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Die Frühaufsteher

Martin Roos
Foto: Thilo Härtlein
?Wir profitieren sehr von Bayern als Name", sagt Agnes Wohlmut. Die 30-Jährige kümmert sich vor allem um Marketing und Organisation. Der ?Urlaub auf dem Bauernhof" nehme bei ihnen immer mehr zu.
Ja, der Wohlmut Josef hat halt den Hof in vierter Generation geerbt. Und die Agnes wollte erst nie einen Bauern heiraten. Doch was kannst' gegen die Liebe machen? Josef, der staatlich geprüfte Wirtschafter aus Oberbayern, heiratete seine Agnes, die Bauerntochter aus dem Nachbarort. Seit 1993 führen sie in Lenggries gemeinsam den Streidlhof. 27 Hektar Grünland, 90 Hektar Wald, 34 Hektar Almfläche, zwei Ferienwohnungen, einen 500-Meter-Ankerlift und einen Kinderlift mit Flutlichtbeleuchtung hat ihr Hof; dazu zehn Kühe, 30 Jungtiere, drei Ponys, vier Ziegen, eine Katze und vier Hasen. Das Meerschweinchen ist vor zwei Wochen gestorben.

?Wir profitieren sehr von Bayern als Name", sagt Agnes Wohlmut. Die 30-Jährige kümmert sich vor allem um Marketing und Organisation. Der ?Urlaub auf dem Bauernhof" nehme bei ihnen immer mehr zu. Personal haben die Wohlmuts nicht. Sie machen alles allein. Morgens um kurz nach sechs geht's los, abends um zehn Uhr gehen die Lichter im Schlafzimmer aus. Wenn's dann mal zu viel wird, hilft die Mutter oder der Neffe. Ihre zwei Kinder, ein 13-jähriger und ein siebenjähriger Sohn, sind noch zu klein. ?Alles, was wir mit der Hand erarbeiten, bringt finanziell kaum etwas", sagt der 36-jährige Josef Wohlmut. ?Gewinn erzielen wir durch unsere Pachteinnahmen."

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Mit den New Business Freaks aus München wollen sie nichts zu tun haben. Für sie zählt: Tradition bewahren. Dennoch: ?Die Vorteile der Technik muss man einfach nutzen", sagt die Hausherrin im Dirndl. ?Natürlich habe ich einen Laptop im Haus.“ Irgendwie muss sie schließlich kontrollieren, wer unter www.streidlhof.de ein Zimmer gebucht hat.
Dieser Artikel ist erschienen am 18.05.2001