante Kombination, um Tradition und Moderne zu verbinden."

Auch am Wochenende ist das bayerische Brauchtum nichts für sie. ?Im September und Oktober gehen wir auf die Wies’n. Das war’s dann aber auch schon“, meint Plaschka. Ansonsten bleibt die Lederhose im Schrank. Aber: ?Wir halten uns für sehr bodenständig. Denn wir laufen nicht herum wie typische Münchener Werbeschickis oder residieren in gestylten Büros."
Dieser Artikel ist erschienen am 18.05.2001