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Die Datemdompteuse

Christian Kleff
Seit Februar 2001 wandert Doreen Kopke für 18 Monate durch die Personalabteilungen der Konzerngesellschaften des Spezialisten für Energie- und Automatisierungstechnik - und durch Mexiko City. Bei ABB ist eine Auslandsstation fester Bestandteil des Traineeprogramms.
Morgens fährt Doreen Kopke mit dem Bus. Sie braucht eine halbe Stunde bis zur Arbeit. Die Fahrt kostet umgerechnet etwa einen Euro. Abends, wenn es heimgeht, wird es teurer. Dann muss sie gut fünf Euro bezahlen. Ist es dunkel - und das ist es immer, wenn sie aus dem Büro nach Hause fährt -, nimmt die 27-jährige Deutsche nämlich das Taxi. ?Die Straßen sind dann nicht mehr sicher?, sagt sie. Die Kehrseite der Medaille, wenn man in der größten Stadt der Welt arbeitet - Mexiko City

Kopkes Schreibtisch steht in einem Großraumbüro von ABB im Norden der mexikanischen Hauptstadt. Glück für sie, dass ihre Mitarbeiter viele Sprachen können: ?Ich war schon überrascht, dass mein mexikanischer Tischnachbar Deutsch versteht. Viel besser als ich Spanisch. Aber auch Englisch und Französisch wird gesprochen.?

Die besten Jobs von allen
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Dass sie als Auslandsstation Mexiko bekam, hat Kopke allein organisiert. ?Man kriegt bei ABB nicht alles auf dem Silbertablett serviert. Das Traineeprogramm bietet tolle Chancen, nur zugreifen muss man selbst.? In diesem Fall reichte ein Anruf bei dem deutschen ABB-Expatriate in Mexiko. Der wollte sowieso gerade ein Projekt anstoßen. Da kam Kopke gerade recht. Ihre Aufgabe: Controlling-Abläufe neu organisieren und die Verarbeitung der Daten automatisieren, damit die Ergebnisse einheitlich und für alle Mitarbeiter verständlich werden.

?Leider?, sagt sie, ?arbeiten die Mexikaner schon sehr lang.? Weil es in der Nähe des Äquators schnell dunkel wird, kann sie abends nur noch schlecht etwas unternehmen. ?An den Wochenenden mache ich viele Tagesausflüge. Aber um das Land wirklich kennen zu lernen, sind vier Monate einfach zu kurz. Leider.?

Internet: www.abb.com
Dieser Artikel ist erschienen am 26.09.2002