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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Von Marc Renner
Das WM-Fieber steigt. Wenn der Glaube der deutsche Fans Berge versetzen könnte, hätte Deutschland gute Chancen auf den WM-Titel.
Das Gelbe vom Ei war es nicht, was die Mannen von Rudi Völler dem deutschen Fußball-Fan in der WM-Qualifikation zu bieten hatten. Okay, spannend war es, weil Ballack, Bierhoff & Co. in Spielen wie beim niederschmetternden 1:5 gegen England einfach zu schlecht spielten, beim ernüchternden 0:0 gegen Finnland sogar einen Möbelwagen nicht trafen und erst im ?shoot out? gegen die Ukraine die Kurve kriegten. Gut, der gute Wille war vielleicht immer da. Aber wir wissen ja, was Zeugnisformulierungen wie ?er war stets bemüht? im Klartext heißen.Dennoch steigt das WM-Fieber auch in Deutschland spürbar. Und die Zahl derjenigen, deren Weltmeister-Tipp ?Deutschland? heißt, ist nicht wesentlich geringer als vor vergangenen Fußball-Großereignissen dieser Art. Und wenn man fragt, warum das so ist, dann kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: ?Deutschland ist eine Turniermannschaft. Das hat sie schon oft genug bewiesen.? Was wiederum beweist, dass auch für die WM 2002 gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Dieser Artikel ist erschienen am 22.04.2002